Tragisches Friedsam-Aus in Melbourne

Anna-Lena Friedsam in Melbourne

Achtelfinale bei den Australian Open

Tragisches Friedsam-Aus in Melbourne

Unter Schmerzen und mit Tränen in den Augen verließ Anna-Lena Friedsam die Australian Open. Im dritten Satz schnupperte die Deutsche gegen die Weltranglisten-Vierte Agnieszka Radwanska an einer Achtelfinal-Sensation - bis muskuläre Probleme sie stoppten.

Nach über zweieinhalb Stunden unterlag Friedsam der Polin Radwanska mit 7:6 (8:6), 1:6 und 5:7. Dabei hatte sie im dritten Satz einen 0:2-Rückstand noch in ein 5:2 gedreht und bei 5:3 Aufschlag zum Match-Erfolg. Das Spiel gab Friedsam ab und musste sich danach in einer Auszeit am linken Oberschenkel behandeln lassen. Je länger der Satz dauerte, umso stärker wurde die 21-Jährige von muskulären Problemen in beiden Beinen geplagt. "Ich konnte auf dem Bein kaum noch stehen", berichtete sie nach dem Match.

Unter Tränen musste sie einen Strafpunkt und damit das Break zum 5:6 hinnehmen, weil sie vor Schmerzen den Aufschlag nicht rechtzeitig ausführen konnte. Wenig später verwandelte Radwanska den ersten Matchball zum 7:5. "Anna-Lena ist viel stärker als ihre Weltranglisten-Position aussagt. Sie hat ein großartiges Spiel geliefert und ich hoffe, dass sie nicht schwer verletzt ist", sagte die Polin. Da hatte Friedsam schon unter dem aufmunternden Applaus der Zuschauer den Court verlassen. Im Viertelfinale trifft Radwanska auf die Spanierin Carla Suarez Navarro, die Australiens Hoffnung Daria Gavrilova in drei Sätzen ausschaltete.

Williams mit Kurzarbeit

Serene Williams

Mit einem Sieg im Eiltempo ist dagegen Serena Williams ins Viertelfinale der Australian Open eingezogen. Dort bekommt sie es jetzt mit Maria Scharapowa zu tun. Die topgesetzte Titelverteidigerin aus den USA besiegte die Russin Daria Kasatkina in nur 55 Minuten mit 6:2, 6:1 und trifft nun in der Runde der letzten Acht auf ihre Erzrivalin Maria Scharapowa. Die Weltranglistenfünfte aus Russland musste beim 7:5, 7:5 gegen die 18-jährige Belinda Bencic (Schweiz/Nr. 12) hart kämpfen, ehe ihr Erfolg nach 2:05 Stunden feststand. Die 28-jährige Scharapowa, die das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres 2008 gewonnen hatte, gelangen insgesamt 58 direkte Gewinnschläge - darunter allein 21 Asse.

Neuauflage des letztjährigen Finals

In die Neuauflage des letztjährigen Melbourne-Finals gegen die 21-malige Major-Siegerin Williams geht Scharapowa allerdings als krasse Außenseiterin. Die Russin hat gegen die Amerikanerin nur zwei von 20 Vergleichen für sich entscheiden können. Der letzte Erfolg von Scharapowa liegt bereits zwölf Jahre zurück (2004). Trotzdem will sie positiv bleiben: "Es gibt keinen Grund, warum man sich nicht weiter verbessern könnte. Aber es wird natürlich schwer gegen Serena", sagte sie. Williams, die mit einem Turniersieg in Melbourne mit Steffi Graf (22 Grand-Slam-Titel) gleichziehen könnte, ließ Scharapowa schon einmal wissen: "Ich bin bereit. Und ich glaube, wir werden Spaß haben."

Djokovic mit viel Mühe

Titelverteidiger Novak Djokovic hat nur mit Mühe ein frühes Ausscheiden abgewendet. Der topgesetzte Serbe benötigte beim 6:3, 6:7 (1:7), 6:4, 4:6, 6:3 gegen Gilles Simon aus Frankreich (Nr. 14) 4:32 Stunden, ehe Sieg perfekt war. Der 28-jährige Djokovic trifft nun in der Runde der letzten Acht auf Kei Nishikori (Japan/Nr. 7). Becker-Schützling Djokovic peilt in Down Under seinen sechsten Melbourne-Titel an.

Ganz souverän schaffte Roger Federer im letzten Match des Tages den Sprung ins Viertelfinale. Der Schweizer Routinier brauchte für sein 6:2, 6:1, 6:4 gegen den an Nummer 15 gesetzten Belgier David Goffin gerade einmal 88 Minuten und trifft in der nächsten Runde auf den Tschechen Tomas Berdych.

Hewitts Karriere endgültig vorbei

Die Karriere von Lleyton Hewitt ist indes endgültig vorbei. Die australische Tennis-Legende verlor zusammen mit Landsmann Sam Groth gegen den Kanadier Vasek Pospisil und Jack Sock aus den USA mit 4:6, 2:6 und schied damit auch in der Doppel-Konkurrenz aus.

Drei Tage zuvor hatte der 34-Jährige bereits im Einzel in der zweiten Runde gegen den Spanier David Ferrer verloren. Hewitt hatte schon im Vorfeld seiner 20. Australian Open erklärt, dass er seine Laufbahn nach dem Turnier beenden wird. Die ehemalige Nummer eins der Welt wird Davis-Cup-Teamchef Australiens.

sid/dpa/red | Stand: 24.01.2016, 14:25

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