Federer holt siebten Wimbledon-Titel

Roger Federer mit Pokal

Wimbledon-Finale 2012

Federer holt siebten Wimbledon-Titel

Roger Federer hat zum siebten Mal das Tennisturnier in Wimbledon gewonnen. Der 30-Jährige bezwang den Briten Andy Murray mit 4:6, 7:5, 6:3, 6:4 nach 3:24 Stunden und ist damit ab Montag (09.07.12) nach zweijähriger Abstinenz wieder Weltranglistenerster.

Federer sank überwältigt auf den heiligen Rasen von Wimbledon. Tränen schossen ihm in die Augen. Mit seinem siebten Titel im Mekka seines Sports kehrt der Maestro auf den Tennis-Thron zurück. Bei den 126. All England Lawn Tennis Championships zeigte Federer wieder seine ganze Klasse. "Das ist ein magischer Moment für mich", sagte Federer mit dem Pokal in der Hand: "Ich könnte nicht glücklicher sein. Ich hatte eine harte Zeit in den vergangenen Jahren. Dieser Sieg kommt zur richtigen Zeit." Der 30-Jährige schloss mit seinem siebten Sieg beim wichtigsten Tennisturnier der Welt zu den Rekordhaltern Pete Sampras und William Renshaw auf.

Ab Montag (09.07.12) ist er damit wieder die Nummer eins der Welt - in der insgesamt 286. Woche. So lange hatte es zuvor nur Sampras an der Spitze ausgehalten. "Es ist unglaublich: Sampras Rekorde egalisiert zu haben, ist kaum zu beschreiben. Er ist mein absoluter Held", sagte Federer. Im Angesicht dieser historischen Leistungen standen nach 3:24 Stunden sogar die britischen Fans unter dem geschlossenen Dach des Centre Courts auf, um dem Schweizer zu applaudieren.

Englands Hoffnung währt einen Satz

Dabei hatten sie so sehr gehofft, dass ihr Landsmann Murray den Wimbledonfluch nach 76 Jahren endlich brechen könne. 1936 hatte in Fred Perry zuletzt ein Brite im Londoner Südwesten triumphiert. Und einen Satz lang sah es danach aus, als könne Murray die Geister der Legenden aus dem All England Club vertreiben und den Ausspruch "niemand seit Fred Perry" aus dem Sprachschatz des britischen Tennis verbannen. "Ich komme näher", sagte Murray bei der Siegerehrung, bevor ihm die Tränen kamen. "Alle haben mir gesagt, wie hart es hier in Wimbledon durch die Erwartungen ist. Aber die unglaubliche Unterstützung macht es mir einfach", sagte er und bedankte sich schluchzend bei seinen Fans.

Murray startete ohne jeden Anflug von Nervosität in sein viertes Grand-Slam-Finale. Zuvor hatte der 25-jährige Schotte keinen einzigen Satz gewonnen, nicht 2008 bei den US Open gegen Federer und auch nicht 2010 erneut gegen Federer sowie 2011 gegen den nun entthronten Novak Djokovic bei den Australian Open. Zur Überraschung der 14.979 Zuschauer auf dem Centre Court war es Federer in seinem 24. Majorfinale, der nervös auf den Platz gekommen war und sein erstes Aufschlagspiel verlor.

Federleichtes Spiel, brillante Punkte

Roger Federer

Roger Federer gewann im Wimbledon zum siebten Mal.

Aber Federer kam zurück. Zwar war er in den vergangenen zwei Jahren im Viertelfinale von Wimbledon ausgeschieden, doch ist er mit seinem federleichten Spiel, den unzähligen Variationen beim Aufschlag, auf der Vorhand und Rückhand, sowie der Erfahrung von nunmehr 280 Grand-Slam-Begegnungen, noch immer der unumstrittene Herrscher im Rasenreich. Zwei brillante Punkte spielte Federer zum Ende des zweiten Durchgangs und beendete den Satz mit einem Rückhandvolleystopp.

Zu Beginn des dritten Durchgangs änderten sich die Bedingungen grundlegend. Schauer kamen in London SW19 herunter, das Dach musste geschlossen werden. Zum ersten Mal in der Turniergeschichte - seit 2009 gibt es diese Möglichkeit - fand damit ein Finale "indoor" statt. Der fehlende Wind schien Federer zu bevorteilen. Murray kämpfte, doch Federer gelang beim Stand von 3:2 das entscheidende Break.

