Deutsche Staffel erneut auf Rang fünf

Herren-Staffel Ruhpolding - Sieger Norwegen, Ole Einar Bjoerndalen, Emil Hegle Svendsen, Johannes Thingnes Boe und Tarjei Boe (v.l.n.r.)

Herrenstaffel in Ruhpolding

Deutsche Staffel erneut auf Rang fünf

Gut gestartet, dann geschwächelt und schließlich stark gekämpft. Einen Podestplatz konnte sich die deutsche Staffel in Ruhpolding trotzdem nicht sichern. Der souveräne Sieger hieß Norwegen.

Drei Strafrunden haben eine insgesamt gut aufgelegte deutsche Staffel den Sprung aufs Treppchen gekostet. Ohne die Stammläufer Andreas Birnbacher und Simon Schempp musste sich das DSV-Quartett wie schon in Hochfilzen mit Platz fünf zufriedengeben. Bei leichtem Schneefall, aber insgesamt guten Bedingungen, holte sich Norwegen den Sieg vor Russland und Österreich.

Lesser stark – Kühn zeigt Nerven

Herren-Staffel Ruhpolding - Benedikt Doll beim Zieleinlauf.

Doll brachte die DSV-Staffel am Ende auf Rang fünf ins Ziel.

Traditionell lief Erik Lesser für die deutsche Staffel an. Sowohl am Schießstand als auch läuferisch präsentierte sich der Frankenhainer stark. Mit nur einem Nachlader beim Stehendschießen und einer kämpferischen Schlussrunde wechselte Lesser als Zweiter knapp hinter dem Letten Andrejs Rastorgujevs. "Staffel ist immer was Schönes", sagte Lesser zufrieden. "Heute habe ich gezeigt, dass ich vorneweg laufen kann. Ich hab mein Rennen gemacht und mich nicht auf irgendwelche Scharmützel eingelassen."

Auf der zweiten Position bekam Johannes Kühn eine Chance. Er ersetzte Andreas Birnbacher, der sich eine Wettkampfpause gönnen wollte. Zunächst lief es sehr gut für Kühn. Er kam als Führender zum liegenden Anschlag und räumte alle Scheiben ab. Allerdings bekam er es auf der Strecke mit äußerst starker Konkurrenz zu tun. Zusammen mit Martin Fourcade (FRA), Johannes Thingnes Boe (NOR) und Jewgeni Garanitschew (RUS) kam Kühn zum Stehendschießen. Diesem Druck hielten die Nerven des 24-Jährigen nicht stand. Kühn verfehlte alle Scheiben und mit drei Nachladern gelangen ihm nur zwei Treffer. Erklären konnte er sich das nicht so recht: "Ich hab zuerst gedacht, ich sei zu schnell gelaufen, aber das war es nicht. Ich hab mich durch die ersten Fehler zu sehr verunsichern lassen. Stehend ist immer meine Wackeldisziplin, aber normalerweise hab ich das besser im Griff." Nach drei Strafrunden wechselte Kühn auf Rang zwölf mit zwei Minuten Rückstand.

Peiffer: "Fünfter Platz heute das Optimum"

Herren-Staffel Ruhpolding - Arnd Peiffer am Schießstand.

Nach dem Aussetzer von Kühn brachte Peiffer das DSV-Quartett wieder in die Top 10.

Arnd Peiffer führte das deutsche Quartett wieder zurück in die Top Ten. Mit je einem Nachlader liegend und stehend machte er Platz für Platz gut und schickte Schlussläufer Benedikt Doll auf Rang sechs ins Rennen (+1:47,2 Minuten). Zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung über den Sieg bereits gefallen. Emil Hegle Svendsen ging für Norwegen mit mehr als einer Minute Vorsprung auf die letzte Runde und ließ sich nicht mehr in Bedrängnis bringen. Peiffer resümierte nach seinem Einsatz: "Ich musste versuchen, von Anfang an so schnell zu laufen, wie es geht, damit wir ein paar Sekunden gutmachen können. Der fünfte Platz ist heute noch das Optimum gewesen, obwohl wir uns einen Podestplatz vorgenommen hatten." Die Schlussläufer mussten am Schießstand mit auffrischendem Wind zurechtkommen. Doll behielt aber die Ruhe und konnte mit insgesamt drei Nachladern den fünften Platz übernehmen und sichern. Für ihn ein versöhnliches Ende: "Der fünfte Platz ist nicht die Wunschvorstellung, aber es ist ein Ergebnis, mit dem man leben kann."

ake/dpa | Stand: 15.01.2016, 17:07

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