Rafael Nadal bei Australian Open früh ausgeschieden

Rafael Nadal

Australian Open, 1. Runde

Rafael Nadal bei Australian Open früh ausgeschieden

Der 14-malige Grand-Slam-Champion Rafael Nadal ist bei den Australian Open in Melbourne völlig überraschend schon in der ersten Runde gescheitert. Der 29-jährige Spanier unterlag seinem Landsmann Fernando Verdasco (ATP-Nr. 45) im Linkshänder-Duell in 4:41 Stunden mit 6:7 (6:8), 6:4, 6:3, 6:7 (4:7), 2:6.

Es ist das erste Mal überhaupt, dass Nadal in Melbourne die zweite Runde verpasst. Der an Position fünf gesetzte Spanier hatte das Major-Turnier 2009 gewonnen. Nadal hatte zuvor gegen Verdasco 14 von 16 Duellen gewonnen. "Ich kenne den Grund nicht zu 100 Prozent, um ehrlich zu sein. Ich war so gut im Training und in den vergangenen Turnieren. Heute war es leider nicht der Fall", resümierte der sichtlich enttäuschte Iberer.

Auch die deutschen Herren mussten Federn lassen. Der Weltranglisten-Zweite Andy Murray war für Alexander Zverev eine Nummer zu groß. Zverev musste sich klar mit 1:6, 2:6, 3:6 geschlagen geben und war ohne jede Chance. Auch Benjamin Becker unterlag Dudi Sela aus Israel relativ deutlich mit 1:6, 3:6, 6:2 und 2:6. Und Peter Gojowczyk sah gegen David Ferrer beim 4:6, 4:6, 2:6 ebenfalls kein Land.

Murray lässt die Muskeln spielen

"Er war heute einfach zu gut, hat deutlich besser gespielt als noch vor zwei Wochen in Perth", sagte Zverev nach seinem Ausscheiden. Beim Hopman Cup hatte der 18-Jährige gegen Murray zwar auch in zwei Sätzen verloren, die Partie damals aber insgesamt offen gehalten.

Dieses Mal ließ Murray dagegen vom ersten Ballwechsel an keinen Zweifel daran aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Zverev wurde zudem gleich zu Beginn von einem heftigen Nasenbluten behindert, doch das spielte im Endeffekt keine Rolle. Nur im dritten Satz leistete die deutsche Nummer zwei dem Vorjahresfinalisten etwas mehr Gegenwehr.

"Ich denke, da habe ich sehr gut gespielt. Gegen viele andere Gegner hätte ich so gewonnen", sagte Zverev. Von Murray gab es nach der Partie ein dickes Lob. "Er ist einer der besten jungen Spieler auf der Tour und wird noch lange dabei sein", sagte der Brite.

Damen sammeln Selbstvertrauen

Dafür schaffte in Angelique Kerber, Annika Beck, Tatjana Maria, Sabine Lisicki, Julia Görges und Laura Siegemund ein deutsches Damen-Quintett den Sprung in die zweite Runde. Mona Barthel und Carina Witthöft schieden dagegen gleich zum Auftakt aus.

Sabine Lisicki feiert ihren Sieg

Beck, Lisicki, Maria, Görges und Siegemund kamen zu klaren Zweisatzsiegen. Beck gewann gegen Priscilla Hon aus Australien mit 6:0, 6:3 und war danach rundum zufrieden. "Der Sieg gibt mir viel Selbstvertrauen", sagte die Bonnerin, die nun gegen die an Nummer elf gesetzte Schweizerin Timea Bacsinszky spielt. Lisicki gewann ihr Auftaktmatch gegen Petra Cetkovska mit 6:4 und 6:4 und trifft am Donnerstag entweder auf die US-Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands oder Denisa Allertova aus Tschechien.

Kerber mit Mühe

Die an Position sieben gesetzte Angelique Kerber hat derweil erst nach der Abwehr eines Matchballs in die zweite Runde gezittert. Einen Tag nach ihrem 28. Geburtstag musste sie kämpfen, ehe nach 2:41 Stunden der 6:7 (4:7), 7:6 (8:6), 6:3-Erfolg gegen Misaki Doi (Japan) unter Dach und Fach gebracht war.

Den Auftaktsatz hatte Kerber trotz einer schnellen 4:0-Führung abgegeben müssen. Danach wehrte sie beim Stand von 5:6 im Tiebreak des zweiten Durchgangs einen Matchball mit einem Aufschlagwinner ab. "Ich habe überhaupt nicht ins Spiel gefunden, dazu hat sie phasenweise wirklich toll gespielt", sagte Kerber bei Eurosport.

Siegemunds "großes Ding"

Erstmals überhaupt bei einem Grand-Slam-Turnier in der zweiten Runde steht Siegemund. Die 27-Jährige aus Metzingen siegte gegen die Niederländerin Kiki Bertens mit 6:4, 7:5. "Das ist für mich schon ein großes Ding", sagte Siegemund. Sie spielt nun gegen die Serbien Jelena Jankovic.

Julia Görges hatte gegen Andreea Mitu aus Rumänien beim 6:3 und 6:4 keine Probleme, bekommt es nun mit der Tschechin Karolina Pliskova aber mit einem deutlich dickereren Brocken zu tun. Maria trifft nach ihrem 6:4, 6:3 gegen die Bulgarin Olga Goworzowa nun auf die Russin Jekaterina Makarowa. Die von Rückenbeschwerden geplagte Mona Barthel verlor dagegen gegen Vania King aus den USA mit 6:3, 5:7, 4:6.

dpa/red | Stand: 19.01.2016, 07:30

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