Bilder vom Wimbledon-Finale

In Wimbledon stehen der Schweizer Roger Federer und der Brite Andy Murray im Finale.

Andy Murray &  Roger Federer

Es ist ein Traumfinale: Auf dem heiligen Rasen des All England Clubs treffen der sechsmalige Champion Roger Federer und der Schotte Andy Murray aufeinander.

Es ist ein Traumfinale: Auf dem heiligen Rasen des All England Clubs treffen der sechsmalige Champion Roger Federer und der Schotte Andy Murray aufeinander.

Federer hatte im Halbfinale gegen Titelverteidiger Novak Djokovic gewonnen, Murray war gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga erfolgreich.

Gewinnt Murray das Finale gegen Federer, wird der Schotte zum Liebling des gesamten Königreichs: Zuletzt hatte der große Fred Perry als letzter Brite 1936 auf dem heiligen Rasen triumphiert.

Die Arena ist natürlich restlos ausverkauft, die Schwarzmarktpreise stiegen ins Unermessliche, die TV-Anstalten erwarten Rekord-Quoten. Auch Victoria und David Beckham hoffen auf den Bruch mit dem Wimbledonfluch der Briten.

Auch außerhalb der Arena hoffen viele Fans auf den Sieg von Andy Murray.

Der Publikumsliebling Federer will mit seinem siebten Wimbledontitel auf den Thron der Tennis-Welt zurückkehren. Das wird ihm jedoch nicht leicht gemacht.

Schnell bringt Andy Murray mit einer starken Anfangsphase das Publikum auf seine Seite. Der Schotte holt sich den ersten Satz mit 6:4.

Es ist ein ausgeglichenes und spannendes Spiel. Beide Finalisten schenken sich nichts.

Erstmal Pause in Wimbledon: Mitten im dritten Satz fängt es plötzlich an zu regnen. Der Stuhlschiedsrichter unterbricht das Spiel sofort.

Nach knapp 40 Minuten Spielpause geht es unter geschlossenem Hallendach auf dem Centre Court weiter. Jetzt spielt nur noch einer: Roger Federer.

Andy Murray kämpft bis zuletzt, doch alles Aufbäumen hilft nichts.

Der Sieger heißt schließlich nach 3:24 Stunden und zum siebten Mal in Wimbledon Roger Federer.

Die englischen Fans im, rund um das Stadion und im ganzen Land müssen weiter auf den ersten Wimbledon-Sieg eines Briten seit 1936 warten.

Murray bleibt auch im vierten Grand-Slam-Finale seiner Karriere nur die Trophäe für den Zweitplatzierten.

Roger Federer ist dagegen der Dominator auf Rasen. Mit Wimbledon-Titel Nummer sieben zieht er nach Erfolgen mit dem US-Amerikaner Pete Sampras gleich.

Federer war nun der dominierende Spieler und nahm Murray auch im vierten Durchgang den Aufschlag ab. In der Royal Box hofften Herzogin Kate, die ihre Schwester Pippa, den Liebling der englischen Klatschpresse, mitgebracht hatte, Premierminister David Cameron sowie David und Victoria Beckham auf die Wende. Doch die kam nicht. Federer spielte konstant, macht im richtigen Augenblick immer das richtige und so musste auch Murray nach der Partie anerkennen: "Roger hat das Match verdient gewonnen."

sid | Stand: 08.07.2012, 19:21

ATP | Weltrangliste

Name P
1. Novak Djokovic 12730
2. Andrew Murray 8750
3. Roger Federer 7760
4. David Ferrer 6920
5. Rafael Nadal 6895
  ...  
198. Dominik Meffert 240
214. Bastian Knittel 220
283. Tim Pütz 157

WTA | Weltrangliste

Name P
1. Serena Williams 11115
2. Maria Scharapowa 10690
3. Viktoria Asarenka 8510
4. Agnieszka Radwanska 6475
5. Na Li 5755
  ...  
215. Carina Witthöft 269
232. Kathrin Wörle-Scheller 241
281. Laura Siegemund 172
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