Fourcade dominiert - Doll überzeugt

Martin Fourcade jubelt beim Zieleinlauf des Einzels von Ruhpoldung (13.01.2016)

Einzelrennen in Ruhpolding

Fourcade dominiert - Doll überzeugt

Der Mann bleibt ein Phänomen und auch Schneefall kann ihn nicht bremsen: Martin Fourcade hat im Einzelrennen wieder zugeschlagen und den Sieg in Ruhpolding eingefahren. Von den DSV-Skijägern wusste besonders Benedikt Doll zu überzeugen.

Die Bedingungen waren schwierig. Es schneite zum Anfang unaufhörlich, was aber einen Mann völlig kalt ließ. Martin Fourcade steckte jede Schneeflocke weg und fuhr wieder allen davon. Das Klassikrennen, nicht immer seine Schokoladendisziplin, lief für den Franzosen wie gemalt und bescherte ihm den 42. Weltcupsieg seiner Karriere. Im Ziel jubelte er jedoch beinahe zu früh, denn der Österreicher Simon Eder war mit hoher Startnummer und besser werdenden Bedingungen deutlich schneller unterwegs. Beim letzten Schießen patzte er jedoch einmal und wurde Zweiter. Platz drei ging an den Russen Anton Schipulin.

Doll setzt Achtungszeichen

Das deutsche Quintett nahm ohne ihren Leitwolf Simon Schempp den harten Kanten in Angriff. Statt der üblichen 5 x 4 Kilometer wurden 6 x 3,3 Kilometer gelaufen. Aufgrund des Schneemangels war die Strecke verkürzt worden. Bereits zum Anfang war volle Kondition gefragt, denn nicht nach gewohnten fünf Kilometern, sondern erst nach 6,6 Kilometern stand das erste Schießen an.  

Benedikt Doll, Einzel Biathlon, Ruhpolding (13.01.16)

Benedikt Doll

Der stärkste Auftritt aus deutscher Sicht gelang Benedikt Doll. Der 25-Jährige war läuferisch gut drauf und setzte nur am zweiten Schießstand zwei Schüsse daneben. Ansonsten räumte er alle Scheiben ab, was mit dem achten Platz honoriert wurde. Im Ziel hatte der Breitnauer 1:54,0 Minuten Rückstand auf  den Tagessieger. "Mit der Startnummer hatte ich Glück, denn nach hinten heraus ist es schneller geworden", sagte der Schwarzwälder, der mit der 47 losgelaufen war.

Auch Andreas "Andi" Birnbacher spielte im Konzert gut mit. Der Mann aus Schleching, der in der Chiemgau Arena jeden Meter kennt, schoss bei den ersten beiden Schießeinlagen je einmal daneben, hatte dann aber sein Visier in die richtige Position gebracht. Zweimal Null katapultierten ihn in der Endabrechnung auf  Rang 15.

Lesser knabbert an WM-Norm

Erik Lesser

Erik Lesser

Erik Lesser hatte nach vier Fehlern einen schweren Rucksack zu tragen. Doch an der letzten Anlage riss er sich zusammen und legte eine glatte Null hin. Der gebürtige Suhler packte noch einmal alle Reserven aus und lief mit der drittschnellsten Zeit aller Teilnehmer auf den 17. Platz. "Die Techniker haben gezaubert. Ich habe gemerkt, es geht was im Laufen, aber leider habe ich es am Schießstand nicht rübergebracht", meinte er. Allerdings knabbert Lesser weiter an der WM-Norm, die er immer noch nicht geknackt hat. Nach dem Klassiker wollte der Verfolgungs-Weltmeister aber keinen Gedanken an das noch fehlende Ticket für die Titelkämpfe in Oslo im März verschwenden: "Alle Fragen, die mit der WM-Norm zu tun haben, bringen mich auf 180. Die WM-Norm interessiert mich momentan überhaupt nicht."

Ein prima Einstieg in den Weltcup gelang Johannes Kühn. Er war für Daniel Böhm ins Team gerutscht. Beim ersten Schießen blieb Kühn fehlerlos, dann kamen jedoch nach vier Patzern noch vier Minuten drauf. Läuferisch war der Akteur aus Reit im Winkel aber gut aufgestellt und erreichte einen respektablen 21. Platz.

Peiffer weit abgeschlagen

Zur Enttäuschung im deutschen Lager wurde Arndt Peiffer, der den Reigen der DSV-Läufer von Position sechs eröffnet hatte. Beim ersten Schießen im Liegendanschlag räumte er alle Scheiben ab. Das fing fantastisch an, doch dann leistete er sich jeweils einen Fehler. Das machte Summa summarum drei Strafminuten. Dazu kam noch eine grottenschlechte Laufeinlage, die ihm am Ende den 62. Rang bescherte. Peiffer lakonisch: "Ich habe mich mit der Startnummer verpokert."

jmd/dpa/sid | Stand: 13.01.2016, 15:54

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