Ironman Hawaii – Frodeno greift nach dem Triple

Jan Frodeno

Langdistanz-WM am 14. Oktober im Liveticker

Ironman Hawaii – Frodeno greift nach dem Triple

Die Weltmeisterschaften auf Hawaii sind der Höhepunkt der Ironman-Saison. Deutschlands Vorzeigeathlet Jan Frodeno hofft auf den dritten Sieg in Folge. sportschau.de berichtet am Samstag per Liveticker vom wichtigsten Triathlon der Welt.

Aus deutscher Sicht macht die Vorbereitung auf die Ironman-Weltmeisterschaften in diesem Jahr besonders viel Spaß. Wer auch immer sich mit dem härtesten und beliebtesten Langdistanz-Triathlon der Welt auseinandersetzt, stolpert früher oder später über die Ergebnisse des vergangenen Jahres. Auf der Pazifikinsel Hawaii teilten damals drei Profi-Athleten aus Deutschland das Männer-Podium unter sich auf.

Jan Frodeno verteidigte seinen Titel aus dem Jahr 2015, sein ärgster Konkurrent Sebastian Kienle wurde Zweiter, Shootingstar Patrick Lange nach einem Rekord-Marathonlauf (2:39:45 Stunden) Dritter. Und das Allerbeste für Triathlon-Fans in Deutschland: Eine Wiederholung solch schwarz-rot-goldener Ergebnisse ist nicht ausgeschlossen – auch wenn Frodeno ein wenig auf die Euphoriebremse tritt.

Vorsicht vor zu hohen Erwartungen

"Das Problem an Hawaii ist immer die Erwartungshaltung", sagt der 36-Jährige, der in diesem Jahr den Ironman Austria in Klagenfurt für sich entschied (7:57:20) und zudem in Immenstadt im Allgäu den deutschen Meistertitel über die Mitteldistanz einheimste. "Wenn man mit den eigenen Zeiterwartungen, die man in den europäischen Rennen vorgelegt hat, nach Hawaii fährt, sollte man noch einiges drauf rechnen. Man muss sich darauf einstellen, dass es einfach härter ist."

Härter könnte es für Frodeno auf dem Weg zu seinem dritten Hawaii-Sieg in Folge auch deshalb werden, weil er in Kienle einen womöglich noch stärkeren Konkurrenten sieht als sonst. Der 33-Jährige sicherte sich im Juli zum zweiten Mal in Folge den Europameisterschafts-Titel (7:41:42 – persönliche Bestzeit), verpasste bei der 70.3-WM im September aber das Podest.

Kienle gehört zu den Stärksten auf dem Rad, einen ausreichend großen Vorsprung gegenüber Frodeno kann er sich auf der 180 Kilometer langen Strecke nur selten erarbeiten – erst recht nicht in der Lavawüste von Big Island. "Es gibt viele Rennen, wo ich genau sagen könnte, den Vorsprung brauche ich und ich habe das Rennen gewonnen", sagt Kienle. "Das Rennen auf Hawaii ist aber eines der wenigen, wo es das nicht gibt. Dort gibt es einfach keine sicheren Vorsprünge."

In dasselbe Lied können vermutlich jene 20 Athleten einstimmen, die der Vorjahres-Dritte Patrick Lange während seines Rekordlaufs im vergangenen Jahr überholt hat. Auf Position 24 liegend war er vom Rad gestiegen, als Dritter kam er am Ende ins Ziel. Den letzten für Hawaii nötigen Push holte sich der Nordhesse Mitte September, als er den Ironman 70.3 auf Rügen gewann.

Lange hofft auf den Rügen-Push

"Rügen hat mir noch einmal ziemlich viel Aufwind gegeben", sagt Lange. "Jeder weiß aber, dass Hawaii seine eigenen Regeln hat. Letztes Jahr hatte ich den Vorteil, dass ich unter dem Radar fliegen konnte. Die Konkurrenz wird diesmal die Messer gewetzt haben und sich auf mich einstellen."

Apropos Konkurrenz: Auf der Liste mit den Namen der international aussichtsreichsten Starter wurde am Donnerstag ein Name gestrichen. Der 39 Jahre alte Ironman-Rekordhalter Tim Don aus Großbritannien wurde beim Radtraining von einem Auto angefahren und erlitt einen Halswirbelbruch. Er müsse aber nicht operiert werden, berichtete er in einem Video bei Instagram aus einem Krankenhaus in Honolulu. Don hatte in diesem Jahr in 7:40:23 Stunden eine Ironman-Weltbestzeit aufgestellt.

Ryf Favoritin – Beranek aufs Podium?

Bei den Frauen gilt erneut Daniela Ryf als Top-Favoritin. Die Schweizerin peilt genau wie Frodeno ihren dritten Titel in Folge an. Aus deutscher Sicht dürfte Anja Beranek die besten Karten haben. Nach ihrem vierten Platz im vergangenen Jahr erhofft sich die 32 Jahre alte gebürtige Bambergerin nun den Sprung aufs Podium. Doch die Konkurrenz ist hart: Frankfurt-Siegerin Sarah Crowley aus Australien (8:47:58), die überaus starke Schwimmerin Lucy Charles (Großbritannien) sowie die erfahrene Dänin Michelle Vesterby können ebenfalls vorne mitmischen.

Den Verlauf der Ironman-WM auf Hawaii können Sie am Samstag (14. Oktober) ab 18.15 Uhr im Liveticker hier bei sportschau.de verfolgen.

Stand: 13.10.2017, 10:22

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