Kerber: "Ich hätte mehr Urlaub machen sollen"

Tennis-Grand-Slam in Flushing Meadows

Kerber: "Ich hätte mehr Urlaub machen sollen"

Angelique Kerber sieht die geringe Zeit zur Erholung nach der erfolgreichen Saison 2016 als einen möglichen Grund für ihr schwaches Abschneiden in diesem Jahr. Gestern war die Titelverteidigerin bei den US Open in der ersten Runde ausgeschieden.

Angelique Kerber

Angelique Kerber

Nach gerade mal 64 Minuten war das Grand-Slam-Turnier am Dienstag (29.08.2017) für die deutsche Hoffnung bereits beendet: Beim 3:6 und 1:6 gegen Naomi Osaka ergab sich die sonst so kampfstarke Kerber regelrecht in ihr Schicksal.

Raus aus den Top Ten

"Ich würde das letzte Jahr genau so machen. Ich hätte vielleicht nur ein, zwei Wochen länger Urlaub machen sollen, um mich dann komplett zu resetten und neu zu beginnen", sagte die beste deutsche Tennisspielerin nach dem Spiel. Und weiter: "Natürlich hatte ich gehofft, dass ich dieses Turnier als neuen Ansporn nehme. Aber man darf jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Ich weiß, dass ich aus dem Tief rauskommen werde. Ich gebe jetzt nicht auf."

Enttäuscht aber kämpferisch - Kerber nach erster Runde raus

Sportschau | 29.08.2017 | 01:44 Min.

Bundestrainerin Barbara Rittner zeigte sich enttäuscht: "Es tut mit wahnsinnig leid für Angie. Ich hatte gedacht, dass sie sich gerade hier in den ersten Runden das Selbstvertrauen zurückholt." Nun will Angelique Kerber erst mal etwas Ruhe in ihrer Wahlheimat Polen finden und gesund werden. Sie habe beim Spiel am Dienstag Probleme mit ihrem Ellenbogen gehabt, sagte sie.

Beim Aufschlag geschwächelt

Kerber, nach ihren Triumphen bei den Australian Open und in Flushing Meadows 2016 als Nummer eins ins Jahr gestartet, wird damit aus den Top Ten fallen. Es ist das erste Mal seit 2005, dass eine Titelverteidigerin in New York ihre Auftakthürde nicht meistern konnte - und erst das insgesamt fünfte Mal überhaupt bei einem Grand-Slam-Turnier.

Kerber fand im Arthur-Ashe-Stadium zu keiner Zeit ins Match. Die 29-Jährige wirkte verunsichert, gehemmt und ließ sich von der mutig agierenden Osaka den Schneid abkaufen. Besonders beim Aufschlag schwächelte Kerber, die in den vergangenen Tagen noch zuversichtlich geklungen hatte.

Trainer-Rückholaktion fruchtete nicht

Doch auch der Schachzug, neben ihrem Stammcoach Torben Beltz ihren Ex-Trainer Benjamin Ebrahimzadeh zurück ins Team zu holen, fruchtete (noch) nicht. Den ersten Durchgang verlor Kerber nach 35 Minuten - symptomatisch durch einen Returnfehler.

Unmittelbar danach gab sie erneut ihr Aufschlagspiel ab und lag schnell mit 0:2 in Rückstand. Kerber fand einfach kein Mittel gegen die erfrischend aufspielende Osaka und erlitt wie bereits bei den French Open im Mai eine Erstrundenpleite.

Regen stoppt Marterer und Petkovic

Wegen des anhaltenden Regens haben die Organisatoren der US Open weitere für Dienstag geplante Partien auf heute verschoben. Davon betroffen sind auch acht Erstrunden-Partien mit deutscher Beteiligung.

Die einstige Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic hatte beim Stande von 4:6, 4:3 aus ihrer Sicht gegen Jennifer Brady aus den USA den Platz verlassen müssen. Qualifikant Maximilian Marterer lag nach einem 3:6, 6:1 im dritten Satz mit 0:2 zurück, als die Profis in die Kabinen geschickt wurden.

Nadal souverän weiter

Gespielt wurde nur noch im überdachten Arthur-Ashe-Stadium, wo sich der spanische Top-Star Rafael Nadal nach Schwierigkeiten im ersten Satz am Ende souverän gegen Dusan Lajovic aus Serbien durchsetzte: 7:6 (8:6), 6:2, 6:2.

Nadals nächster Gegner wird in der Begegnung zwischen dem Japaner Daniel Taro und Tommy Paul aus den USA  ermittelt. Der US-Open-Champion von 2010 und 2013 gilt neben dem Schweizer Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer als Turnierfavorit. 

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Dienstag, 29.08.17, 22.50 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 30.08.2017, 11:39

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