Deutsche Tischtennisteams gewinnen und verlieren EM-Finals

Patrick Baum

EM in Jekaterinburg

Deutsche Tischtennisteams gewinnen und verlieren EM-Finals

Die deutschen Tischtennis-Männer haben das EM-Finale knapp verloren. Die Frauen hatten zuvor Grund zum Jubeln.

Die deutschen Männer verloren am Dienstagnachmittag (29.09.15) im Finale in Jekaterinburg gegen Österreich mit 2:3 und verpassten so ihren siebten EM-Titel. Das Team um Einzel-Europameister Dimitrij Ovtcharov musste wie im Vorjahr in Lissabon mit Platz zwei zufrieden sein. Zwei Siege Ovtcharovs waren gegen die starken und sehr ausgeglichen besetzten Österreicher zu wenig. "Das ist schon sehr enttäuschend. Wir hatten uns gut vorbereitet, aber es haben wohl etwas die Nerven und Kondition gefehlt", urteilte Ovtcharov.

In einem äußerst intensiv geführten Marathon-Match fand die Auswahl von Bundestrainer Jörg Roßkopf nicht den Schlüssel zum siebten EM-Titel. Patrick Baum und Patrick Franziska konnten gegen das Austria-Trio Robert Gardos, Stefan Fegerl und Daniel Habesohn nicht punkten. Das Fehlen des verletzten Rekord-Europameisters Timo Boll machte sich erstmals bemerkbar. Am Ende jubelten die Österreicher nach mehr als vier Stunden Spielzeit über ihren ersten EM-Titel in 57 Jahren. "Gratulation an Österreich und Hut ab. Das ist eine schmerzliche Niederlage", erklärte der neue DTTB-Sportdirektor Richard Prause. "Für uns kann das nur ein Ansporn sein. Wir müssen richtig Gas geben", fügte Prause - früher Trainer der Österreicher - hinzu.

Frauen gewinnen Finale klar

Petrissa Solja

Petrissa Solja

Das Frauen-Team von Bundestrainerin Jie Schöpp setzte sich zuvor im EM-Endspiel deutlich mit 3:0 gegen Rumänien durch und machte den dritten EM-Titel nach 2013 und 2014 perfekt. Dreimal EM-Gold in Serie hatten zuvor nur die Spielerinnen aus den Niederlanden geholt, die zwischen 2008 und 2011 sogar vier Turniersiege verbuchten. "Das war sehr beeindruckend", lobte Sportdirektor Richard Prause den souveränen Auftritt mit lediglich zwei Satzverlusten.

In der insgesamt einseitigen Neuauflage des EM-Finales von 2013 holte die deutsche Meisterin Petrissa Solja (Berlin) den entscheidenden Punkt für die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). "Es ist ein toller Moment, den entscheidenden Sieg zu einem so wichtigen Erfolg zu holen", sagte Solja kurz nach Spielende. Zuvor hatten die aus China eingebürgerten Top-15-Spielerinnen Han Ying (Tarnobrzeg) und Shan Xiaona (Berlin) die vorentscheidende 2:0-Führung herausgespielt.

"Sehr starkes Turnier"

Für die DTTB-Damen war es der siebte Titel in der EM-Historie. Die beiden Bronzeplaketten gingen an die Ukraine und an Gastgeber Russland. "Natürlich war der Titel ganz klar das Ziel, fast sogar eine Pflicht. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, wie sie den Druck ausgehalten und die gesamte Situation gemeistert hat. Wir haben wirklich ein sehr starkes Turnier gespielt", kommentierte Bundestrainerin Jie Schöpp den Titelgewinn.

sid/dpa | Stand: 29.09.2015, 17:53

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