Dahlmeier schreibt in Kontiolahti Geschichte

Verfolgungs-Weltcup

Dahlmeier schreibt in Kontiolahti Geschichte

Laura Dahlmeier hat eine Wahnsinns-Saison gekrönt. Die 23-jährige Biathletin sicherte sich nicht nur den Tagessieg in der Verfolgung von Kontiolahti. Sie holte sich auch vorzeitig den Gesamtweltcup, als fünfte Deutsche.

Laura Dahlmeier hat sich vorzeitig den Gesamtweltcup gesichert. Die Überfliegerin der Saison holte sich mit dem Tagessieg in der Verfolgung von Kontiolahti die noch nötigen Punkte und löst damit Gabriela Koukalova ab. Die Tschechin belegte den zehnten Platz. Um die Entscheidung noch zu vertagen, hätte sie Zweite werden müsssen. Den Sprung auf das Podest in der Verfolgung schafften hinter der Deutschen Marie Dorin Habert aus Frankreich und die Italienerin Lisa Vittozzi.

Laura Dahlmeier

Laura Dahlmeier krönt sich zur Weltcup-Gesamtsiegerin.

Dahlmeier fehlen die Worte

"Wahnsinn!" Mehr fiel Dahlmeier nach dem Triumph zunächst nicht ein. "Das macht mich sprachlos, es ist ein krasser Moment. Der ganze Aufwand hat sich gelohnt. Ich stand mit zwei Jahren schon auf den Ski. Dass ich das jetzt mit 23 geschafft habe, ist Wahnsinn", jubelte die Gesamtsiegerin im ZDF. Stolz war auch Bundestrainer Gerald Hönig: "Das ist ein Sieg für das gesamte Team. Wie Laura das macht, da kann man aber schon ins Schwärmen geraten."

Die deutschen Gesamtsiegerinnen

Martina Beck, Kati Wilhelm, Andrea Henkel, Magdalena Neuner und seit Samstag auch Laura Dahlmeier haben eins gemeinsam: sie sind alle Weltcup-Gesamtsiegerinnen.

Martina Glagow

Martina Beck beendete eine lange Serie und ging in der Saison 2002/2003 als erste deutsche Weltcupsiegerin in die Geschichte ein. Damals startete sie noch unter ihrem Mädchennamen Glagow. Sie war auch die erste Gesamtsiegerin nach der großen Magdalena Forsberg, die den Weltcup von 1997 bis 2002 sechs Mal in Folge gewonnen hatte.

Martina Beck beendete eine lange Serie und ging in der Saison 2002/2003 als erste deutsche Weltcupsiegerin in die Geschichte ein. Damals startete sie noch unter ihrem Mädchennamen Glagow. Sie war auch die erste Gesamtsiegerin nach der großen Magdalena Forsberg, die den Weltcup von 1997 bis 2002 sechs Mal in Folge gewonnen hatte.

Kati Wilhelm - die ARD-Biathlon-Expertin - räumte 2005/2006 die große Kristallkugel ab. Die Thüringerin bestimmte über Jahre die Weltspitze, wurde Weltmeisterin und Olympiasiegerin. Sieben Medaillen bei Olympischen Spielen und 13 WM-Medaillen gehören zu ihrer Sammlung. Im März 2010 beendete Kati Wilhelm ihre aktive Karriere und steht seitdem als Expertin für "Das Erste" vor der Kamera.

Ein Jahr nach Kati Wilhelm war erneut eine Thüringerin die überragende Biathletin: Andrea Henkel belohnte sich mit dem Gewinn des Gesamtweltucps in der Saison 2006/2007. Nach Höhen und Tiefen drehte Henkel damals drei Rennen vor Schluss richtig auf und machte den Gesamtsieg im letzten Rennen perfekt. Im Massenstartrennen bewies sie großen Kampfgeist, als sie trotz fünf Fehlern beim ersten Schießen nicht aufsteckte und als 15. ins Ziel lief. Weil die Konkurrenz auch strauchelte, reichte dieser Platz am Ende zum Gesamtsieg.

Magdalena Neuner war nur sechs Jahre als Biathletin aktiv. In dieser Zeit gewann sie 34 Einzelrennen im Biathlon-Weltcup, dreimal den Gesamtweltcup und sieben Disziplinenweltcups. Mit insgesamt 63 Podiumsplatzierungen gehört sie zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in der Geschichte des Weltcups. Die sympathische Bayerin war DER Publikumsliebling. Sie gewann unter anderem sechsmal die Wahl zum Winterstar. Genau wie Kati Wilhelm arbeitet Magdalena Neuner als Expertin für die ARD.

2017 - Laura Dahlmeier! Die Bayerin erfüllte sich am 11. März ihren Traum vom Gesamtweltcup. Nach dem Sieg im Jagdrennen liegt sie uneinholbar vor ihrer tschechischen Rivalin Gabriela Koukalova.

Dahlmeier als Zweite im Rennen

Dahlmeier war als Zweite mit 18 Sekunden Rückstand auf die Norwegerin Tiril Eckhoff ins Rennen gegangen. Auf der schweren Strecke und bei tückischem Seitenwind leisteten sich die Damen einige Schießfehler, sodass sich die Spitzengruppe immer wieder änderte. Nach den zwei Schießen im Liegend-Anschlag lagen zehn Athletinnen innerhalb von 25 Sekunden. Den größten Sprung machte da die Tschechin Koukalova, die von Platz 13 auf vier vorlief.

Unschlagbar am Schießstand

Laura Dahlmeier

Laura Dahlmeier macht am Schießstand alles klar.

Dahlmeier, die liegend eine Scheibe stehen ließ, schob sich nach dem ersten Stehend-Anschlag an die Spitze, sieben Sekunden vor Koukalova und der Französin Marie Dorin-Habert.  Und dann zeigte die 23-Jährige aus Garmisch-Patenkirchen ihre ganze Klasse. Während die Konkurrenz patzte, räumte Dahlmeier alles ab und konnte die Schlussrunde genießen.

Deutsche im geschlagenen Feld

Die anderen deutschen Läuferinnen mussten sich mit schwächeren Platzierungen begnügen. Maren Hammerschmidt belegte nach vier Schießfehlern den 16. Platz. Nadine Horchler (1 Fehler) wurde 21., Franziska Hildebrand (5) landete auf Platz 33. Denise Herrmann hatte ein ganz schweres Rennen. Gleich beim ersten Schießen blieben vier Scheiben stehen. Am Ende wurden es sieben Fehler und Platz 47.

Dahlmeier in der Single-Mixed

Auch am Sonntag wird die frisch gebackene Weltcup-Gesamtsiegerin an den Start gehen, im Single-Mixed-Rennen. Dort kämpft sie mit Roman Rees um den Sieg. Die Mixed-Staffel setzt sich aus Nadine Horchler, Maren Hammerschmidt, Benedikt Doll und Arnd Peiffer zusammen. 

rei | Stand: 11.03.2017, 15:48

Biathlon | Weltcupstand Damen

Name P
1. Laura Dahlmeier 1211
2. Gabriela Koukalova 1089
3. Kaisa Mäkäräinen 971
4. Marie Dorin Habert 856
5. Dorothea Wierer 719

Biathlon | Weltcupstand Herren

Name P
1. Martin Fourcade 1322
2. Anton Schipulin 918
3. Johannes Thingnes Bö 812
4. Arnd Peiffer 746
5. Simon Schempp 741
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