Biathlon-Weltverband lehnt Terminverschiebung ab

Zielscheibe beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding

Oberhof- und Ruhpolding-Weltcups weiter im Januar

Biathlon-Weltverband lehnt Terminverschiebung ab

Von Dirk Hofmeister, Ruhpolding

Dem Schneemangel in Oberhof und Ruhpolding durch Ausweichen in schneesichere Monate begegnen? Klingt clever, bringt aber neue Probleme mit sich. Der Biathlon-Weltverband lehnt einen DSV-Vorstoß ab - und gibt andere Ratschläge.

Der Internationale Biathlon-Verband (IBU) hat Überlegungen, die deutschen Weltcups in Oberhof und Ruhpolding, auf einen späteren Termin zu legen, vorerst eine Absage erteilt. "Daraus wird nichts. Unser Kalender ist bereits bis 2018 fertig", sagte IBU-Renndirektor Borut Nunar sportschau.de. In den Planungen seien die beiden deutschen Wintersportorte zwar vorgesehen - allerdings wie gehabt an einem Termin Anfang des Jahres.

DSV-Generalsektretär Kurz: "Müssen uns Gedanken machen"

Biathlon-Weltcup Ruhpolding, DSV-Generalsekretär Florian Kurz

DSV-Generalsekretär Florian Kurz: "Den Gegebenheiten Rechnung tragen."

Florian Kurz, Generalsekretär des Deutschen Ski-Verbandes, hatte am Rande des wegen Schneemangels von Oberhof nach Ruhpolding verschobenen Weltcups angeregt, über eine Verschiebung der deutschen Weltcups in schneesichere Monate Februar oder Anfang März nachzudenken. "Wir müssen den Gegebenheiten Rechnung tragen", erklärte der frühere Manager. "Nach diesem Winter müssen wir uns Gedanken machen. Wir sind dazu auch im Dialog mit den Weltverbänden", sagte der 43-Jährige.

IBU-Generalsekretärin Resch: "Diskussion gibt es nicht"

IBU-Generalsekretärin Nicole Resch

Resch: "Unprofessionell, sich auf Wetter zu berufen."

IBU-Generalsekretärin Nicole Resch widerspricht: "Das höre ich zum ersten Mal. Diese Diskussion gibt es nicht", sagte die Österreicherin sportschau.de. Mit der IBU habe bisher niemand gesprochen. Eine Verlegung wäre zudem nicht nur aus kalendarischen Gründen schwierig, der Biathlon-Winter sei ein "logistisches Meisterwerk", in dem man nicht einfach Termine verschieben könne. Es gehe nicht nur um Schneesicherheit, sondern auch darum, dass die Teams möglichst günstig von einem Weltcuport zum nächsten kommen. "Es ist unprofessionell, sich auf das Wetter zu berufen. Professioneller wäre es, sich auf das Wetter vorzubereiten."

Renndirektor Nunar: "Wo sollen wir den hin?"

IBU-Renndirektor Borut Nunar

IBU-Renndirektor Borut Nunar: "Absagen drohen überall."

Der Slowene Nunar weist zudem darauf hin, dass das Wetter nicht nur ein deutsches Problem sei. "Wo sollen wir den hingehen? In ganz Mitteleuropa haben wir keinen Schnee. In Sibirien und im Norden Skandinaviens ist es dagegen sehr kalt. Da drohen dann auch Absagen." Die Veranstalter sollten Schneesicherheit lieber mit Depots für das kalte weiße Nass sicherstellen. "Snowfarming ist das Zauberwort", sagt Resch. Um die Lagerung und Produktion des wertvollen Weiß zu verbessern, arbeite die IBU derzeit sogar mit norwegischen Universitäten zusammen. Eine Entwicklung, auf die auch der DSV setzt und knapp eine Million Euro für entsprechende Maschinen einer Südtiroler Firma ausgab. So wolle man laut Kurz zunächst auch versuchen, mit der Vorab-Schneeproduktion die bisherigen Termine im Weltcup-Kalender zu halten. Denn, so weiß auch Kurz, spätere Rennen wären kein Allheilmittel: "Die frühen Zeitpunkte sind vor allem medial sehr interessant. Wir stecken da in einem Interessenskonflikt." Ein Konflikt, der sich frühestens ab 2019 in Richtung Terminverschiebung lösen kann.

Stand: 10.01.2016, 07:47

Biathlon | Weltcupstand Damen

Name P
1. Martin Fourcade 60
2. Johannes Thingnes Bö 54
3. Wladimir Tschepelin 48
4. Lars Helge Birkeland 43
5. Ole Einar Björndalen 40

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