Dahlmeier gewinnt ein packendes Rennen

Laura Dahlmeier gewinnt die Verfolgung in Ruhpolding (09.01.2016)

Verfolgung in Ruhpolding

Dahlmeier gewinnt ein packendes Rennen

Spannung bis zum Ende: Laura Dahlmeier holt sich nach einer fantastischen Schlussrunde den dritten Sieg des Winters. Für Franziska Hildebrand erfüllte sich der Traum vom zweiten Podestplatz nicht.

Tolle Stimmung und viel Spannung beim Heim-Weltcup in Ruhpolding: Lange sah die Gesamt-Weltcupführende Gabriela Soukolova wie die sichere Siegerin der 10-Kilometer-Verfolgung aus. Doch dann schoss die Tschechin im letzten Schießen einen Fehler und Laura Dahlmeier, die ebenfalls nur einmal daneben schoss, spielte auf der letzten Runde ihre gesamte läuferische Qualität aus. Dritte wurde die Italienerin Dorothea Wierer (2 Fehler/+53,6).

Dahlmeier mit herausragender Laufleistung

 Laura Dahlmeier (M), die zweitplatzierte Tschechin Gabriela Soukalova (l) und die Dritte, die Italienerin Dorothea Wierer

Laura Dahlmeier (M), die zweitplatzierte Tschechin Gabriela Soukalova (l) und die Dritte, die Italienerin Dorothea Wierer

Auf tiefem Schnee und bei leichtem Regen waren echte Kämpferinnen und Leichtgewichte unter den 60 Athletinnen gefragt. Nur drei Sekunden waren die ersten vier Starterinnen auseinander und so wurde jeder Schießfehler sofort damit bestraft, dass Plätze verloren gingen. Laura Dahlmeier, als Vierte ins Rennen gestartet, machte nur einen, beim 3. Schießen, und holte auf der letzten Runde noch Gabriela Soukalova ein, die mit 13 Sekunden Vorsprung in die letzte Runde gestartet war.

"Ich hab mir gewünscht, ich wär auf der Couch und hätt's nur im Fernsehen gesehen," meinte Laura Dahlmeier nach dem erschöpfenden Rennen. Mit dem Sieg feierte die Staffel-Weltmeisterin den fünften Weltcupsieg ihrer Karriere. "Es war ganz schön hart, auf der letzten Runde war es ein brutaler Fight," kommentierte die Partenkirchnerin ihren Zweikampf mit der Weltcup-Führenden Soukalova.

Hildebrand schießt sich aus den vorderen Plätzen

"Morgen wird ein ganz spannendes Rennen. Richtig gejagt werde ich nicht. Es ist doch eher Massenstart-Charakter," hatte Franiska Hildebrand noch nach ihrem Sprint-Sieg am Freitag gesagt und hatte da schon die Verfolgung im Sinn. Die Staffel-Weltmeisterin hatte sich nach ihrem zweiten Weltcup-Sieg viel vorgenommen, schoss jedoch schon beim 1. Schießen einen Fehler, insgesamt wurden es vier. Damit hatte die 28-jährige Sportsoldatin nichts mehr mit den Podest-Rängen zu tun. Am Ende wurde es mit einem Rückstand von 1:24,3 Minuten Platz 9.

Strafrunden kosteten gute Platzierungen

Vanessa Hinz (Schliersee) schoss ebenfalls viermal daneben und kam mit +2.40,6 Sekunden Rückstand als 29. ins Ziel. Auch die Garmischerin Miriam Gössner leistete sich vier Fehlschüsse und belegte Platz 38. Keine Weltcup-Punkte mehr sammelten Maren Hammerschmid (Winterberg) und Luise Kummer (Frankenhain). Mit drei Fehlern platzierte sich Hammerschmid auf Rang 42. Luise Kummer beendete das Rennen mit nur zwei Schießfehlern als Einundfünfzigste.

Impressionen von der Verfolgung in Ruhpolding

Ohne Simon Schempp läuft es bei den deutschen Herren nicht. Bei der Verfolgung schlug "Meister Eder" und Co. allen ein Schnippchen. Dafür sorgte anschließend Laura Dahlmeier für Hochgefühle. Wir waren hautnah dabei.

Laura Dahlmeier

Es war ihr erster Sieg in Ruhpolding: Laura Dahlmeier sorgte beim zweiten Wettbewerb für den zweiten deutschen Erfolg und wie. Bei schwierigen Bedingungen, Plusgraden und tiefem Schnee hatte sie am meisten zum Zusetzen.

Es war ihr erster Sieg in Ruhpolding: Laura Dahlmeier sorgte beim zweiten Wettbewerb für den zweiten deutschen Erfolg und wie. Bei schwierigen Bedingungen, Plusgraden und tiefem Schnee hatte sie am meisten zum Zusetzen.

