Federer krönt sich zum Wimbledon-Rekordchampion

Wimbledon-Finale der Herren

Federer krönt sich zum Wimbledon-Rekordchampion

Von Volker Schulte

Roger Federer hat erneut Tennis-Geschichte geschrieben: Sein achter Triumph in Wimbledon bedeutet eine neue Bestmarke. Das Finale gegen Marin Cilic war einseitig - und tränenreich.

Federer setzte sich am Sonntag (16.07.2017) im Eiltempo mit 6:3, 6:1, 6:4 gegen den Weltranglisten-Sechsten Cilic durch und hat jetzt einen Wimbledon-Titel mehr auf dem Konto als William Renshaw und Pete Sampras. Außerdem ist Federer, der im August 36 Jahre alt wird, bei den Herren der älteste Wimbledon-Champion aller Zeiten.

Besonders beeindruckend: Durch den Drei-Satz-Sieg gegen Cilic blieb der Schweizer im gesamten Turnierverlauf ohne Satzverlust. Nach der Partie schossen Federer Tränen in die Augen. "Es ist unglaublich, diese Trophäe wieder in den Händen zu halten", sagte er auf dem Court. "Wenn es so weiterläuft, komme ich noch einige Male hierher."

"Du bist ein Held"

Cilic, US-Open-Gewinner 2014, hatte im Endspiel nicht den Hauch einer Chance. Der 30-Jährige fand in seinem ersten Wimbledonfinale nie zu seinem Spiel, wirkte mental und körperlich angeschlagen. 2014 hatte Cilic die US Open gewonnen und Federer im vergangenen Jahr im Viertelfinale von Wimbledon noch an den Rand einer Niederlage gebracht. Davon war er im Finale allerdings weit entfernt, im achten Duell mit Federer kassierte Cilic die siebte Niederlage. "Es war hart, aber ich habe gekämpft und nie aufgegeben", sagte Cilic, bevor ihm die Stimme versagte. Später verriet er, dass ihm eine "wirklich schlimme Blase" unter dem linken Fuß zu schaffen gemacht habe. Trost kam von Federer: "Manchmal ist es grausam, aber Du bist ein Held, kannst stolz auf dich sein. Es werden auch wieder bessere Tage kommen."

Cilic bricht in Tränen aus

Marin Cilic im Wimbledon-Finale gegen Roger Federer

Marin Cilic verzweifelt

Beide Spieler hatten das Finale wackelig begonnen, Federer musste in seinen ersten beiden Aufschlagspielen jeweils über Einstand gehen. Im ersten Durchgang sahen die Zuschauer kein einziges Ass - besonders für Cilic war das ungewöhnlich. Während Federer nach und nach an Sicherheit gewann, suchte Cilic weiterhin vergeblich nach seiner Form, leistete sich viele Fehler. Bezeichnend: Ein Doppelfehler von Cilic besiegelte das 6:3 für Federer.

Den zweiten Satz startete Federer mit einem zu Null gewonnenen Aufschlagspiel und einem Break. Cilic versuchte, sich immer wieder zu pushen, verzweifelte angesichts seiner hohen Fehlerquote aber zusehends. Beim Stand von 0:3 nahm Cilic eine Auszeit, ließ sich behandeln - und brach in Tränen aus. Aufgemuntert vom Publikum holte sich Cilic anschließend per spektakulärem Volley-Stopp das Spiel zum 1:3. Federer ließ sich allerdings nicht beeindrucken, parierte auch die Serve-and-Volley-Attacken von Cilic und brachte den zweiten Satz mit 6:1 nach Hause.

Etwas Spannung im dritten Satz

Vor dem dritten Durchgang nahm sich Cilic erneut eine Verletzungsunterbrechung, ließ sich eine Tablette reichen und am Fuß behandeln. Anschließend kam er etwas besser in die Partie, während Federer einige Fehler einstreute. Allerdings blieb der Schweizer in den entscheidenden Situationen souverän und brachte seine Aufschlagspiele durch. Das Break zum 4:3 bedeutete die Vorentscheidung, nach 1:41 Stunden beendete Federer die Partie mit einem Ass.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Sonntag, 16.7., 22.50 Uhr

Stand: 16.07.2017, 18:31

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