Kerber kämpft sich ins Finale

Angelique Kerber

Australian Open

Kerber kämpft sich ins Finale

Von Jörg Strohschein

Angelique Kerber hat das Finale der Australian Open erreicht. Die 28-Jährige besiegte die Britin Johanna Konta in zwei Sätzen - und musste dabei einige Tiefen überwinden. Jetzt trifft sie auf Serena Williams.

Angelique Kerber ballte die Faust und konnte kaum fassen, was ihr da gelungen war. Die 28-Jährige hatte erstmals in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Finale erreicht und war sichtlich überwältigt von ihren Emotionen. Kerber besiegte am Donnerstag (28.01.2016) im Halbfinale der Australian Open die Britin Johanna Konta mit 7:5 und 6:2 und feierte damit ihren bislang größten Erfolg ihrer Karriere. Im Finale am Samstag trifft die Deutsche nun auf Serena Williams, die in der vorangegangenen Partie mit der Polin Agnieszka Radwanska keinerlei Mühe hatte.

"Ich bin überwältigt. Es ist so ein tolles Gefühl, das Finale erreicht zu haben", sagte Kerber nach dem Matchball sichtlich gerührt. "Ich freue mich total auf das Endspiel gegen Serena. Ich muss mein bestes Tennis spielen. Ich werde alles geben und habe nichts zu verlieren."

Kerber gelingt frühe Führung

Angelique Kerber legte einen Blitzstart hin, ohne eigentlich selbst viel dafür tun zu müssen. Die Deutsche überließ der Britin das erste Aufschlagspiel und hoffte darauf, dass ihre Gegnerin Probleme mit der Nervosität haben würde. Immerhin stand die 24 Jahre alte Konta erstmals in einem Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Und Kerbers Hoffnung schien sich zunächst zu erfüllen.

Ihr gelang zum Auftakt ein Break, sie gewann danach ihr eigenes Aufschlagspiel und nahm ihrer Gegnerin dann sogar noch den nächsten Aufschlag ab. Nach 13 Minuten führte Kerber bereits mit 3:0. Vor allem, weil Konta zu diesem Zeitpunkt bereits neun leichte Fehler gemacht hatte. Die Deutsche konnte auf die Fehler ihrer Gegnerin warten.

Ruhig und fokussiert

Allerdings fand Konta in der Folge immer besser zu ihrem Spiel, traf die Bälle früher und erhöhte so den Druck auf Kerber, die in ihrer Passivität verharrte. Das hatte Folgen: Konta dominierte von nun an die Partie und setzte ihre Gegnerin zusehends unter Druck. Kerber hatte Mühe, ihr Taktik zu verändern und lag nach einigen direkten Punkten Kontas plötzlich mit 3:4 in Rückstand. "Ich war sehr nervös, es gab ein paar kritische Momente", sagte Kerber.

Nun war es die Deutsche, der die Nervosität anzumerken war, die nicht gut spielte, während sich die die Britin in die Partie hineingearbeitet hatte. Den schnellen Angriffsschlägen Kontas hatte Kerber in dieser Phase nichts entgegen zu setzen. Allerdings verlor die Deutsche trotz dieser zwischenzeitlichen Schwächen nicht den Kopf. Sie besann sich darauf, ruhig und fokussiert zu bleiben, ihr Spiel ein wenig aggressiver zu gestalten und sich so in eine bessere Position zu bringen.

Kaum noch Mühe im zweiten Satz

Diese veränderte Haltung zum Spiel sollte sich bewähren, sie schaffte die Wende. Kerber erkämpfte sich bei eigenem Aufschlag das 4:4, glich danach zum 5:5 aus, ehe sie mit einem mutigen Returnspiel zum nächsten Break kam und mit 6:5 in Führung ging. Ihren Aufschlag brachte Kerber zu "Null" durch und verbuchte den ersten Satz nach einigem Zittern mit 7:5 für sich.

Im zweiten Satz hatte Kerber dann kaum noch Mühe mit Johanna Konta. Der Deutschen gelang erneut auf Anhieb ein Break und sie zog in der Folge auf 5:1 davon. Kerber spielte druckvoll, konzentriert und punktete fast nach Belieben. Ihre Schläge trafen nun das Ziel und waren von Konta kaum mehr zu beherrschen. Auch wenn der Britin noch der Anschluss zum 2:5 gelang, ließ sich Kerber nicht mehr beirren und setzte sich am Ende verdient durch.

Williams benötigt nur eine Stunde

Serena Williams hatte zuvor bereits das Finale erreicht. Die Weltranglisten-Erste gewann gegen die Polin Agnieszka Radwanska klar mit 6:0, 6:4. Die Amerikanerin benötigte gerade einmal 64 Minuten für ihren ungefährdeten Erfolg. Williams steht damit zum 26. Mal bei einem der vier Grand-Slam-Turniere im Endspiel.

Stand: 28.01.2016, 06:40

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