Rastlose Tennisprofis zwischen den Jahren
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Die Tenniselite steht vor Weihnachten mitten in der Saisonvorbereitung
Rastlose Tennisprofis zwischen den Jahren
Während andere Sportler Weihnachten und die Tage danach nutzen, um etwas auszuspannen, stecken die Tennisprofis bereits in der Vorbereitung auf die Australien Open im Januar.
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Angelique Kerber freut sich auf Abstand vom Tenniszirkus und auf Weihnachten in der Heimat ihrer Eltern: "Ich feiere seitdem ich lebe in Polen. Am 24. und 25. ist Ruhe für mich angesagt", so die Weltranglistenfünfte. Mit der Besinnlichkeit ist es dann aber schnell wieder vorbei: Bereits am 2.Weihnachtsfeiertag bricht Deutschlands derzeit beste Tennisspielerin Richtung Australien auf, um sich auf das erste Grand Slam-Turnier des Jahres vorzubereiten.
Startet Kerber 2013 direkt durch?
Die Linkshänderin wird beim WTA-Turnier in Brisbane (31. Dezember bis 5. Januar) an den Start gehen. Danach ist Kerber noch in Sydney (6. bis 11. Januar), ehe es zu den Australian Open nach Melbourne (14. bis 27. Januar) geht. Ein straffes Programm, das sich für Tennisprofis so ähnlich jedes Jahr wiederholt - für Kerber kein Problem: "Ich bin schon heiß auf die neue Saison und will wieder spielen und reisen."
Angelique Kerber stand 2012 im Halbfinale von Wimbledon, erreichte das Viertelfinale bei den Olympischen Spielen und in Roland Garros. Als Nummer fünf der Weltrangliste nahm sie erstmals an der Tennis-Weltmeisterschaft der Damen in Istanbul teil. Ob sich das noch toppen lässt? "Angie macht einen so stabilen Eindruck. Sie ist in der absoluten Weltspitze angekommen und wird sich 2013 dort behaupten. Und sie kann sogar noch einen draufsetzen", glaubt Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner.
Petkovic muss sich rankämpfen
Andrea Petkovic
Rittner rechnet 2013 auch fest mit einer Rückkehr der verletzungsgeplagten Andrea Petkovic in die erweiterte Weltspitze. "Ich glaube zu hundert Prozent, dass sie es wieder in die Top 15 schafft", so Rittner. Die 25-jährige Petkovic hatte in diesem Jahr insgesamt sieben Monate wegen einer schweren Rücken- und einer Sprunggelenk-Blessur pausieren müssen. Was zur Folge hatte, dass die Darmstädterin im Ranking von Rang zehn bis auf Platz 192 abstürzte. Zuletzt konnte sie sich jedoch wieder ein Stück herankämpfen.
Für Petkovic dürfte ein guter Saisonstart besonders wichtig sein: "Wenn Petko auf ihren Körper hört und sich nicht wieder verletzt, wird sie 2013 ihren Weg zurückgehen. Sie ist einfach zu gut und zielorientiert", so Rittner. Zusammen mit Tommy Haas wird Petkovic bereits ab dem 29. Dezember die deutschen Farben beim Hopman Cup in Perth vertreten: "Ich wollte schon immer mal mit Tommy spielen. Er ist ein großer Spieler, ich habe ihn immer bewundert", so Petkovic dazu gewohnt emotional. Anschließend droht ihr allerdings bei den Australian Open die Qualifikation, auch wenn sie noch auf eine Wild Card für das Grand Slam-Turnier hofft.
Nadal drängt zurück in die Weltspitze
Bei den Herren wartet die Tenniswelt derzeit auf die Rückkehr von Rafael Nadal in die Weltspitze. Der ehemalige Weltranglisten-Erste will nach einer fünfmonatigen Verletzungspause direkt nach Weihnachten beim Schaukampf sein Comeback feiern. "Ich kann es nicht erwarten, auf den Tennisplatz in Abu Dhabi zurückkehren“, teilte der Mallorquiner Anfang Dezember bereits via Facebook mit. In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate findet vom 27. bis zum 29. Dezember ein Showturnier statt, bei dem der Spanier direkt gegen starke Gegner einsteigt und auf den Sieger der Partie zwischen Andy Murray und Janko Tipsarevic trifft.
Danach will er im Januar am Turnier in Doha, Katar, teilnehmen, um sich an den Rhythmus und auf die Belastung beim ersten Grand-Slam-Turnier 2013 in Australien zu gewöhnen. Nadal hatte wegen einer Knieverletzung sowohl die Olympischen Spiele, die US Open als auch die ATP-Finals in London verpasst. Davor hatte der 26-Jährige in der zweiten Runde von Wimbledon überraschend gegen den Tschechen Lukas Rosol verloren.
Auch die deutschen Herren suchen den Neuanfang
Carsten Arriens
Die deutschen Herren erzielten im Jahr 2012 viele gute Ergebnisse, dies ging jedoch unter in den endlios erscheinenden Querelen rund um das Davis Cup-Team. Dass es zu ähnlicher Dynamik in der Mannschaft kommt wie unter seinem Vorgänger Patrik Kühnen, glaubt der neue Teamchef Carsten Arriens nicht: "Es waren eher Missverständnisse, die auftraten und die an meinen Vorgänger gekoppelt waren. Da er nicht mehr im Amt ist, fällt diese Problematik weg." Er verlange von den Spielern, dass sie jetzt den Mund aufmachten und sich nicht erst in einem halben Jahr äußerten: "Jetzt können wir noch alles intern klären, was sich ändern soll."
Tommy Haas hat sich für sein vielleicht letztes Jahr viel vorgenommen. "Mein persönlicher Traum: Noch einmal die Top Ten zu erreichen, wäre Wahnsinn, aber es ist nicht wichtig. Ich möchte noch einmal eine Trophäe stemmen", verkündete der 34-Jährige in der aktuellen Ausgabe des "Tennis Magazins". Ob er aber nochmals Davis Cup spielen will, ließ er offen. Als einer der Hauptprotagonisten rund um die internen Probleme des deutschen Herrentennis galt Philipp Kohlschreiber. In die neue Saison startet er Ende Dezember in Doha/Katar. Es folgen das Turnier in Auckland und dann die Australian Open. Beim Davis Cup-Spiel in Argentinien Anfang Februar will die zuletzt suspendierte Nummer eins des deutschen Herrentennis anschließend aber auf jeden Fall dabei sein.
red/dpa/sid | Stand: 21.12.2012, 08:00