Biathlet Greis tritt ab

Michael Greis

Ende einer großen Karriere

Biathlet Greis tritt ab

Michael Greis beendet seinen Karriere mit sofortiger Wirkung. Der dreimalige Olympiasieger gab seinen Rücktritt heute bekannt. "Es ist der definitive Rücktritt", sagte der 36-Jährige am Mittwoch (5.12.12) in Kempten. "Irgendwann ist die Zeit reif."

Ein guter Start in die Saison war Michael Greis nicht gelungen - am Wochenende in Hochfilzen sollte der Allgäuer aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Schon beim Auftakt im schwedischen Östersund hatte er zuletzt wegen einer Erkältung auf einen Start im Sprint verzichtet müssen.

Kein Kampfgeist und Biss mehr

Im Einzel-Wettbewerb war der Gesamt-Weltcupsieger von 2007 nur auf Platz 67 gelaufen. Für Greis, der bei den Winterspielen 2006 in Turin mit seinen drei Olympiasiegen in den Sportlerolymp aufgestiegen war - in seinem 265. Weltcup-Rennen das zweitschlechteste Ergebnis. "Schon in der ersten Runde habe ich gespürt, 'Hey Michi, hier fehlt was. Und zwar was ganz Entscheidendes.' Es war nichts mehr von dem Kampfgeist und dem Biss in mir vorhanden, der mich jahrelang als Leistungssportler ausgezeichnet und erfolgreich gemacht hat. Ich hab nur noch eine Leere in mir gespürt und mir wurde klar, das hier wird mein letztes Rennen sein. Ich wusste, dass ich auf der Zielgeraden meiner Karriere angekommen bin."

Michael Greis - Bilder einer Karriere

Michael Greis ist einer der erfolgreichsten deutschen Biathleten. Der größte Triumph waren seine drei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin. Ein kleiner Rückblick auf die sportlichen Erfolge.

Michael Greis kämpft am 11.01.2002 auf den letzten Metern des 12,5 km Verfolgungswettkampf der Herren im Rahmen des Biathlon-Weltcups 2002 in Oberhof

Ein Star kündigt sich an

Seine ersten Weltcup-Einsätze hatte Michael Greis in der Saison 2000/2001. Erstmals auf sich aufmerksam machte der Allgäuer im Januar 2002 beim Weltcup in Oberhof: Sowohl im Sprint als auch in der Verfolgung kam er unter die Top Ten.

Ein Star kündigt sich an

Seine ersten Weltcup-Einsätze hatte Michael Greis in der Saison 2000/2001. Erstmals auf sich aufmerksam machte der Allgäuer im Januar 2002 beim Weltcup in Oberhof: Sowohl im Sprint als auch in der Verfolgung kam er unter die Top Ten.

Erster Olympia-Einsatz 2002

Nach seinen guten Resultaten im Weltcup kam Michael Greis auch bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City zum Einsatz. Im Sprint und in der Verfolgung belegte er die Plätze 15 und 16. Sein erster großer internationaler Erfolg sollte später folgen.

Weltmeisterschaft Oberhof 2004

Die Biathlon-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Die deutsche Staffel wollte ihren Erfolg von 2003 vor heimischen Publikum wiederholen. Michael Greis empfahl sich mit seinen Leistungen im Einzelrennen (Platz 5 im Sprint und 9 in der Verfolgung) für die Staffel. Er war der Schlussläufer und holte zusammen mit Frank Luck, Ricco Groß und Sven Fischer das ersehnte Staffel-Gold.

Erster Weltcup-Sieg

Bei der olympischen Generalprobe für Turin lief der Allgäuer zu seinem ersten Weltcup-Erfolg: In San Sicario siegte er über 20 Kilometer mit einer fehlerfreien Schießleistung.

Erste WM-Einzelmedaille

2005 fanden die Weltmeisterschaften in Hochfilzen statt. Im 20-Kilometer-Lauf lieferte Greis sich ein packendes Duell mit dem Tschechen Roman Dostal. Nur zehn Sekunden fehlten ihm am Schluss: Silber - die erste WM-Einzelmedaille.

Der große Triumph

Es war der größte Erfolg seiner sportlichen Karriere: Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gewann er drei Goldmedaillen. Greis ist damit der erste deutsche Olympiateilnehmer, dem dies gelang.

