Federer scheitert überraschend im Viertelfinale
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US Open in New York
Federer scheitert überraschend im Viertelfinale
Der topgesetzte Roger Federer ist überraschend im Viertelfinale der US Open gescheitert. Zuvor war Philipp Kohlschreiber als letzter Deutscher im Feld ausgeschieden.
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Roger Federer verlor gegen den an Position sechs gesetzten Tomas Berdych (Tschechien) in 2:42 Stunden mit 6:7 (1:7), 4:6, 6:3, 3:6. Für den 17-maligen Grand-Slam-Rekordsieger aus der Schweiz war es in Flushing Meadows das frühste Ausscheiden seit 2003. Zuletzt war er bei einem Grand-Slam-Turnier vor gut einem Jahr vor dem Halbfinale gescheitert. In Wimbledon 2011 verlor Federer trotz einer 2:0-Führung im Viertelfinale gegen Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich).
Berdych trifft im zweiten Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere am Samstag auf Olympiasieger Andy Murray. Der Weltranglistenvierte aus Schottland hatte sich mit 3:6, 7:6 (7:4), 6:2, 6:0 gegen Marin Cilic (Kroatien) durchgesetzt, nachdem er im zweiten Satz bereits mit 1:5 zurückgelegen hatte.
Kohlschreiber "nicht spritzig"
Philipp Kohlschreiber in Aktion
Philipp Kohlschreiber hat unterdessen den Einzug ins Viertelfinale der US Open in New York verpasst. Der Weltranglisten-20. aus Augsburg verlor ein Zwei-Tage-Match gegen den an Position acht gesetzten Janko Tipsarevic (Serbien) mit 3:6, 6:7 (5:7), 2:6. Die Partie war am Dienstagabend Ortszeit (04.09.12) im ersten Satz wegen heftigen Regens beim Stand von 2:5 aus Sicht von Kohlschreiber auf Mittwoch verschoben worden. 17 Stunden später konnte der 28-jährige Kohlschreiber das Break vom Vortag im ersten Durchgang nicht mehr ausbügeln. "Ich habe alles gegeben, war aber nicht spritzig und gedankenschnell genug. Er war immer ein bisschen mehr am Drücker", sagte der Augsburger.
Zu viele leichte Fehler
Einen Tag nach seiner Ausbootung aus dem Davis-Cup-Team wegen Zwistigkeiten mit Teamchef Patrik Kühnen leistete sich der Bayer insgesamt 53 leichte Fehler, während Stuttgart-Sieger Tipsarevic nur 25 "unforced errors" unterliefen. "In den wichtigen Momenten hat er das super clever gemacht", musste Kohlschreiber anerkennen, der bei seiner zehnten US-Open-Teilnahme zum ersten Mal die Runde der letzten 16 erreicht hatte.
17 Stunden nach dem Abbruch im Regen konnte der 28-jährige Kohlschreiber das Break vom Vortag im ersten Durchgang nicht mehr ausbügeln. Dabei leistete sich der Bayer insgesamt 53 leichte Fehler, während Stuttgart-Sieger Tipsarevic nur 25 "unforced errors" unterliefen. Die Entscheidung auf dem nur mit etwas 300 Zuchauern gefüllten Grandstand fiel, als Tipsarevic im dritten Satz das Break zum 3:1 gelang. Der Serbe, der vom Deutschen Dirk Hordorff betreut wird, war insgesamt der solidere Spieler. Kohlschreiber fehlten drei Tagen nach seinem Drittrundenspiel, das erst um 2.26 Uhr am Montagmorgen zu Ende gegangen war, die zündenden Ideen, um Tipsarevic zu überraschen.
Roddick weint beim Abschied
Emotionaler Abschied: Andy Roddick
Einen emotionalen Abschied von der Tennis-Bühne feierte Andy Roddick. Die letzten Punkte waren gegen Juan Martin del Potro noch zu spielen, als Roddick immer wieder auf die Tribünen des Arthur Ashe Stadiums blickte. Er schluckte und senkte den Kopf, als längst klar war, dass er dieses Match verlieren würde. Es sollte sein letzter Auftritt auf der weltgrößten Tennis-Bühne werden - und der letzte in seiner Karriere. Del Potro beendete mit dem 6:7 (1:7), 7:6 (7:4), 6:2, 6:4 im Achtelfinale die Laufbahn des New-York-Champions von 2003. Er jubelte nur für eine Sekunde, am Netz umarmten sich beide lange.
In dem Moment, der dem Sieger gehört, zeigte der 23-Jährige mit beiden Armen auf Roddick. Das Interview, das dem Sieger gehört, beendete er nach zwei Sätzen: "Danke für den Respekt. Und jetzt genießt den Moment mit ihm." Roddick schluckte wieder, als ihm das Mikrofon unter die Mütze gehalten würde. "Zum ersten Mal bin ich mir nicht sicher, was ich sagen soll." Er dankte seinen Fans, seinem Team, seiner Familie. Und als er schließlich gen Himmel blickte und an seinen früheren Manager Ken Meyerson erinnerte, der vor einem Jahr mit 47 gestorben war, da konnte er die Tränen nicht mehr zurückhalten. Roddick weinte, winkte ins Publikum und sagte: "I love you all. Thank you, goodbye."
Williams fertigt Ivanovic ab
Bei den Frauen fertigte Turnierfavoritin und Olympiasiegerin Serena Williams (USA) im Viertelfinale die einstige Nummer eins Ana Ivanovic aus Serbien mit 6:1, 6:3 ab. Williams trifft in der Runde der letzten Vier am Freitag auf die Italienerin Sara Errani. In der anderen Vorschlussrundenpartie stehen sich die topgesetzte Wiktoria Asarenka aus Weißrussland und Maria Scharapowa aus Russland gegenüber.
Makarowa/Soares gewinnen Mixed-Titel
Die Russin Jekaterina Makarowa und der Brasilianer Bruno Soares haben nach der Abwehr von zwei Matchbällen überraschend den Titel im Mixed gewonnen. Vor den Augen des früheren Bond-Darstellers Sean Connery besiegte das Duo im Finale die an Position vier gesetzten Kveta Peschke/Marcin Matkowski (Tschechien/Polen) in 1:29 Stunden mit 6:7 (8:10), 6:1, 12:10. Für Makarowa und Soares, die sich erst 30 Sekunden vor Ablauf der Anmeldefrist eingeschrieben hatten, war es der erste Grand-Slam-Titel.
dpa/sid | Stand: 06.09.2012, 08:52