Australian Open - die Favoriten, die Deutschen, das Geld

Erstes Grand-Slam-Turnier 2016

Australian Open - die Favoriten, die Deutschen, das Geld

Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres steht an. Ab Montag spielen die Tennisprofis in Melbourne bei den Australian Open um die Titel. Wer sind die Favoriten? Wie steht es um die Deutschen? Wie viel gibt es zu verdienen?

Wann geht es los?

Die Qualifikation läuft schon seit einigen Tagen, die Hauptfelder bei den Damen und Herren mit je 128 Startern spielen ab Montag (18.01.16). Das Endspiel der Damen beginnt dann am Samstag (30.01.16) um 9.30 Uhr MEZ, dann ist es 19.30 Uhr in Melbourne. Genau 24 Stunden nach den Damen spielen die Herren ihren Sieger aus.

Wer ist die Favoritin?

Serena Williams ist die souveräne Nummer eins der Weltrangliste, sie ist die Titelverteidigerin und hat die Australian Open schon sechs Mal gewonnen. Also stemmt sie den Pokal auch ein siebtes Mal in die Höhe?

Schwierig zu sagen. Die 21-malige Major-Siegerin aus den USA trauert wohl noch immer ihrem im Halbfinale von New York geplatzten Traum vom ersten Grand-Slam-Triumph eines Tennisprofis seit Steffi Graf hinterher. Kann sich Williams, die 2015 nur drei Spiele verlor und 53 gewann, neu motivieren, wird die 34-Jährige auch die neue Saison prägen.

Ein Fragezeichen steht wie immer hinter ihrem Gesundheitszustand. Beim Hopman-Cup spielte Williams, die vor Jahren eine lebensbedrohliche Lungen-Embolie erlitten hatte, nur einen Satz und musste dann wegen einer Knieverletzung aufgeben. Gefahr könnte ihr bald von den jungen Wilden um Garbine Muguruza (Spanien/22) und Belinda Bencic (Schweiz/18) drohen.

Wer ist der Favorit?

Vieles spricht dafür, dass Novak Djokovic seinen sechsten Titel in Melbourne gewinnt. Beim Vorbereitungsturnier in Doha fertigte der Schützling von Boris Becker den French-Open-Rekordsieger Rafael Nadal (Spanien) im Finale ab. Djokovic, der 2015 eine Bilanz von 82:6 Siegen aufwies und drei der vier Grand-Slam- sowie insgesamt sechs Masters-Titel holte, ist mit 28 Jahren im besten Tennisalter. Manch einer traut ihm in dieser Saison sogar den Golden Slam zu - den Gewinn der vier Majors samt der olympischen Goldmedaille.

Wie sieht es bei den Deutschen aus?

Es ist so etwas wie das Jahr der Wahrheit für die hochgelobte Generation um Angelique Kerber (27), Andrea Petkovic (28) und Sabine Lisicki (26). Lisicki erfüllte nach ihrem Einzug ins Wimbledon-Finale 2013 nie die hohen Erwartungen. Petkovic wird immer wieder von körperlichen und mentalen Problemen ausgebremst. Die größte Hoffnungsträgerin ist die Weltranglistensiebte Kerber, die 2015 vier Turniere und genau so viele Matches wie Serena Williams (53) gewann. In der Setzliste ist Kerber auf der siebten Position zu finden, Petkovic auf der 22., Lisicki auf der 30.

Bei den Herren schaffte es kein deutscher Profi unter die 32 gesetzten Spieler. Philipp Kohlschreiber liegt als bester Deutscher in der für die Einstufung maßgeblichen Weltrangliste auf Platz 34. Außerdem ist Benjamin Becker dabei, gespannt sein dürfen die Fans auf die weitere Entwicklung von Youngster Alexander Zverev (18/Hamburg). Daniel Brands (Deggendorf) und Peter Gojowczyk (München) erreichten am Samstag als letzte deutsche Spieler das Hauptfeld, fünf sind es also insgesamt. Der Stuttgarter Michael Berrer und der Warsteiner Jan-Lennard Struff sowie Alexander Zverevs Bruder Mischa waren dagegen gescheitert.

Was ist das Besondere an den Australian Open?

Das Turnier findet im australischen Sommer statt, in dem es sehr heiß werden kann. Es gibt sogar eine "Extreme-Heat-Policy". Matches können unterbrochen werden, wenn der sogenannte WBGT-Faktor, der sich aus der Temperatur, der UV-Strahlung, dem Wind und der Luftfeuchtigkeit errechnen lässt, zu hoch ist.

Das Wetter wirkt sich auch auf die Atmosphäre aus. Auf der Anlage im Melbourne Park herrscht ausgelassene Flip-Flop-Stimmung. Via Lautsprecherdurchsagen werden die Zuschauer daran erinnert, Sonnencreme zu benutzen und genug zu trinken. Besonders die australischen, serbischen und schottischen Fangruppen stechen durch ihre Bemalungen, Kostüme und Schlachtrufe hervor.

Ein paar Zahlen gefälligst?

Wieviele Selfies gemacht werden, kann wohl nur grob geschätzt werden. Der britische Spitzenspieler Andy Murray hat jedenfalls schon ein sehr schönes auf seinem Smartphone gespeichert. Die Ballmädchen und -jungen, die mit ihm für das Foto posierten, werden etwa 50.000 Bälle in den Händen gehabt haben, wenn das Turnier vorbei ist.

Andy Murray kann im besten Fall gut 1,7 Millionen Euro an Preisgeld gewinnen. Die Siegerin erhält exakt die gleiche Summe für den Titel. Insgesamt werden 44 Millionen australische Dollar an Preisgeld ausgeschüttet. Das sind 28,3 Millionen Euro und zehn Prozent mehr als im Jahr 2015.

sid/red | Stand: 16.01.2016, 11:37

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