"Der Ironman ist eine Grenzerfahrung"

Läufer beim Ironman Hawaii

WM auf Hawaii am 14. Oktober im Liveticker

"Der Ironman ist eine Grenzerfahrung"

Von Patrick Stricker und Marco Deutmeyer

Am Samstag findet auf Hawaii die Ironman-WM statt. Nicht viele kennen den Wettbewerb so gut wie Hannes Blaschke. Der Experte und Kult-Triathlet glaubt: Das aus deutscher Sicht starke Ergebnis des vergangenen Jahres kann sich durchaus wiederholen.

Wenn Hannes Blaschke über den Ironman Hawaii spricht, funkeln seine Augen wie die eines Kindes an Heiligabend. Der heute 57-Jährige kennt den Mythos, der rund um den härtesten Triathlon der Welt entstanden ist. "Der Ironman ist eine Grenzerfahrung – und jede Grenzerfahrung ist irgendwo auch gefährlich", sagt der Kult-Triathlet und Ironman-Experte über den Wettkampf, der sich über 3,86 Kilometer Schwimmen im Pazifik, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathonlauf in einer einsamen Lavawüste erstreckt.

"Man begibt sich in eine körperliche und geistige Grenzsituation. Aber der Mensch ist ein Grenzgänger. Von daher ist es verständlich, dass Menschen das versuchen – es steckt steckt einfach in uns drin."

1982, Blaschke war damals Student in Augsburg, verfolgte er im Schwarz-Weiß-Fernsehen erstmals das sportliche Treiben auf Hawaii. Gepackt von der Faszination, stand er nur zwei Jahre später selbst an der Startlinie. Ein weiteres Jahr darauf – der Wettbewerb fand damals erst zum siebten Mal statt – erzielte er sein bestes Ergebnis: Mit Rang vier schrammte er nur knapp am Podium vorbei.

Auch heute ist Blaschke nach wie vor in der Triathlon-Szene bekannt und aktiv, er managt unter anderem Sebastian Kienle, den Weltmeister des Jahres 2014. Er weiß um die historische Bedeutung des Hawaii-Rennens – und rechnet für den 14. Oktober fest mit einem packenden Rennen, im dem sowohl sein Schützling Kienle als auch Titelverteidiger Jan Frodeno im Mittelpunkt stehen könnten.

Aber auch hinter den beiden bekanntesten Gesichtern der Branche – nach Kienle gewann Frodeno sowohl im Jahr 2015 als auch 2016 – gebe es aus deutscher Sicht eine "unheimlich breite Spitze", wie Blaschke sagt. "Von einem Andi Böcherer über einen Patrick Lange bis hin zu den vielen Namen, die ich jetzt leider nicht alle aufzählen kann: Wir haben Mega-Athleten am Start, und auch in diesem Jahr wird es wieder ein ganz großes Rennen der Deutschen werden."

Wenn der Ironman-Experte so etwas sagt, denkt er vor allem an das Ergebnis des vergangenen Jahres, als mit Frodeno, Kienle und Shootingstar Lange drei deutsche Athleten auf den ersten drei Plätzen landeten.

Für Blaschke ist solch ein Resultat kein Wunder. "Ich glaube, dass dieser Sport irgendwo zu uns Deutschen passt", sagt er und vermutet vor allem die berühmten Tugenden als Erfolgsrezept. "Auch wenn man es nicht so verallgemeinern darf: Aber Disziplin, Pünktlichkeit, Beharrlichkeit – das sind alles Dinge, die sich in diesem Sport auszahlen." Triathlon-Deutschland hätte sicherlich nichts dagegen, wenn auch im Jahr 2017 Schwarz, Rot und Gold beim Ironman Hawaii die ersten drei Plätze einnähmen.

Den Verlauf der Ironman-WM auf Hawaii können Sie am Samstag (14. Oktober) ab 18.15 Uhr im Liveticker hier bei sportschau.de verfolgen.

Stand: 10.10.2017, 18:47

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