Angelique Kerber auf den Spuren ihres Idols
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Schon reifen Träume vom Wimbledon-Finale
Angelique Kerber auf den Spuren ihres Idols
Die "Gräfin" ist ihr großes Vorbild. Schon seit jungen Jahren schwärmt Angelique Kerber für Steffi Graf. Und womöglich kann sie den "Weltstar" dieser Tage in Wimbledon endlich einmal kennenlernen.
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Die sonst kaum greifbare Wahl-Amerikanerin Graf kam just am Dienstag (03.07.2012) in London mit ihrem Mann Andre Agassi an, als Kerber mit einem Dreisatz-Kampfsieg über Sabine Lisicki ihren ersten Wimbledon-Halbfinaleinzug perfekt machte. Graf würdigte via Facebook ein "emotionales Achterbahn-Match" der zwei "German Girls".
Rittner: "Alles möglich"
So nah wie Kerber war wohl seit Graf keine Deutsche mehr an diesem legendären Silber-Teller dran - trotz des Halbfinal-Sturmlaufs von Lisicki im Vorjahr. "Ich traue Angie auf jeden Fall das Finale zu. Und da ist immer alles möglich", sagt Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner. Kerber ist als Weltranglisten-Achte - und nach dem Turnier mindestens Siebte - nicht nur die bestplatzierte Deutsche seit Grafs Abschied im August 1999. Sie ist auch die Erste, die seither zwei Grand-Slam-Halbfinals erreicht hat.
Größter Karriere-Erfolg
Der Stellenwert diesmal ist für die 24-jährige Kielerin anders als ihr Semifinale bei den US Open, als sie vom Nobody zum Stern aufstieg: "In New York hatte keiner mit mir gerechnet - hier merke ich den Druck." Den Einzug ins Halbfinale vom Wimbledon-Turnier 2012 darf die Norddeutsche dennoch als größten Erfolg in ihrer Karriere feiern. Die Wertigkeit des jetzigen Erfolgslaufs ist höher einzuschätzen als der in Flushing Meadows. Im vergangenen Jahr noch verließ Angelique Kerber die ehrwürdige Tennis-Anlage an der Church Road tief getroffen. Nach der peinlichen Erstrunden-Niederlage gegen die britische Nachwuchsspielerin Laura Robson dachte sie sogar darüber nach, ihre Karriere auf der Tennistour zu beenden. Der Frust von vor zwölf Monaten ist längst vergessen.
Duell zweier Freundinnen
Nun geht es in der Vorschlussrunde gegen die Polin Angnieszka Radwanska. Es ist ein Duell zweier Spielerinnen, die sich gegenseitig sehr schätzen. "Wir kennen uns seit wir klein sind - die Chancen sind 50:50. Es wird ein hartes und langes Match", sagt Kerber, die Norddeutsche mit polnischen Wurzeln. Mit den Radwanska-Schwestern und Ex-Nummer-eins Caroline Wozniacki war sie schon mal im Malediven-Urlaub. Im direkten Vergleich mit der Weltranglisten-Dritten steht es 2:2. Radwanska gewann das bislang letzte Aufeinandertreffen beim WTA-Turnier in Tokio, Kerber hatte davor die Nase vorn, bei den US Open in New York. Erstmals treffen Kerber und die aus Krakau stammende Radwanska nun auf Gras aufeinander.
In Wimbledon 2012 feierte Kerber ihren 45. Matchgewinn des Jahres - das ist spitze auf der Tour. Und erst als vierte deutsche Wimbledon-Halbfinalistin nach Bettina Bunge (1982), Graf und Lisicki träumt sie nun vom ganz großen Coup.
Stand: 04.07.2012, 11:44