Plattfuß-Pech für Frodeno – Starker Frommhold in Südafrika

Nils Frommhold, hier beim Challenge Roth 2016.

Plattfuß-Pech für Frodeno – Starker Frommhold in Südafrika

Der Saisoneinstand von Jan Frodeno geht daneben. Bei einem Reifendefekt verliert der Ironman-Champ auf der Halbdistanz viel Zeit und steigt aus. Landsmann Andreas Dreitz verpasst das Podest knapp. Dafür schafft es Nils Frommhold beim Ironman Südafrika aufs Podium.

Auf Deutschlands Eisenmänner bleibt Verlass. Am Tag nach Jan Frodenos Plattfuß-Pech auf der Halbdistanz im kalifornischen Oceanside knackte Triathlet Nils Frommhold beim Ironman Afrika die magische Acht-Stunden-Marke. Der 30-Jährige benötigte am Sonntag im südafrikanischen Port Elizabeth 7:59:39 Stunden. 

Für seinen vierten Erfolg über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen reichte es dennoch nicht: Ben Hoffmann aus den USA war 50 Sekunden schneller als Frommhold und wiederholte beim Ironman Afrika seinen Sieg vom Vorjahr. Hoffmanns Siegerzeit von 2016 unterbot auch Frommhold um fast eine Viertelstunde. Starker Sechster wurde der 32 Jahre alte Eitelborner Boris Stein.   

Ryf siegt in Südafrika – Stienen Vierte

Bei den Frauen schaffte es die gebürtige Rheinbergerin Astrid Stienen nach 9:24:37 Stunden auf den vierten Platz. Katja Konschak wurde Sechste (9:25:40), Katharina Grohman Zehnte (9:29:20). Es siegte Weltmeisterin Daniela Ryf trotz Rückenproblemen in der Streckenrekordzeit von 8:47:01 Stunden. Zweite wurde die Finnin Kaisa Lehtonen (8:52:25), die ebenfalls noch unter neun Stunden blieb. Auf Rang drei schaffte es die Britin Susie Cheetham (9:04:48).

So ähnlich, wenn nicht sogar noch besser hätte das Rennen für den zweimaligen Ironman-Weltmeister Frodeno und Landsmann Andreas Dreitz tags zuvor über die 70.3-Distanz enden können. Dreitz verpasste um lediglich 20 Sekunden den dritten Platz, Frodeno war mit klarer Führung aus dem Wasser nach 1,9 Kilometern Schwimmen gekommen. Dann aber bremsten ein platter Reifen sowie eine nicht funktionierende CO2-Patrone den 35 Jahre alten gebürtigen Kölner schon auf dem ersten Drittel der 90 Kilometer langen Radstrecke.

Frodeno: "An manchen Tagen soll es nicht sein"

"Ich stand eine gefühlte Ewigkeit an der Strecke", sagte er. Frodeno stieg zwar noch mal auf sein Rad, dann aber vor dem abschließenden Halbmarathon aus. Zumal auch noch der Rücken zwickte. "An manchen Tagen soll es eben nicht sein", meinte Frodeno, haderte nicht lange und schaute schon auf den nächsten Triathlon in drei Wochen.

Er stieg noch am gleichen Tag wieder in den Flieger. Am 23. April möchte der Olympiasieger von 2008 auf Sardinien erneut über die Halbdistanz antreten. Den ersten Ironman in diesem Jahr will Frodeno am 2. Juli in Klagenfurt bestreiten. Am 14. Oktober will er seinen Titel auf Hawaii auf der Suche nach einem perfekten Rennen erneut verteidigen - möglichst ohne platten Reifen.

Sanders triumphiert in Oceanside

Den Sieg in Oceanside, wo Frodeno 2014 und 2015 gewonnen hatte, sicherte sich der Kanadier Lionel Sanders. Er benötigte bei der Wiederholung seines Vorjahreserfolges 3:50:04 Stunden, Zweiter wurde der Amerikaner Chris Leifermann vor dem Schweizer Ronnie Schildknecht und Dreitz. "So, so eng", schrieb der 28 Jahre alte Deutsche auf Facebook. Dreitz war als Zweiter auf die Laufstrecke gewechselt und wurde erst auf den letzten Metern von Schildknecht von einem Podiumsrang verdrängt. "Dennoch ein guter Start in die Saison."

dpa | Stand: 02.04.2017, 20:11

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