Deutsche schießen am Ziel vorbei

Olga Podtschufarowa aus Russland

Sprint Antholz

Deutsche schießen am Ziel vorbei

Die deutschen Skijägerinnen haben beim Sprint in Antholz glatt das Zielwasser vergessen und Topplätze weit verfehlt. Als beste DSV-Athletin lief Miriam Gössner auf den zehnten Platz. Den Sieg schnappte sich überraschend die Russin Olga Podtschufarowa.

Im Gegensatz zu den Deutschen lieferte Olga Podtschufarowa eine 1A-Schießleistung ab und blieb bei allen zehn Scheiben fehlerfrei. Nach einem soliden Lauf ließ sie sich die 23-Jährige aus Russland den ersten Platz nicht mehr nehmen. Rang zwei ging an die Italienerin Dorothea Wierer, die mit einer Fahrkarte und acht Sekunden Rückstand zur Siegerin ins Ziel kam. Dritte wurde Podtschufarowas Landsfrau Jekaterina Jurlowa, die ebenfalls ohne Fehler blieb (+22,1 Sekunden).

Ohne Dahlmeier und Hammerschmidt

Die deutschen Skijägerinnen hatten das fünfte Sprintrennen der Saison arg gehandicapt in Angriff genommen. Mit Überfliegerin Laura Dahlmeier und Newcomerin Maren Hammerschmidt fehlten zwei starke Stützen im Team. Beide mussten wegen einem Infekt eine Zwangspause einlegen. Nun sollte es das verbliebene Quartett richten – und die vier DSV-Läuferinnen hatten glatt das Zielwasser vergessen.  

Gössner mit bester Laufleistung in Top-Ten

Miriam Gössner war als erste der deutschen Frauen in die Spur gegangen. Schon am Start verlor sie einen Transponder – ein schlechtes Omen? Bereits beim ersten Schießen verspielte sie mit zwei Fehlern ein Topresultat. Noch ein Fehlschuss liegend brachte sie weiter ins Hintertreffen. Dennoch, in der Loipe war sie wieder einmal Spitzenklasse und legte die beste Laufleistung hin. Zum Schluss blieb ihr jedoch nur der zehnte Platz. Gössner machte es klar am Schießen fest: "Die Höhe macht schon etwas aus. Beim Stehendschießen merkt man die Muskulatur deutlich. Nach den beiden Wochen in Ruhpolding ist jeder schon etwas müde." Bundestrainer Gerald Hönig war von der Leistung der Garmischerin durchaus angetan: "Miri hat außergewöhnliche Laufleistungen. Ich war begeistert von der Schlussrunde und überrascht, wie weit sie nach vorn gekommen ist. Schade, dass sie beim Liegen zwei Fehler hatte. Einer hätte es auch getan." 

"Zwei Fehler am Schießstand sind im Sprint einfach zu viel"

Die zweite DSV-Läuferin Franziska Hildebrand begann verheißungsvoll. Beim ersten Schießen im Liegendanschlag lief alles nach Plan. Ruhig und besonnen nahm sie die fünf Scheiben ins Visier und räumte alles ab. Doch dann leistete sie sich beim zweiten Schießstand zwei Fahrkarten und musste doppelt in die Strafrunde. Das war nicht mehr zu kompensieren – nur Rang 19. "Zwei Fehler am Schießstand sind im Sprint einfach zu viel", sagte Hildebrand. Dennoch verteidigte die 28-Jährige aus Clausthal-Zellerfeld die Führung im Sprint-Weltcup.

Horchler 50. - Hinz verpasst Verfolgung

Als vierte des Quartetts hatte Karolin Horchler das Sprintrennen in Angriff genommen. Mit einem Fehler blieb ihr am Ende Platz 50, dieser reichte aber immerhin zur Qualifikation für die Verfolgung. "Beim Schießstand ging viel weg. Auf der Strecke war es heute unglaublich schwer", meinte Horchler nach dem Wettkampf.

Böse erwischte es Vanessa Hinz. Die Frau aus Schliersee ballerte insgesamt fünfmal daneben und fand sich auf dem 70. Platz wieder. "Mir fehlt die Entschlossenheit im Schießen. Bei fünf Fehlern kann man nichts Positives finden", sagte Hinz enttäuscht. Und es kam noch schlimmer: Mit der Platzierung verbaute sich die 23-Jährige die Teilnahme am Jagdrennen am Samstag.

jmd | Stand: 21.01.2016, 15:33

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