Nadal stürmt zum US-Open-Triumph

Außenseiter Anderson ohne jede Chance

Nadal stürmt zum US-Open-Triumph

Von Christian Hornung

Rafael Nadal hat mit einer grandiosen Vorstellung das Finale bei den US Open gewonnen. Überraschungs-Finalist Kevin Anderson hatte nicht den Hauch einer Chance.

Nadal gewann die Partie am Sonntag (10.09.2017/Ortszeit) im Arthur-Ashe-Stadium deutlich mit 6:3, 6:3 und 6:4 und holte damit bereits seinen 16. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier. Nur der Schweizer Roger Federer, der in diesem Jahr in New York im Viertelfinale an Juan Martin del Potro gescheitert war, hat in der Geschichte des Tennissports noch mehr Triumphe bei den Top-Events eingefahren: 19.

Faire Gratulation des Verlierers

Anderson zeigte sich hinterher als fairer Verlierer: "Rafael, ich habe Dich das ganze Leben lang beobachtet - Du bist ein Idol für mich. Ich habe hier zwei tolle Wochen erlebt, bin von zahlreichen Verletzungen zurückgekommen, von daher kann ich mich nur für die Unterstützung meiner Familie und meiner Heimat bedanken. Es war ein hartes Match, aber ich kann nur Positives aus diesen US Open mitnehmen."

Nadal gab die Komplimente zurück: "Kevin, Du bist ein großartiges Beispiel für die Kinder, so wie Du Dich zurückgekämpft hast. Für mich war es ein grandioses Turnier in New York, ich bin einfach nur glücklich und habe unglaublich viel Energie hier investiert, aber auch zurückbekommen."

Druckvoll, aber fehlerhaft

Im ersten Satz hatte Anderson enorm druckvoll agiert, Nadal oft weit hinter die Grundlinie zurückgedrängt und ihn viel laufen lassen - aber er produzierte extrem viele unerzwungene Fehler. Trotzdem hielt der nur an Position 28 gesetzte Südafrikaner bis zum 3:3 mit, ehe Nadal nach zuvor vier vergebenen Chancen einen Breakball nutzte.

Rafael Nadal

Rafael Nadal

Das hinterließ sichtbar Eindruck beim Außenseiter, und Nadal legte nach: Nach einem erneuten Break machte er nach 58 Minuten den ersten Satz zu. Die Führung war verdient, denn der Mallorquiner machte nicht nur deutlich weniger Fehler, sondern hatte auch im kompletten ersten Durchgang nicht einen einzigen Breakball gegen sich gestattet.

Anderson zu schwach am Netz

Auch im zweiten Durchgang agierte Nadal deutlich geschickter. Er erwartete die Aufschläge seines Gegners zwar manchmal drei, vier Meter hinter der Grundlinie, übernahm dann aber schnell nach dem Return die Initiative. Anderson rannte immer wieder zu schlecht vorbereitet ans Netz und hatte von dort nur eine Erfolgsquote von unter 50 Prozent.

Der eigentlich als Grundlinienspezialist bekannte Nadal hingegen dosierte seine Vorstöße perfekt und ließ von den ersten zehn Angriffen nicht einen ungenutzt - der zehnte brachte ihm dann auch das Break zur vorentscheidenden 4:2-Führung. Anderson hatte zwar immer wieder mal das ein oder andere Glanzlicht in petto, aber es waren bei Aufschlag Nadel eben nie genug, um auch nur in die Nähe eines Breaks zu kommen.

Zweiten Matchball genutzt

Die Coaches Carlos Moya und Onkel Tony Nadal konnten sich so in der Box des Weltranglisten-Ersten relativ entspannt zurücklehnen - nach insgesamt zweieinhalb Stunden verwandelte ihr Schützling mit einem "Serve and volley" seinen zweiten Matchball zum nie gefährdeten Turniererfolg.

Rafael Nadal gewinnt die US Open

Sportschau | 10.09.2017

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Montag (11.09.17), 22.50 Uhr

Stand: 11.09.2017, 01:27

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