Djokovic lässt Federer keine Chance

Novak Djokovic

Serbe gewinnt Wimbledon-Finale

Djokovic lässt Federer keine Chance

Novak Djokovic hat seine Krone im Londoner All England Club erfolgreich verteidigt. Roger Federer war am Ende gegen den Serben chancenlos.

Der Weltranglistenerste aus Serbien bezwang den siebenmaligen Champion im Finale der beiden weltbesten Tennisspieler 7:6 (7:1), 6:7 (10:12), 6:4, 6:3. Nach 2:55 Stunden Spielzeit verwandelte Djokovic seinen ersten Matchball und fügte Federer die dritte Niederlage im zehnten Wimbledonfinale zu.

Der Maestro aus der Schweiz vergab wie im Vorjahr die Chance, als alleiniger Rekordhalter im Rasenmekka Tennisgeschichte zu schreiben. 2008 hatte Federer im längsten Finale der Turniergeschichte (4:48 Stunden) gegen Rafael Nadal verloren.

Federer knüpft nicht an Halbfinale an

Während Djokovic sein bestes Tennis dieser Tage abrief, knüpfte Federer zu selten an die Glanzleistung aus dem Halbfinale gegen Andy Murray an. Die Aufschlagquote blieb hinter seinen eigenen Erwartungen zurück, zudem haderte Federer mit der Chancenverwertung. Im ersten Satz ging der 17-malige Grand-Slam-Sieger mit 4:2 in Führung, verlor prompt seinen Aufschlag und erspielte sich dennoch zwei Satzbälle.

Showdown in Wimbledon

Es ist der Showdown in Wimbledon: Roger Federer und Novak Djokovic stehen sich im Herren-Finale gegenüber.

Roger Federer, Novak Djokovic

Guten Tag, die Herren: Roger Federer und Novak Djokovic begegnen sich wie üblich mit viel Respekt voreinander.

Guten Tag, die Herren: Roger Federer und Novak Djokovic begegnen sich wie üblich mit viel Respekt voreinander.

Roger Federer - in diesem Jahr spielt er in Wimbledon vielleicht noch einmal das Turnier seines Lebens. Beim Halbfinalerfolg über Andy Murray war er absolut souverän und meinte später: "Ich bin absolut happy über meine Leistung."

Novak Djokovic - auch der Serbe hatte im Halbfinale keine Probleme mit Richard Gasquet. Der Weltranglisten-Führende weiß, dass er gegen Federer alles bringen muss, um gewinnen zu können. "Federer spielt hier in Wimbledon sein bestes Tennis", sagt er.

Interessierte Augenzeugen auf der Zuschauertribüne: Die Schauspieler Hugh Greant (l.) und Benedict Cumberbatch (r.).

Fachkompetenz: Boris Becker. Der Trainer von Novak Djokovic sieht etwas skeptisch aus.

Sein Gegenüber: Stefan Edberg (m.), Coach von Roger Federer. Sieht irgendwie etwas entspannter aus.

Aber Novak Djokovic kommt besser in die Partie. Gewinnt den ersten Satz im Tiebreak.

Roger Federer kämpft. Und der Schweizer entscheidet den zweiten Satz nach einem kleinen Tiebreak-Marathon für sich.

Djokovic am Boden. Aber nur kurzzeitig. Der Serbe entscheidet den dritten Satz mit 6:4 für sich. Es ist eine Vorentscheidung. Den vierten Satz holt sich Djokovic ganz souverän.

Der Serbe hat am Ende seinen dritten Wimledon-Titel unter Dach und Fach.

"Zeig ihm, wer der Boss ist", rief einer der zahlreichen Federer-Fans unter den 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court dem Publikumsliebling zu. Doch Djokovic konterte mit zwei präzisen Aufschlägen und steigerte sich im Tiebreak erneut. Auf der Tribüne seines selbsternannten Wohnzimmers spürte Djokovic-Coach Boris Becker, dass sein Schützling dem Match nun den entscheidenden Drall geben konnte.

Federer mit Kampfgeist im zweiten Satz

Sieben Satzbälle hatte Djokovic, um seine Führung komfortabel auszubauen, nun zeigte Federer all seine Klasse und glich mit Kampfgeist aus. Bei seiner zweiten Chance stürmte der 33-Jährige nach dem zweiten Aufschlag mutig ans Netz und vollendete mit einem Rückhandvolley. Zur Freude seines Trainers und zweimaligen Wimbledonchampions Stefan Edberg, der diese Kombination wie kaum ein Zweiter beherrschte.

Djokovic nach Regenpause nicht mehr zu stoppen

Gegen jeden anderen Spieler auf der Welt zahlt sich Federers offensive Strategie auf Rasen aus, nur Djokovic, der Bewegungskünstler aus Belgrad, schafft es immer wieder, sich aus der Defensive zu befreien. Sein zweites Break im Match transportierte der 28-Jährige auch über die kurze Regenpause und war nach mehr als zwei Stunden nur noch einen Satz von seinem neunten Grand-Slam-Titel entfernt.

Es war kühl geworden im wolkenverhangenen Wimbledon, Becker hatte sich seine leuchtend rote Trainingsjacke übergeworfen - für Djokovic das Zeichen zum Angriff. In der Mitte des dritten Durchgangs nahm er Federer erneut den Aufschlag ab und ließ sich seinen Vorsprung nicht mehr nehmen.

sid/dpa | Stand: 12.07.2015, 18:53

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