Volleyballer ihrem Ziel ganz nahe

Jubel beim deutschen Team

Kampf um ein Olympia-Ticket

Volleyballer ihrem Ziel ganz nahe

Nach zwei ganz starken Auftritten beim Olympia-Qualifikationsturnier in Berlin wollen sich die deutschen Volleyballer belohnen. Um das Ticket nach Rio direkt zu buchen, müssen noch zwei weitere Siege her.

Für den Traum von den Olympischen Spielen gönnten sich die deutschen Volleyballer keine Pause. Nur 15 Stunden nach dem erfolgreichen Halbfinal-Einzug beim Qualifikationsturnier in Berlin stand das Team von Bundestrainer Vital Heynen am für sie spielfreien Donnerstag (07.01.15) wieder in der Halle und trainierte für das großes Ziel. Zwar war den Deutschen der Spaß nach dem starken Auftakt mit zwei 3:0-Siegen gegen Belgien und Serbien deutlich anzusehen, eins will die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes aber vor allem nicht: sich auf dem Teilerfolg ausruhen.

Chance zum Greifen nah

"Wir sind hier für Olympia, das Herz muss Feuer haben, damit man weiterkommt", sagte Diagonal-Angreifer Georg Grozer, Star und bisher bester Punktesammler des deutschen Teams. Denn die Chance, beim stark besetzten Acht-Nationen-Turnier einen der ersten drei Plätze zu belegen, ist zum Greifen nah. Noch ein Sieg in der Finalphase, und die Hoffnung auf die Teilnahme an Rio besteht weiter. Mit zwei Erfolgen am Wochenende wäre das Team sogar Turniersieger und direkt für Olympia qualifiziert. Als Zweiter oder Dritter besteht über den Umweg eines weiteren Ausscheidungsturniers in Japan im Mai und Juni noch eine Qualifikationschance.

"Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten, um einen der ersten drei Plätze zu holen. Nach heute bin ich davon zu 100 Prozent überzeugt", sagte Bundestrainer Vital Heynen, der selbst vom Auftreten seiner Mannschaft überrascht wurde: "Ich war nicht vorbereitet auf zwei 3:0-Siege an den ersten beiden Tagen. Manchmal bereite ich alles vor, aber das nicht."

"Spieler wollen alle spielen"

Offen ist deshalb noch die Frage, ob Heynen seinen Stammspielern in der abschließenden Gruppenbegegnung gegen Weltmeister Polen weniger Zeit auf dem Feld gönnt. Beim Mammutprogramm von fünf Spielen in sechs Tagen ist eine geschickte Dosierung womöglich ein entscheidender Faktor. "Es ist noch nicht klar. Ich habe das Gefühl, die Spieler wollen alle spielen. So muss es auch sein. Wir werden aber noch mal reden", sagte Heynen: "Wenn die Spieler alle absolut spielen wollen, dann ist es als Trainer schwierig, nein zu sagen. Wo es hingeht, weiß ich nicht genau. Die beste Lösung habe ich noch nicht."

Denn die Gefahr besteht, dass seine Schlüsselspieler den Rhythmus verlieren oder das Team den Gruppensieg verpasst - gegen die starken Polen wäre aber auch in Topbesetzung ein Erfolg äußerst schwer. Bei der WM 2014 unterlagen die Deutschen den damaligen Gastgebern im Halbfinale 1:3.

"Nicht die Handbremse anziehen"

Die deutschen Spieler hätten nach dem starken Auftritt gegen Serbien ohnehin wohl am liebsten direkt die nächsten Aufgaben in Angriff genommen. "Wir müssen das Polen-Spiel nutzen, um das gute Gefühl nicht in die Tonne zu treten", sagte Zuspieler Lukas Kampa. Und Außenangreifer Christian Fromm betonte: "Mit Blick auf das Wochenende dürfen wir nicht die Handbremse anziehen."

Denn die Emotionalität war einer der Schlüssel der Deutschen. Noch in der Mannschaftssitzung vor dem Duell gegen Serbien hatte der in Südkorea aktive Grozer an sein Team appelliert, mit mehr Herz zu agieren. Es gelang. "Wir haben endlich emotional gespielt und hatten eine heiße Atmosphäre in der Mannschaft. Wir müssen heiß bleiben - von Anfang bis Ende", sagte er.

sid | Stand: 07.01.2016, 13:53

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