Lindemann stürmt in Hamburg aufs Podest

Laura Lindemann

Triathlon-WM-Serie

Lindemann stürmt in Hamburg aufs Podest

Die Ziele waren bescheiden, die Leistung war stark: Triathletin Laura Lindemann überzeugt beim WM-Heimspiel in Hamburg mit Rang drei. Bei den Männern landet der beste Deutsche auf dem 15. Platz.

Mit einem starken Schlussspurt ist Laura Lindemann erstmals in ihrer Triathlon-Karriere auf das Podium bei einem Rennen der World Triathlon Series gestürmt. Auf den letzten 200 Metern kämpfte die 21-Jährige aus Potsdam am Samstag (15.07.2017) beim WM-Heimspiel in Hamburg die Amerikanerin Katie Zaferes nieder und wurde Dritte. "Ich habe alles gegeben. Mehr ging nicht", sagte die U23-Weltmeisterin und Sprint-Europameisterin im ZDF. 

Über die Sprintdistanz von 750 Metern Schwimmen in der Binnenalster, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen waren nur die überragende Titelverteidigerin Flora Duffy von den Bermudas und die Australierin Ashleigh Gentle schneller als die Deutsche. Es war zugleich der erste Podestplatz bei einem WM-Rennen für die Deutsche Triathlon Union (DTU) seit Anne Haugs Rang zwei im April 2014 in Auckland.

"Die Zuschauer haben sehr geholfen"

Hamburg war die fünfte Station von neun Veranstaltungen der diesjährigen WM-Serie. Lindemann lieferte ein couragiertes Rennen ab und lag stets mit im Vorderfeld. Als es darauf ankam, konnte sich die Olympia-Teilnehmerin wie schon bei ihrem EM-Titel vor drei Wochen in Düsseldorf auf ihre Spurtqualitäten verlassen und wurde von den Tausenden Zuschauern auf dem Rathausmarkt gefeiert. "Die Zuschauer haben sehr geholfen und mich getragen", meinte sie.   

Lindemann zeigte, dass sie die derzeit einzige deutsche Triathletin ist, die sich langfristig in der Weltspitze etablieren könnte. An Flora Duffy reicht sie aber noch nicht heran. Die 29-Jährige feierte in Hamburg ihren dritten Erfolg nacheinander in der diesjährigen World Triathlon Series und war im Ziel 31 Sekunden schneller als Gentle.

Nieschlag muss abreißen lassen

Getrübt wurde das Rennen vom Unfall der Französin Cassandre Beaugrand und der Japanerin Juri Ide. Die beiden Triathletinnen waren nach dem Ende der dritten von sechs Rad-Runden auf der Holzrampe in der Wechselzone gestürzt. Beide mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Bei der Französin besteht der Verdacht auf eine Fußverletzung, Ide soll sich an der Hüfte verletzt haben. Ursache für den Unfall soll ein Loch in der von einem blauen Teppich bedeckten Rampe gewesen sein. Sofort nach dem Sturz wurde die Stelle repariert.

Im Rennen der Männer-Elite wiederholte der Spanier Mario Mola seinen Vorjahressieg. Der Weltranglistenzweite setzte sich vor dem Australier Jacob Birtwhistle und dem Neuseeländer Ryan Sissons durch. Die beiden deutschen Vertreter hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Justus Nieschlag aus Lehrte, vor dem abschließenden Laufen noch an der Spitze, kam auf den 15. Platz. Rang 47 belegte Lasse Lührs (Potsdam).

Spitzenreiter Alarza kommt nicht ins Ziel

Für Mitfavorit Fernando Alarza war das Rennen schon nach der ersten Runde auf dem Rad beendet. Der Spanier, derzeit Spitzenreiter in der World Series, wurde bei einem Sturz zwar nur leicht verletzt, doch sein Sportgerät war nicht mehr funktionstüchtig. Auslöser für den Unfall war vermutlich ein Fahrfehler.

SID, dpa | Stand: 15.07.2017, 17:01

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