Titel bei US Open überwältigt Sloane Stephens

Deutlicher Finalsieg gegen Madison Keys

Titel bei US Open überwältigt Sloane Stephens

Sloane Stephens gewinnt ein einseitiges Finale bei den US Open und ist überwältigt von ihrem Erfolg: "Wow, wie verrückt ist das?"

Keck, unbekümmert und selbstsicher wie auf den Tennisplätzen von Flushing Meadows tritt Sloane Stephens auch als Sensationssiegerin der US Open auf.

Nach dem krönenden Abschluss ihrer märchenhaften Comeback-Geschichte beweist die Nachfolgerin von Serena Williams als amerikanische Grand-Slam-Siegerin gelöst ihr Talent als Unterhaltungskünstlerin - und erntet für so manchen Spruch Applaus. "Ich sollte direkt zurücktreten, ich werde das nie toppen", scherzt die 24 Jahre alte Stephens am Samstag (09.09.2017/Ortszeit). "Wer meine Geschichte hört, denkt, das ist verrückt."

"Wow!"

Sloane Stephens

Vor ihr steht der glänzende Silberpokal. Hinter ihr leuchtet ihr Name als US-Open-Gewinnerin 2017 auf. "Wow, wie verrückt ist das?", beschreibt sie ihre Gedanken nach dem unerwartet lockeren 6:3, 6:0 gegen die befreundete Madison Keys. "Wow!", wiederholt sie. "Wow". Wohl keiner hat vor zwei Wochen gedacht, dass die frühere Melbourne-Halbfinalistin durch das Turnier stürmen würde. Doch in diesem irren Tennis-Jahr 2017 und ohne die junge Mutter Serena Williams ist auch das möglich.

Ermüdungsbruch im Januar

Seit dem Sommer 2016 pausierte Stephens wegen eines Ermüdungsbruchs am linken Fuß. Am 23. Januar wurde sie operiert. 16 Wochen durfte sie mit dem linken Fuß nicht auftreten, setzte bis Wimbledon insgesamt elf Monate aus.

Noch im August wurde Stephens als Nummer 957 der Welt gelistet. Als ungesetzte Spielerin und 83. ging die Achtelfinal-Bezwingerin von Julia Görges ins Turnier, nie war eine US-Open-Siegerin schlechter platziert. Nur Kim Clijsters hatte 2009 gar kein Ranking. Am Montag (11.09.2017) klettert Stephens auf Platz 17, so hoch wie seit Mai 2014 nicht mehr.

Tränen in den Armen ihrer Mutter

Cooler und geduldiger als Keys tritt Stephens im ersten amerikanischen US-Open-Finale seit 2002 und im Duell zweier Endspiel-Debütantinnen an. In nur 61 Minuten demütigt sie ihre an Position 15 gesetzte Freundin, in den Armen ihrer Mutter kommen ihr dann die Tränen.

Als Stephens von ihren nur sechs Fehlern hört, stammelt sie: "Ich glaube nicht, dass ich das je geschafft habe." Begeistert von sich selbst schnippt die Rechtshänderin mit den Fingern. Serena Williams schreibt: "Hoffentlich das erste von vielen Endspielen."

Lob von Keys

Als Stephens 2013 bei den Australian Open das Halbfinale erreichte, galt sie schon einmal als potenzielle Nachfolgerin der Williams-Schwestern, schaffte aber den Durchbruch nicht. "Sloane hatte immer Talent. Dass sie so lange nicht auf dem Platz war, hat ihr geholfen, zu erkennen, wie sehr sie das Spiel liebt", sagt Keys. "Ich denke, das war das Beste, was ihr passieren konnte."

Stephens hetzt nach ihrem Triumph mit ihrer Mutter im Schlepptau von einem Interview zum nächsten und hebt ihren Blick kaum von den Glückwünschen auf ihrem Handy. Nicht nur bei ihrem Opa ist sie gleich gefragt. "Es fühlt sich wie ein Traum an, als ob ich gleich aufwachen würde. Wenn sich jemand Grand-Slam-Champion nennen kann, werden sich einige Dinge verändern."

Gemeinsame Partynacht

Sloane Stephens ist die erste amerikanische Grand-Slam-Siegerin ohne den Nachnamen Williams seit 2002. Zeigen muss sich nun, ob ihr Erfolg flüchtig bleibt oder ob sie dauerhaft als Williams-Nachfolgerin infrage kommt.

US Open - Zwei Freundinnen im Überraschungs-Finale

Sportschau | 08.09.2017

Ob sie hungrig sei auf weitere Grand-Slam-Siege? "Natürlich. Habt ihr nicht den Scheck gesehen, den ich bekommen habe? Wenn du dafür kein Tennis spielen willst, weiß ich auch nicht", sagt Stephens und kündigt an, in einer gemeinsamen Partynacht Keys zu unzähligen Getränken einzuladen. Ihr Preisgeld beträgt 3,7 Millionen US-Dollar.

Thema in: Sport am Sonntag, Deutschlandfunk, Sonntag (10.09.17), 19.10 Uhr

dpa | Stand: 10.09.2017, 09:52

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