Finale unter Schwestern geht an Serena Williams

Serena Williams

Finale bei den Australian Open

Finale unter Schwestern geht an Serena Williams

Serena Williams hat zum siebten Mal die Australian Open gewonnen und sich mit ihrem insgesamt 23. Grand-Slam-Titel zur alleinigen Major-Rekordhalterin der Open Era gekrönt.

Die 35-Jährige aus den USA gewann am Samstag (28.01.17) das Finale von Melbourne mit 6:4, 6:4 gegen ihre Schwester Venus, überflügelte in der "ewigen" Bestenliste Steffi Graf (22 Grand-Slam-Erfolge) und löst ab Montag Angelique Kerber wieder als Nummer eins der Weltrangliste ab.

"Mein Dank gilt zuallererst Gott. Ich habe gebetet und gebetet, dass es klappt. Es war ein ganz hartes Turnier für mich", sagte Serena Williams und dankte bei der Siegerehrung ihrer 15 Monate älteren Schwester Venus: "Sie ist meine Inspiration. Sie ist der einzige Grund, warum ich hier stehe. Ohne Venus würde es die Williams-Sisters gar nicht geben." Auch Venus Williams war gerührt und rief ihrer jüngeren Schwester zu: "Dein Sieg ist auch immer mein Sieg!"

Nach 1:22 Stunden verwandelte die Weltranglistenzweite vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Rod-Laver-Arena ihren ersten Matchball und ist mit 35 Jahren und 125 Tagen die bislang älteste Major-Gewinnerin der Geschichte.

Siebter Sieg in Melbourne

Durch ihren siebten Coup beim ersten Grand-Slam-Event der Saison seit 2003 wird die Wimbledonsiegerin am Montag auch wieder die Nummer eins der Welt sein. Williams wird Angelique Kerber von der Spitze des WTA-Rankings verdrängen, die den Platz an der Spitze am 12. September 2016 nach ihrem US-Open-Sieg erstmals und für insgesamt 19 Wochen übernommen hatte. Die Kielerin war als Titelverteidigerin im Achtelfinale an Coco Vandeweghe (USA) gescheitert.

Schläger zertrümmert

Serena Williams

Nach schwachem Beginn steigerte sich Serena Williams.

Es war das erste Mal seit knapp acht Jahren, dass sich Serena und Venus Williams (36) wieder im Finale eines Grand-Slam-Turniers gegenüberstanden. Im insgesamt 28. Sister Act seit 1998 war den Schwestern die große Anspannung deutlich anzumerken. In den ersten vier Spielen gab es gleich vier Breaks. Vor allem die Favoritin, die das Match zuvor als "den Moment" ihrer beider Karrieren bezeichnet hatte, kam zunächst gar nicht in Tritt und zeigte große Schwächen beim Aufschlag.

Ihre Gemütslage wurde deutlich, als Serena Williams nach einem glücklichen Netzroller von Venus ihr Racket zertrümmerte. Nach nur fünf Spielen hatte die siebenmalige Wimbledonsiegerin bereits 13 unerzwungene Fehler auf dem Konto und wirkte gehemmt. Ihr Verlobter Alexis Ohanian, ein millionenschwerer Internet-Unternehmer, blickte in der Box besorgt drein.

"Ältestes" Endspiel in der Open Era

Langsam fing sich Serena Williams dann aber und brachte nach dem Break zum 4:3 endlich ihre Service durch, das nun immer stabiler wurde. Bezeichnenderweise mit ihrem siebten Ass holte sich die Nummer zwei der Welt nach 41 Minuten den ersten Satz. Das Niveau der von Fehlern auf beiden Seiten geprägten Partie konnte die Zuschauer allerdings nicht zufriedenstellen. Es herrschte eine seltsam emotionslose Stimmung auf den Rängen.

Venus Williams

Venus Williams verlor in zwei Sätzen.

Was sich auch im zweiten Durchgang nicht änderte. Längere Ballwechsel gab es kaum. Serena Williams gelang wie bereits im ersten Durchgang im siebten Spiel das vorentscheidende Break. Das Frauen-Finale war das "älteste" Endspiel in der Open Era (seit 1968) - gemessen am kombinierten Alter der beiden Williams-Schwestern. Die Daphne-Akhurst-Trophäe wurde von der zweimaligen Australian-Open-Siegerin und gebürtigen Tschechin Hana Mandlikova überreicht.

Stand: 28.01.2017, 11:18

WTA | Weltrangliste

Name P
1. Simona Halep 6175
2. Garbine Muguruza 6135
3. Caroline Wozniacki 6015
4. Karolina Pliskova 5730
5. Venus Williams 5597
6. Jelina Switolina 5500
7. Jelena Ostapenko 5010
8. Caroline Garcia 4385
9. Johanna Konta 3610
10. Coco Vandeweghe 3258
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