Auch ein Biathlon-Weltmeister bekommt nichts geschenkt

Benedikt Doll

Sprint in Östersund

Auch ein Biathlon-Weltmeister bekommt nichts geschenkt

Auch mit einem WM-Titel in der Tasche bekommt man nichts geschenkt. Das weiß Biathlet Benedikt Doll nur allzu gut. Der 27-Jährige arbeitet hart an seiner Form und Treffsicherheit, damit er auch nach dem Sprintcoup von Hochfilzen weitere Erfolge einfahren kann.

Im März 2012 gab Doll sein Debüt im Weltcup. Bis zu seinem Triumph bei den Titelkämpfen in diesem Jahr in Hochfilzen hat er immer weiter an seiner Form gefeilt, um zu den schnellsten Läufern im Feld aufzuschließen. Auch die Schwächen am Gewehr konnte er minimieren. Jetzt geht er hoch motiviert in das Sprintrennen in Östersund: "Man will die Erfolge ja auch wiederholen, deshalb arbeite ich weiter an mir", sagte der 27-Jährige, dessen "größte Baustelle" weiterhin beim Schießen liegt. "Da habe ich im Sommer recht viel gemacht." Immerhin hat er durch das fehlerfreie WM-Rennen - ein Wettkampf ohne Fehlschuss, was Doll zuvor nur einmal gelungen war - die Bestätigung geholt, dass er es in großen Wettbewerben kann.

Schießen ist vorallem Kopfsache

Eine Basis für weitere Erfolge, denn das Schießen ist bei den Skijägern vor allem Kopfsache. "Der Kopf", sagt Doll, "der ist manchmal einfach nicht da." Das habe mitunter keine besonderen Gründe, er sei dann schlichtweg "nicht komplett aufmerksam". In Folge unterlaufen ihm Fehler, die unnötig sind und wertvolle Sekunden kosten.

In der vergangenen Saison zeigte sich das im Gesamtweltcup, wo er nur der viertbeste Deutsche war. An seinem Stammplatz im Team hatte es zwar nie Zweifel gegeben, aber es fühlt sich doch ziemlich gut an, "nicht mehr wie das fünfte Rad am Wagen zu sein", so der Schwarzwälder: "Die anderen haben ja schon alle große Erfolge gefeiert. Endlich konnte ich nachziehen."

Zukunft wichtiger als Sponsorentermine

Zum Erfolg gehören dann natürlich auch zusätzlichen (Sponsoren-)Termine. Für Doll derzeit noch kein Problem. "Ich mache das gern, es belastet mich nicht", sagt er. Und außerdem kann er ja immer noch selbst mitentscheiden, wann er sich wo und wie zur Verfügung stellt. "Ich habe einen großen Teil der Termine abgesagt und war am Tag nach dem letzten Weltcup schon wieder in der Vorlesung", sagte Doll: der weiterhin sein Marketingstudium vorantreibt. "Weil mir meine Zukunft wichtiger ist als die Präsentation als Weltmeister." Und weil er nach wie vor nichts geschenkt bekommt.

Thema in: B5 aktuell, 02.12., 19.55 Uhr

Stand: 01.12.2017, 11:56

Biathlon | Weltcupstand Damen

Name P
1. Kaisa Mäkäräinen 196
2. Marte Olsbu 183
3. Synnöve Solemdal 179
4. Julia Dschima 175
5. Denise Herrmann 167

Biathlon | Weltcupstand Herren

Name P
1. Martin Fourcade 264
2. Johannes Thingnes Bö 238
3. Jakov Fak 216
4. Simon Schempp 176
5. Tarjei Bö 170

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