Unschlagbare Dahlmeier stellt Rekord auf

Laura Dahlmeier

Biathlon-WM Hochfilzen

Unschlagbare Dahlmeier stellt Rekord auf

Von Jörg Strohschein

Auch beim Massenstart bei der Biathlon-WM in Hochfilzen war Laura Dahlmeier nicht zu stoppen. Die 23-Jährige düpierte die Konkurrenz erneut und sicherte sich ihre fünfte Goldmedaille bei diesen Titelkämpfen.

Die Anstrengungen der vergangenen Tage waren Laura Dahlmeier beim Massenstart über 12,5 Kilometer nicht anzumerken. Vor über 20.000 Zuschauern an der Biathlon-Strecke von Hochfilzen sicherte sich die 23-Jährige am Sonntag (19.02.2017) auch den WM-Titel in dieser Disziplin der besten 30 Athletinnen und hat mit diesem Sieg einen geschichtsträchtigen Erfolg eingefahren: Noch nie zuvor war es einer Athletin gelungen, fünf Goldmedaillen bei einer WM einzuheimsen.

Dahlmeier siegte vor der tapfer kämpfenden Susan Dunklee (USA) und Kaisa-Leena Mäkäräinen. Die zwei weiteren deutschen Teilnehmerinnen Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand landeten am Ende des Feldes auf den Plätzen 20 und 27.

"Wahnsinn, wie das alles aufgegangen ist. Da steckt viel Arbeit dahinter. Ich freue mich riesig", sagte Dahlmeier der ARD mit breitem Grinsen. Für ihren Zweikampf mit Susan Dunklee hatte sich auch eine treffende Beschreibung. "Es war ein Katz und Maus-Spiel, es war jede Runde das Gleiche. Am Ende sah sie nicht mehr ganz so fit aus, da bin ich dann vorbeigezogen. Aber ich glaube, sie freut sich auch über ihre Medaille", sagte die Siegerin.

Spitzentrio bidet sich heraus

Vom Start an konzentrierte sich Dahlmeier darauf, im vorderen Feld mitzufahren, um sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Und beim ersten Liegend-Schießen zeigte Dahlmeier, dass wieder mit ihr zu rechnen ist. Hinter Dunklee beendete sie das Schießen als Zweitschnellste. Hinz (11) und Hildebrand (18) hielten sich derweil mitten im Feld auf.

Auch die nächsten fünf Schüsse liegend von Dahlmeier waren perfekt. Erneut war Dunklee einen Tick schneller als die deutsche Favoritin. Hinter dem Führungsduo nahm die Tschechin Gabriela Koukalová die Verfolgung auf. Die drei Spitzensportlerinnen bildeten zunächst das Führungstrio. Weniger gut lief es beim zweiten Schießen für Hildebrand und Hinz, die sich zwei bzw. drei Fehlschüsse leisteten und weiter im Feld zurückfielen.

Dahlmeier mit starken Nerven

Beim ersten Stehend Schießen legte Dunklee erneut ein ungeheures Tempo vor und traf mit allen fünf Schüssen in einem unglaublichen Tempo. Doch Dahlmeier ließ sich davon nicht nervös machen, spulte ihr Tempo ab und zeigte ein taktisch sehr starkes Rennen. Am Schießstand und auf der Loipe. Während Dahlmeier sich nicht beirren ließ, fielen Hinz und Hildebrand immer weiter ans Ende des Feldes zurück.

Dunklee hatte sich offenbar vorgenommen, dieses Rennen für sich zu entscheiden. Denn auch beim vierten Schießen, erneut stehend, drückte die US-Amerikanerin auf die Tube und traf alle fünf Scheiben in hohem Tempo. Aber Dahlmeier war wieder die Ruhe selbst. Auch sie war so präzise wie zuvor und ging nur fünf Sekunden später zurück in die Loipe.

Dahlmeier fliegt vorbei

Im Anschluss zeigte Dahlmeier ihre großen läuferischen Qualitäten und holte nach und nach auf. Koukalová hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über 20 Sekunden Rückstand auf das Führungsduo. Nach 11,4 Kilometern war es dann soweit: Dahlmeier überholte Dunklee geradezu mühelos, flog an ihr vorbei und lief einsam über die Ziellinie zu einem geschichtsträchtigen Sieg.

Stand: 19.02.2017, 12:20

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