Französinnen die Nummer eins

Biathlon-Staffel, Damen, Sieger Frankreich in Antholz, Anais Chevalier, Anais Bescond, Justine Braisaz, Marie Dorin Habert (v.l.)

Damen-Staffel in Antholz

Französinnen die Nummer eins

Zum Schluss war es ein einsames Rennen: Die französische Schlussläuferin Marie Dorin-Habert hat ihre Farben im Staffelrennen in Antholz zum Sieg geführt. Das ersatzgeschwächte deutsche Team musste viel Lehrgeld zahlen und war chancenlos.

Die deutschen Biathletinnen müssen erstmals in dieser Weltcup-Saison die Heimreise ohne Podestplatz antreten. Die ersatzgeschwächte DSV-Staffel lief am Sonntag in Antholz nach zwei Strafrunden nur auf den zehnten Rang. Am besten verkauften sich die Französinnen, die am Ende einen souveränen Erfolg einfuhren. Frankreichs Schlussläuferin,Marie Dorin-Habert, konnte schon vor dem Ziel jubeln. Tschechien wurde Zweiter, die Russinnen retteten den dritten Platz.

Das Wetter war wie gemalt, also beste Biathlon-Bedingungen. Deutschland nahm die 4 x 6-Kilometer-Staffel allerdings nicht in Topbesetzung auf. Nachdem Laura Dahlmeier und Maren Hammerschmidt wegen einer Erkältung fehlten, stellte sich das deutsche-DSV-Quartett im Prinzip von alleine auf.

Horchler verliert gleich an Boden

Karolin Horchler

Karolin Horchler

Für Deutschland wurde Karolin Horchler als Startläuferin ins Rennen geschickt. Die 26-Jährige, normalerweise eine gute Liegendschützin, musste gleich bei der ersten Bewährung drei Mal ins Magazin greifen, räumte dann aber alle Scheiben ab. Noch ein Nachlader beim zweiten Schießen hatte mächtig Zeit gekostet. Hinterher konnte sich die Clausthal-Zellerfelderin die Sache auch nicht erklären: "Gleich drei Fehler, ein Unding. Bei drei Nachladern war nicht mehr drin. Ich drücke allen die Daumen, dass es ein Stückchen nach vorn geht."  

Gössner mit schweren Beinen

Miriam Gössner

Miriam Gössner

Mit einer Minute Rückstand auf die führenden Schweizerinnen übernahm  Miriam Gössner den zweiten Part. Eine schwere Hypothek. Die Garmischerin putzte im ersten Anlauf alle Scheiben weg und machte Boden gut. Beim zweiten Schießen wurde ihre Aufholjagd jäh gestoppt, denn eine Strafrunde war eine zu viel. Immerhin konnte sie sechs Sekunden auf die Spitze gut machen. Vorn duellierten sich die Ukraine, Frankreich und die Weißrussinnen – Deutschland wechselte auf Platz 13. Im Nachhinein war Gössner ein bisschen ratlos: "Es war eher der Körper. Ich hatte beim Stehendschießen eine Nähmaschine. Die schweren Beine kann ich mir nicht erklären.“

"Mir haben die Finger gezittert"

Was war für die deutschen Damen noch drin? Konnte Vanessa Hinz hier noch etwas aus dem Feuer reißen? Die Staffel-Weltmeisterin gilt als tolle Team-Kämpferin. Trotz eines Nachladers blieben bei der dritten DSV-Läuferin beim ersten Schießen alle Scheiben weiß. Durchatmen. Im Stehendanschlag erwischte es sie aber und die Frau aus Schliersee musste drei Mal aufladen und in die Strafrunde. Deutschland fiel weit zurück. "Ich habe mich wegen den drei Fehlern geärgert. Mir haben die Finger gezittert. Es ist kein schönes Ende hier", resümierte die 23-Jährige.

Hildebrand mit Schadensbegrenzung

Franziska Hildebrand

Franziska Hildebrand

Für Franziska Hildebrand als Schlussläuferin war nur noch Schadensbegrenzung angesagt. Die erste Schießeinlage verlief astrein, danach musste sie zwei Mal nachladen. Aber es blieben Null Fehler. Ein prima Lauf der 28 Jahre alten Staffel-Weltmeisterin brachte das deutsche Quartett noch etwas heran. Am Ende hieß es Platz zehn für die nicht in Topbesetzung angetreten Deutschen. Hildebrand nahm es gelassen: "Zwei Nachlader haben Zeit gekostet. Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden. Es gibt halt Wochenenden, wo es nicht so läuft. Das war so eins."

jmd | Stand: 24.01.2016, 12:40

Biathlon | Weltcupstand Damen

Name P
1. Martin Fourcade 120
2. Fredrik Lindström 86
3. Ole Einar Björndalen 69
4. Johannes Thingnes Bö 65
5. Julian Eberhard 63
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