Turn-WM - Nguyen steht im Finale

Marcel Nguyen

Turn-Weltmeisterschaft in Montreal

Turn-WM - Nguyen steht im Finale

Marcel Nguyen hat am Barren zum ersten Mal das Finale einer WM erreicht. Philipp Herder zog ins Mehrkampf-Finale ein, Andreas Toba ging bei seinem Comeback leer aus.

Im sechsten Anlauf binnen zwölf Jahren hat sich Turn-Routinier Marcel Nguyen bei den Weltmeisterschaften in Montreal erstmals für ein WM-Gerätefinale qualifiziert. Die bereits am Montag (02.10.2017) im Vorkampf erturnten 14,933 Punkte reichten am Barren zum siebten Platz, sichtlich erleichtert erhob sich der 30-Jährige von seinem Platz auf der Athletentribüne.

Dass er fast bis zur letzten Übung um seine Teilnahme im Endkampf am Sonntag bangen musste, hatte sich der Ex-Europameister indes selbst zuzuschreiben. Mehrere kleine Fehler summierten sich zu Abzügen, angesichts der starken Konkurrenz wurde es ziemlich eng für Nguyen. "Hier sind eben verdammt viele gute Barrenturner", sagte der Olympia-Zweite von London 2012.

Auch Herder im Finale

Auch Nguyens Teamkollege Philipp Herder erreichte am Dienstag als Beobachter sein sportliches Ziel. Der EM-Zehnte hatte trotz eines Sturzes beim Reckabgang 79,831 Zähler vorgelegt. Das reichte für den Berliner, um als 17. ins Mehrkampf-Finale der besten 24 Athleten am Donnerstag einzuziehen.

Toba enttäuscht

Andreas Toba machte derweil die schmerzliche Erfahrung, dass auf dem Weg zurück in die internationale Spitze noch viel Arbeit auf ihn wartet. Nach zwei Mittelklasseübungen am Pauschenpferd und an den Ringen musste der olympische Turnheld von Rio de Janeiro erkennen, dass drei Knieoperationen und eine fast einjährige Wettkampfpause nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sind.

"Das ist schon ein bisschen frustrierend, denn ich habe ja viel trainiert", räumte der Hannoveraner in den Katakomben des Olympiastadions ehrlich ein. Keiner hatte vom letztjährigen deutschen Mehrkampf-Meister einen Finaleinzug erwartet, doch schwache Wertungen von 12,933 Punkten am Pauschenpferd und 12,900 Zählern an den Ringen nagten an Toba, der am Samstag 27 Jahre alt wird.

Tobas weiter Weg zurück

"Es ist gut, dass ich hier gesehen habe, auf was jetzt Wert gelegt wird, worauf ich achten und was ich verbessern muss. Ich weiß jetzt wieder, wie es auf der internationalen Bühne aussieht", sagte Toba, der erst bei Olympia 2016 aus dem Schatten von Nguyen und Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen getreten war. In Rio hatte Toba eine Pauschenpferd-Übung mit gerissenem Kreuzband beendet und war dafür anschließend mit viel Lob und zahlreichen Preisen, darunter dem "Bambi", ausgezeichnet worden.

red/sid | Stand: 03.10.2017, 18:58

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