Pound sieht Dopingproblem im Tennis

Ex-WADA-Chef Richard Pound

Ex-WADA-Chef kritisiert Verbände

Pound sieht Dopingproblem im Tennis

Der ehemalige WADA-Präsident Richard Pound unterstellt dem Tennissport ein Dopingproblem und klagt die Verbände dieser Sportart an, sie würden dies seit Jahren ignorieren.

Damit pflichtete der Kanadier dem Briten Andy Murray bei, der schon vor seiner Niederlage bei den Australian Open gegen den Serben Novak Djokovic Bluttests im Tennis vorgeschlagen hatte und diese Forderung am Dienstag (05.02.13) erneuerte. Pound, langjähriger Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, erklärte im Interview mit der britischen Zeitung Evening Standard: "Wenn die Tennis-Verbände noch immer glauben, dass EPO und HGH nicht verwendet werden, haben sie nicht aufgepasst."

EPO und Wachstumshormone

Allein der körperliche Kontrast zwischen den Spielern der 1980er Jahre und heute schaffe schon Zweifel: "Es hat Spaß gemacht, damals in Wimbledon die Duelle zwischen (John) McEnroe und (Björn) Borg zu sehen. Sie wirken im Vergleich mit den heutigen Spielern im Rückblick wie kleine Greise. Selbst (Ivan) Lendl, der notorisch fit war, sieht wie ein kleiner alter Mann aus im Vergleich zu diesen Leuten jetzt."

EPO - oder Erythropoietin - ist der berüchtigte Ausdauer-Booster von Radfahrern wie dem enttarnten Dopingsünder Lance Armstrong. HGH, ebenfalls ein Hormon, kann beschädigte Muskeln schnell reparieren und den Aufbau von Muskelmasse fördern, wenn es zusammen mit Steroiden verwendet wird. Dies kann durch den von Murray geforderten Bluttest nachgewiesen werden. Der Schotte hatte erklärt, zugunsten des Anti-Doping-Kampfes würde er auch Preisgeld-Streichungen hinnehmen. "Es würde viel Geld kosten, aber der Tennissport muss sauber sein. Wenn einer von 100 Spielern gedopt ist, ist das für mich keine saubere Sportart."

Andy Murray

Fordert Blutkontrollen: Andy Murray

Der Weltranglisten-Dritte warnte mit Blick auf den Radsport und nur 131 Bluttests im Jahr 2011 im Tennis: "Niemand will, dass dasselbe mit Tennis geschieht. Das wäre furchtbar." In der Vergangenheit waren der einstige Australian-Open-Sieger Petr Korda (Tschechien) und der ehemalige French-Open-Finalist Mariano Puerta (Argentinien) des Dopings überführt worden. Während Korda positiv auf Nandrolon getestet worden war, benutzte Puerta Clenbuterol und Etilefrin.

sid | Stand: 06.02.2013, 12:15

ATP | Weltrangliste

Name P
1. Novak Djokovic 12730
2. Andrew Murray 8750
3. Roger Federer 7760
4. David Ferrer 6920
5. Rafael Nadal 6895
  ...  
198. Dominik Meffert 240
214. Bastian Knittel 220
283. Tim Pütz 157

WTA | Weltrangliste

Name P
1. Serena Williams 11115
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3. Viktoria Asarenka 8510
4. Agnieszka Radwanska 6475
5. Na Li 5755
  ...  
215. Carina Witthöft 269
232. Kathrin Wörle-Scheller 241
281. Laura Siegemund 172
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