Marcel Nguyen turnt zum Weltcup-Sieg
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Erster Heimauftritt nach Olympia
Marcel Nguyen turnt zum Weltcup-Sieg
In starker Form präsentierte sich Marcel Nguyen beim Turn-Weltcup in Stuttgart. Kollege Philipp Boy erklärte derweil seinen Rückzug vom Turnsport.
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Marcel Nguyen hat am Sonntag in Stuttgart seinen ersten Sieg im Turn-Weltcup erkämpft. Bei seinem ersten internationalen Heimauftritt nach den Olympischen Spielen wies der Unterhachinger vor 5.000 Zuschauern mit 90,232 Punkten starke Form nach und holte sich 15.000 Schweizer Franken (9.600 Euro) Preisgeld.
Aufholjagd von den hinteren Plätzen
Wie bei den Olympischen Spielen begann Nguyen eine Aufholjagd von den hinteren Rängen, nachdem er am Boden bei der zweiten Akrobatik-Reihe gepatzt hatte. Im Weltklassefeld mit sechs der neun besten Mehrkämpfer von London verbesserte er sich nach dem Barren auf Platz zwei. Am Reck schob sich Nguyen mit einer Glanzübung am führenden Purvis vorbei.
In der Gesamtwertung übernahm der 25-jährige Olympia-Zweite nach zwei von fünf Weltcup-Veranstaltungen damit die Führung. Mit 90 Punkten verwies er Danell Leyva (USA) und Daniel Purvis (Großbritannien/beide 80) auf Platz zwei. Purvis (89,397) kam auch in Stuttgart auf Rang zwei vor dem Russen David Beljawski (89,298). Der bisher im Weltcup führende Leyva konnte in Stuttgart nur am Reck glänzen und musste mit Mehrkampf-Rang fünf zufrieden sein.
Boy beendet Karriere
Begeistert gefeiert wurde im "Wimbledon des Turnens" auch der Cottbuser Philipp Boy. Er wurde vom Deutschen Turnerbund nach Beendigung seiner erfolgreichen Karriere offiziell verabschiedet. Boy hatte verkündet, was alle geahnt hatten. Der Turnstar hat Sorgen um seine Gesundheit und macht deshalb Schluss. Mit nur 25 Jahren verlässt einer der besten Turner der vergangenen Jahre das Podium.
Bremse im Kopf
"Es hat sich zu viel im Kopf festgesetzt. Ich hatte Probleme vor allem am Reck, an dem ich in London etwas reißen wollte", erklärte Boy und sprach noch einmal über die "Bremse im Kopf", seit er genau vor einem Jahr in Stuttgart einen spektakulären Sturz vom Königsgerät glücklich überstanden hatte. "Seitdem konnte ich die Stange einfach nicht mehr loslassen. Ich habe mir zuviel Gedanken gemacht, konnte das Problem nicht lösen", sagte Boy. Nun hat die Angst um seinen Körper nach 21 Jahren Leistungssport gesiegt. Auch das Flehen von vielen Dutzend Freunden via Facebook konnte ihn in seiner Entscheidung nicht beeinflussen: "Ich habe gespürt, dass ich in vier Jahren in Rio nicht mehr um Olympia-Medaillen kämpfen kann. Insofern war es der logische Schritt."
dpa/red | Stand: 02.12.2012, 16:01