Deutsches Turn-Team muss sich neu sortieren

Ohne Hambüchen – aber mit Toba

Deutsches Turn-Team muss sich neu sortieren

Bei der Einzel-Weltmeisterschaft in Montreal treten die deutschen Turner ohne Olympiasieger Fabian Hambüchen, aber mit Olympiaheld Andreas Toba an. Die Rückkehrerinnen Elisabeth Seitz und Tabea Alt sollen für Erfolg bei den Frauen sorgen.

Die deutsche Mannschaft hat dieses Jahr mit einigen Änderungen zu kämpfen. Nach dem Rücktritt von Fabian Hambüchen aus der deutschen Nationalriege wird Cheftrainer Andreas Hirsch künftig ohne den 29-Jährigen auskommen müssen. Mit Andreas Toba darf der Coach indes einen Rückkehrer begrüßen.

In Montreal feiert der "Hero de Janeiro" sein Comeback. Der Hannoveraner hatte sich bei den Spielen in Brasilien im vergangenen Jahr einen Kreuzbandriss zugezogen und will in Montreal auf der internationalen Turnbühne wieder angreifen.

"Bei mir ist eine extreme Vorfreude da. Und eine Wahnsinnslust, endlich wieder in einem großen Wettkampf zu sein. Man will ja zeigen, was man kann. Keiner soll denken, dass ich nur im Krankenhaus gelegen habe", sagt Toba.

Keine Medaillen-Hoffnungen

Bei der reinen Einzel-Weltmeisterschaft in Kanada rechnen die Deutschen jedoch nicht unbedingt mit Medaillen. "Wir sind im Plan, die Möglichkeiten sind gegeben. Aber es wird nicht leicht werden, sie auch zu nutzen", sagt Cheftrainer Hirsch vor den Welttitelkämpfen.

Die deutschen Turner Andreas Toba und Andreas Bretschneider trainieren in der Olympic Arena

Die deutschen Andreas Toba und Andreas Bretschneider beim Training

Der 27-jährige Toba wird am Pauschenpferd und an den Ringen starten, realistische Endkampfchancen hat er aber nicht. Für den ehemaligen Europameister Marcel Nguyen am Barren und Andreas Bretschneider am Reck wären Final-Qualifikationen ebenfalls ein Erfolg.

Frauen können aus den Vollen schöpfen

Anders ist die Lage bei den Frauen: Bundestrainerin Ulla Koch hingegen kann beinahe aus dem Vollen schöpfen. Gleich vier Starterinnen aus Rio de Janeiro treten in Kanada an.

Mit dabei ist Elisabeth Seitz am Stufenbarren, die ihre Rückenprobleme rechtzeitig überwunden hat. Weitere Medaillenchancen hat Pauline Schäfer aus Chemnitz, die am Schwebebalken zuletzt überzeugte. Zudem kehrt die Weltcup-Gesamtsiegerin Tabea Alt nach einer Wettkampfauszeit zurück.

Auf der 17-jährigen Alt aus Ludwigsburg ruhen die deutschen Medaillenhoffnungen. In ihrer ersten Weltmeisterschaft will Alt "zeigen, wer ich bin und was ich kann". Mindestens das Mehrkampf-Finale soll es werden. Und auch eine Medaille ist durchaus realistisch. "Tabea ist unheimlich überlegt und fokussiert. Ich kann nicht sagen, dass sie an irgendeinem Gerät an ihren Grenzen angekommen ist", schwärmt Trainerin Koch.

Stand: 02.10.2017, 12:29

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