Wierer jubelt - Hildebrand hauchdünn Vierte

Dorothea Wierer (ITA), Biathlon Einzel, Ruhpolding (14.01.16)

Weltcup in Ruhpolding

Wierer jubelt - Hildebrand hauchdünn Vierte

Einzel sind ihre Stärke: Die Italienerin Dorothea Wierer hat in Ruhpolding ein perfektes Rennen gezeigt und überlegen ihren zweiten Weltcupsieg gefeiert. Franziska Hildebrand fehlte ein Wimpernschlag zum Sprung aufs Podest.

Noch waren viele Konkurrentinnen in der Spur, da konnte Dorothea Wierer schon jubeln. Gestartet von Position 32, lief die Italienerin ein perfektes Rennen und ließ sich im Ziel von 9.500 begeisterten Biathlon-Fans feiern. Den Grundstein für den Erfolg legte die Südtirolerin mit einer tadellosen Schießleistung: schnell, präzise und genau. "Ich schieße meistens Null, wenn ich schnell schieße. Vielleicht, weil ich nicht nachdenke. Es geht bei mir von Woche zu Woche besser", freute sich die 25-Jährige. Platz zwei ging an die Finnin Kaisa Mäkäräinen mit 54,8 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Dritte wurde Gabriela Soukalova aus Tschechien (+1:09,9 Minuten).

Hildebrand fehlt ein Wimpernschlag

Franziska Hildebrand beim Einzel über 15 Kilometer in Ruhpolding (14.01.2016)

Franziska Hildebrand

Für die deutschen Damen reichte es diesmal nicht zum ganz großen Sprung aufs Treppchen, doch sie waren dicht dran. Franziska Hildebrand aus Clausthal-Zellerfeld lief ein famoses Rennen und verfehlte um einen Wimpernschlag von 0,9 Sekunden Platz drei. In der Vorwoche hatte Hildebrand in eben jenem Duell gegen Soukalova bei ihrem Sprintsieg noch um 0,3 Sekunden die Nase vorn gehabt.

Traurig war die gebürtige Hallenserin nicht: "Es ist sehr schön, dort vorn mitzulaufen. Die Strecke war fest, da machte es Spaß, zu laufen." Nach drei Schießeinlagen hatte Hildebrandt einen Fehler auf dem Konto. Da hieß es beim letzten Schießen vollste Konzentration. "Beim letzten Schuss im vierten Schießen habe ich gekämpft. Ich habe mich entschieden, lieber noch einmal durchzuatmen und zu warten. Gerade in den letzten Tagen ist mir noch einmal bewusst geworden, wie wichtig es ist, fehlerfrei zu bleiben und wie weh eine Strafminute im Einzel tut", sagte eine durchaus zufriedene Hildebrand.

Ein Fehler zu viel für Dahlmeier

Laura Dahlmeier, vergangene Woche in Verfolgung und Massenstart die Beste, kam auf einem guten neunten Platz an. Allerdings machte sie mit zwei Fehlern einen zu viel, was ihr Rang zwei kostete. "Es ist immer noch eine Top-Ten-Platzierung. Da kann ich mich darüber freuen, auch wenn ich natürlich gern um den Sieg gelaufen wäre. So ist Biathlon, da werden die Karten immer wieder neu gemischt", nahm es Dahlmeier sportlich. In der Loipe gab es kaum etwas zu bemängeln: Dahlmeier hatte im Ziel 1:41,6 Minuten Rückstand, lief aber die zweitbeste Zeit des Tages.

Hinter Spitzenduo klafft Lücke

Hinter dem Spitzenduo klaffte bei den deutschen Ski-Jägerinnen eine Lücke. Maren Hammerschmidt aus Winterberg und Vanessa Hinz (Schliersee) kamen mit je zwei Fehlern auf die Plätze 22 und 24. Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld) schoss zweimal daneben und wurde 44. Miriam Gössner verpatzte ihr Comeback in Ruhpolding nach drei Jahren mit sechs Fehlern, was am Ende Rang 59 bedeutete.

jmd/dpa/sid | Stand: 14.01.2016, 15:52

Biathlon | Weltcupstand Damen

Name P
1. Martin Fourcade 60
2. Johannes Thingnes Bö 54
3. Wladimir Tschepelin 48
4. Lars Helge Birkeland 43
5. Ole Einar Björndalen 40

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