Frühes Aus für Petkovic in Melbourne

Andrea Petkovic

Australian Open, 1. Runde

Frühes Aus für Petkovic in Melbourne

Andrea Petkovic musste bei den Australian Open das bittere Aus in der ersten Runde hinnehmen. Auch Caroline Wozniacki ist in Melbourne schon draußen. Die beiden Titelverteidiger Novak Djokovic und Serena Williams haben ihre Matches gewonnen. Williams hatte dabei jedoch überraschend viel Mühe.

Petkovic scheiterte wie im Vorjahr überraschend bereits in der ersten Runde. Die an Position 22 gesetzte Darmstädterin verlor am Montag (18.01.2016) in Melbourne gegen Elisaweta Kulitschkowa mit 5:7, 4:6. Nach 1:27 Stunden verwandelte die Russin, Nummer 109 der Weltrangliste, ihren dritten Matchball.

Petkovic trotz "Backpfeife" nicht entmutigt

Petkovic, die in Australien vor fünf Jahren erstmals ins Viertelfinale eines Major-Turniers eingezogen war, spielte zu defensiv und leistete sich 25 unerzwungene Fehler. Nach einem schwierigen Jahr 2015 hatte die deutsche Nummer zwei mit dem neuen Trainer Jan de Witt eigentlich auf mehr Stabilität gehofft.

"Ich konnte nicht genug dagegenhalten. Das war heute eine Backpfeife, die ich auf dem Weg zurück einfach hinnehmen muss", sagte die 28-Jährige. "Ich denke aber, die Richtung stimmt, im Training habe ich schon sehr gut gespielt." Positiv bewertete Petkovic, die im vergangenen Jahr auf dem Court oftmals in Tränen ausgebrochen war, ihre mentale Verfassung. "Ich war auf dem Platz sehr emotionsfrei. Es hat rumort, aber ich hatte keine Wut und war viel distanzierter als früher. Vom Kopf her war ich ziemlich stabil."

Vor Petkovic war bereits Philipp Kohlschreiber klar in drei Sätzen gegen den Japaner Kei Nishikori gescheitert. Daniel Brands, der gegen Victor Estrella Burgos aus der Dominikanischen Republik mit 6:4, 7:6 (7:1), 4:6, 6:1 gewann, und Anna-Lena Friedsam stehen dagegen in Runde zwei. Die deutsche Meisterin besiegte Lourdes Dominguez Lino aus Spanien mit 7:6 (7:3), 2:6, 6:1.

Djokovic und Federer ohne Mühe

Bei den Herren hielten sich die Favoriten nicht länger in Melbournes Glithitze auf als nötig . Der topgesetzte Novak Djokovic gewann mit 6:3, 6:2, 6:4 gegen den Südkoreaner Hyeon Chung. In der Rod-Laver-Arena verwandelte Djokovic nach 1:55 Stunden den ersten Matchball mit seinem zehnten Ass.

Djokovic peilt in Australien seinen sechsten Titel seit 2008 an. Im vergangenen Jahr setzte er sich im Finale gegen den Briten Andy Murray durch. Der Serbe scherzte nach seinem erfolgreichen Auftakt: "Seitdem ich Vater bin, geht es immer weiter bergauf. Vielleicht sollten meine Frau und ich noch mehr Babys machen."

Roger Federer zog ebenfalls ohne Satzverlust in die nächste Runde ein. Der Weltranglisten-Dritte aus der Schweiz schlug Nikolos Bassilaschwili aus Georgien im Schnelldurchgang mit 6:2, 6:1, 6:2.

Zweifel an Williams' Fitness

Schwerer hatte sich zuvor Serena Williams beim 6:4, 7:5 in 1:45 Minuten gegen Camila Giorgi aus Italien getan. Mit ihrem insgesamt siebten Turniersieg in Melbourne könnte Williams ihren 22. Grand-Slam-Titel holen und so mit Rekordhalterin Steffi Graf gleichziehen. Die 34-jährige Williams gelangen gegen Giorgi, die beste ungesetzte Spielerin des Turniers, 19 direkte Gewinnpunkte. Allerdings leistete sich Williams auch 22 unerzwungene Fehler.

In den vergangenen Wochen waren Zweifel am Gesundheits- und Fitnesszustand der Nummer eins der Weltrangliste aufgekommen. Zuletzt hatte sich Williams mit einer Entzündung im Knie geplagt und deshalb zu Jahresbeginn auch ihr einziges Match beim Hopman Cup in Perth abbrechen müssen.

Wozniacki scheitert an Putinsewa

Julia Putinsewa sorgte derweil für die erste große Überraschung: Die 21 Jahre alte Kasachin besiegte zum Auftakt die ehemalige Nummer eins Caroline Wozniacki aus Dänemark mit 1:6, 7:6 (7:3), 6:4. Nach 3:12 Stunden profitierte Putinsewa, die Nummer 76 der Welt, bei ihrem zweiten Matchball von Wozniackis insgesamt 36. unerzwungenen Fehler. Wozniacki war zuvor noch nie in der ersten Runde der Australian Open ausgeschieden.

Caroline Wozniacki

Caroline Wozniacki

Putinsewa leistete sich bei Temperaturen von 33 Grad in der Hisense Arena sogar 49 unbedrängte Fehler, kam aber auf 42 direkte Gewinnpunkte (Wozniacki: 33). Es war der erste Sieg der gebürtigen Russin Putinsewa gegen eine Top-20-Spielerin. Der zweite Satz dauerte allein 88 Minuten.

"Das war ein ziemlicher Mist-Start in die Saison", sagte Wozniacki im Anschluss. "Ich habe es verpasst, den zweiten Satz zuzumachen. Es ist meine eigene Schuld, dass ich hier als Verliererin vom Platz gehe."

Scharapowa macht es kurz

Die Weltranglistenfünfte Maria Scharapowa präsentierte sich beim 6:1, 6:3 gegen Nao Hibino (Japan) derweil in guter Form und feierte nach 73 Minuten ihren ersten Sieg des Jahres. Die 28-Jährige hatte wegen einer Armverletzung ihre Teilnahme am Turnier in Brisbane zum Saisonauftakt abgesagt. Scharapowa hatte 2008 in Melbourne triumphiert.

red/sid/dpa | Stand: 18.01.2016, 11:30

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