Traum von Olympia für Volleyballer geplatzt

Denys Kaliberda

Nur vierter Platz beim Qualifikationsturnier

Traum von Olympia für Volleyballer geplatzt

Trotz einer starken Vorstellung am Finaltag des Quali-Turniers in der deutschen Hauptstadt ist für die deutschen Volleyballer der Traum von Olympia in Rio geplatzt. Das Team von Bundestrainer Vital Heynen unterlag im Spiel um Platz drei Weltmeister Polen mit 2:3 (25:20, 22:25, 25:16, 26:28, 14:16) und verpasste damit erstmals seit 2004 wieder die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), die im vierten Satz einen Matchball vergab, hätte mindestens Platz drei belegen müssen, um noch bei einem weiteren Ausscheidungsturnier im Mai/Juni 2016 in Japan starten zu dürfen. Dort treten der Zweite und Dritte von Berlin an, der Turniersieger ist direkt für Rio qualifiziert. Damit fehlen die deutschen Männer, die in Peking 2008 Platz neun und vier Jahre später in London den fünften Platz belegt hatten, erstmals wieder bei den Spielen.

Grozer verkündet Abschied vom Nationalteam

Nach dem enttäuschenden Olympia-Aus kündigte Diagonalangreifer Georg Grozer das Ende seiner Karriere im Nationalteam an: "Eigentlich wollte ich nach Olympia in Rio aufhören, doch das hat sich ja jetzt erledigt. Ich höre jetzt auf, zumindest für die nächsten ein, zwei Jahre", meinte Grozer

Vital Heynen ließ seine Zukunft als Bundestrainer zunächst offen: "Ob ich weiter mache, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Das hier ist auch nicht der richtige Ort dafür", sagte der Belgier.

Im fünften Spiel innerhalb von sechs Tagen fehlten im entscheidenden Satz die Kraft und die Konzentration. Vor 7.000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle konnten die Gastgeber zunächst an die starke Vorstellung aus dem Gruppenspiel gegen Polen am Freitagabend (3:2) anknüpfen. Vor allem der wiedererstarkte Grozer brachte die Deutschen immer wieder in Führung.

Grozer mit starker Vorstellung

Der Diagonalangreifer zeigte sich im Vergleich zum Vortag beim 1:3 gegen Russland im Halbfinale deutlich verbessert und stellte den Gegner mit seinem brachialen Spiel vor Probleme. Allein in den ersten drei Durchgängen gelangen ihm 16 direkte Punkte - eine starke Bilanz.

Der zweite Satz war ebenfalls hart umkämpft. Die DVV-Mannschaft schwächte sich selbst durch schlechte Angaben, stand aber im Block gut. In der entscheidenden Phase jedoch scheiterten die deutschen Angreifer dreimal am polnischen Block - und der Weltmeister nutzte den zweiten Satzball zum 25:21.

Polen am Ende frischer

Georg Grozer

Georg Grozer - starke Leistung, große Enttäuschung

Im dritten Satz war dann wieder Grozer der entscheidende Mann. Dank der Angriffe des Zwei-Meter-Hünen zogen die Deutschen auf 18:13 davon und holten sich den Abschnitt am Ende klar mit 25:16. Im vierten Satz machten es die Polen nach langer deutscher Dominanz noch einmal spannend und übernahmen mit 22:21 die Führung. Am Ende hatten sie mit 28:26 noch das bessere Ende für sich.

Auch im Tiebreak präsentierte sich der Weltmeister frischer und entschied den Volleyball-Krimi schließlich für sich. Erstmals seit 1992 ist keines seiner Hallenteams bei Olympia dabei. Die Frauen hatten ihre letzte Chance beim Qualifikationsturnier zuletzt verspielt.

Russland für Olympia qualifiziert

Am Sonntagabend lösten Russlands Volleyballer das Ticket für die Sommerspiele in Rio. Der Olympiasieger setzte sich im Finale gegen Europameister Frankreich mit 3:1 (14:25, 25:16, 25:23, 25:21) durch.

sid | Stand: 10.01.2016, 16:14

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