Vier Damen hatten einen ordentlichen Vorsprung aus dem Sprint vom Freitag mit in die Verfolgung genommen. Neben Dahlmeier hatten Franziska Hildebrand, Gabriela Soukalova und Kaisa Mäkäräinen die besten Karten. Nach drei fehlerfreien Schießen sah die Tschechin Soukalova schon aus wie die sichere Siegerin. Doch dann blieb beim letzten Anschlag eine Scheibe stehen.

13 Sekunden Vorsprung vor der immer schneller werdenden Dahlmeier und noch eine Runde war zu laufen. Die Deutsche biss sich heran, schob sich am letzten Anstieg vorbei und sorgte für ohrenbetäubenden Jubel im Skistadion.

"Das war ein brutaler Kampf auf der letzten Runde. Ich bin so happy", so die Siegerin. Für Soukalova blieb wie am Freitag wieder der zweite Platz. Immerhin baute sie die Führung in der Gesamtwertung weiter aus.

Das Rennen war von Beginn an so eng wie manche Kurve in den Chiemgauer Alpen.

Hildebrand, die nach ihrem Sieg im Sprint mit der Nummer 1 ins Rennen ging, verlor ihre Führung schon im ersten Schießen. Bis zum dritten Anschlag kämpfte sie sich wieder ran - doch im Stehendanschlag ließ sie drei Scheiben stehen - zu viel gegen die starke Konkurrenz. Am Ende wurde Hildebrand Neunte.

Noch weiter hinten landete Kaisa Mäkäräinen. Nur im ersten Schießen blieb sie fehlerfrei - und lief vorn mit. Dann leistete sie sich insgesamt fünf Fehler und kam als 13. ins Ziel.

Mäkäräinens deutsche Freundin Miriam Gössner hatte nach Platz 46 aus dem Sprint eine schwere Hypothek. In der Verfolgung konnte sie sic hetwas verbessern. Mit vier Schießfehlern sprang am Ende aber nur Rang 38 heraus. Zu wenig, um sich für den Massenstart am Sonntag zu qualifizieren.

Für diesen Fans von Miriam Gössner aber kein Grund, traurig zu sein. Stattdessen gab es Applaus für die Deutsche.

Ihne Start im Massenstartrennen werden auch Maren Hammerschmidt ...

... und Luise Kummer bleiben, die als 42. und 51. nur im hinteren Teil der Konkurrenz einliefen.

Jubeln konnten die Fans in Ruhpolding trotzdem - dank des Sieges von Dahlmeier.

Vor dem Verfolgungsrennen der Herren sprachen alle nur von den flinken drei Norwegern und Martin Fourcade. Ganz oben in der Liste der Favoriten standen natürlich die beiden Bö-Brüder Johannes und Tarjei, die im Sprint dominiert hatten.

Obwohl die Chancen für die deutschen Biathleten auf einen Podestplatz nicht so groß waren, die Stimmung in Ruhpolding war blendend. 9.000 Zuschauer sorgten für einen schönen Rahmen, ein würdiger Ersatz für Oberhof.

Es wurde ein packendes Rennen über 12,5 Kilometer. Zunächst sah es so aus, als würden Fourcade, Svendsen und die beiden Bö-Brüder um den Sieg kämpfen. Hier ist der Franzose am Sprint-Sieger Johannes Bö vorbei.

Doch Tarjei und Johannes Bö sowie Emil Hegle Svendsen leisteten sich, anders als beim Sprint, einige Schwächen am Schießstand. Und auch Fourcade musste in die Ehrenrunde. So war der Weg für den fehlerfreien Simon Eder frei.

Nach dem letzten Schießen bog Eder als Erster in die Schlussrunde ein. Seinen Vorsprung konnte er vor Fourcade ins Ziel retten. Es war der erst dritte Weltcup-Sieg für den Österreicher. Simon Fourcade und der ebenfalls stark schießende und laufende Tscheche Michal Slesingr komplettierten das Podest.

Und so sah das aus: Eder kämpfte sich ins Ziel, freute sich dann bereits auf der Schlussgeraden. Im Hintergrund kämpften Fourcade und Slesingr um Platz zwei und drei.

Die deutschen Biathleten konnten erneut nicht im Kampf um die Topplätze eingreifen. Andreas Birnbacher lief den Verfolger gut an, verkürzte nach der Hälfte des Rennens den Abstand. Dann ging es auf dem tiefen Schnee nicht mehr so gut, zudem blieben zwei Scheiben stehen. Am Ende wurde es Platz 15.

So richtig unzufrieden war der Schlechinger aber nicht nach dem Rennen: "Zwei Fehler sind okay, aber zu viel um nach vorn zu kommen", sagte Birnbacher.

Drei Schießfehler waren zu viel auch für Arnd Peiffer. Platz 28, damit war er noch zweitbester Deutscher. Eine enttäuschende Bilanz.

Stand: 09.01.2016, 20:05 Uhr

abu/ | Stand: 09.01.2016, 15:04

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