Der große Triumph - Teil 1

Los ging's mit dem Medaillenregen zum Auftakt der Olympischen Spiele. Beim Rennen über 20 Kilometer konnte sich Greis mit nur einem Schießfehler vor dem Norweger Ole Einar Björndalen behaupten.

Der große Triumph - Teil 2

Zehn Tage später - die deutsche Staffel war Favorit auf den Sieg, nachdem sie drei von vier Saisonrennen gewonnen hatte. Und dieser Favoritenrolle wurden die deutschen Biathleten auch gerecht: Zusammen mit Ricco Groß, Michael Rösch und Sven Fischer sicherte sich Greis die Goldmedaille in der Staffel.

Der große Triumph - Teil 3

Der historische Moment: Am 26. Februar 2006 gewann Greis seine dritte olympische Goldmedaille. Im Massenstart-Rennen über 15 Kilometer siegt er vor dem Polen Tomasz Sikora und dem norwegischen Favoriten Ole Einar Björndalen.

Sportler des Jahres 2006

Die deutschen Sportjournalisten honorierten seine olympischen Erfolge und wählten Michael Greis zum Sportler des Jahres. Greis ist der erste Biathlet, der diese Auszeichnung erhielt.

Kompletter Medaillensatz

Die Biathlon-WM 2007 in Antholz: Beim Sprint (19.) und der Verfolgung (12.) lief es für den Allgäuger nicht so gut. Doch dann steigerte sich Greis. Im Rennen über die 20 Kilometer gewann er hinter dem Franzosen Raphael Poirée Silber, mit der Staffel holte er ebenfalls Silber. Im Massenstartrennen leistete sich Greis dann zwei Schießfehler - doch er lief am schnellsten: Gold vor seinem Mannschjaftskollegen Andreas Birnbacher.

Gesamt-Weltcup-Sieger 2006/2007

Die erfolgreiche WM-Saison krönte Greis mit dem Gewinn des Gesamtweltcups. Es war ein spannender Kampf: Ole Einar Björndalen gewann elf Saisonrennen, Greis nur zwei. Aber der Norweger ließ knapp ein Drittel der Saisonrennen aus, Greis lief alle und lag am Ende 58 Punkte vor Björndalen.

Enttäuschende Spiele 2010

Bei den Olympischen Spielen in Vancouver lief es für Greis nicht so gut - kein Titel konnte verteidigt werden. Am Ende blieb Greis ohne Medaille.

Heim-WM in Ruhpolding

Es war nicht sicher, ob Greis überhaupt als Staffelläufer aufgestellt werden würde. In den Weltcups lieferte er nur durchschnittliche Ergebnisse. Doch Greis bekam seinen Einsatz - und überzeugte mit seiner Schießleistung. Zusammen mit Simon Schempp, Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer sicherte sich die deutsche Staffel bei der WM 2012 die Bronzemedaille - hinter Norwegen und Frankreich.

Jetzt hat der Allgäuer die Konsequenzen gezogen und seine erfolgreiche Karriere mit sofortiger Wirkung beendet. "Im Leistungssport muss man den absoluten Glauben, den Willen und das Gewinner-Gen in sich tragen", schrieb er nun in seinem Blog. "Ist dies nicht mehr der Fall, hat man bei der Leistungsdichte, die heutzutage im Biathlon vorherrscht, keine Chance."

Müßiggang bedauert Rücktritt

Nicht nur Biathlon-Bundestrainer Uwe Müßiggang bedauert den Rücktritt: "Es ist ein großer Verlust für uns. Michi war ein enorm erfolgreicher Athlet und in gewisser Weise das Rückgrat der Mannschaft." DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller ergänzte: "Nicht nur wegen seiner Siege bei Olympia gehört Michael Greis zweifellos zu den größten Biathleten aller Zeiten."

Trotz Rückschlägen wieder im Weltcup-Team

In der vergangenen Saison stand Greis bereits kurz vor dem Rücktritt. Nach einer Sprunggelenks-Operation und einer Krankheit war der dreimalige Weltmeister zu früh wieder eingestiegen und zunächst nicht in Form gekommen. Bei der Heim-WM in Ruhpolding konnte Greis dann aber überzeugen und schaffte im Sommer auch den Sprung ins aktuelle Weltcup-Team.

dpa/sid/br | Stand: 05.12.2012, 16:38

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