Nadal schreibt Tennis-Geschichte in Paris

Rafael Nadal

French Open - Finale der Herren

Nadal schreibt Tennis-Geschichte in Paris

Rafael Nadal

hat bei den French Open in einem Zwei-Tage-Match gegen Novak Djokovic Tennis-Geschichte geschrieben. Der Spanier feierte seinen siebten Roland-Garros-Triumph und überflügelte damit auch den großen Björn Borg.

Das spanische Muskelpaket bezwang in Paris den Serben im Nachsitzen mit 6:4, 6:3, 2:6, 7:5. Damit vermasselte er dem Weltranglisten-Ersten in dem wegen Regens erst am Montag (11.06.2012) zu Ende gespielten Giganten-Finale den "Djoko Slam". Der Serbe wollte als erster Tennisprofi seit Rod Laver vor 43 Jahren alle vier Grand-Slam-Titel auf einmal halten. Doch mit einem Doppelfehler endete sein Traum.

Beule für Nadal durch Sieger-Pokal

"Das ist einer der speziellsten Momente in meinem Leben", sagte Nadal und versicherte: "Natürlich ist zu Hause noch Platz für den Coupe des Mousquetaires. Für eine weitere Roland-Garros-Trophäe ist immer Platz." Seine siebte hat auf jeden Fall schon Spuren hinterlassen. Nadal trug eine Beule am linken Jochbein davon, als er sich den 14 Kilogramm schweren Pokal bei der Übergabe von Ex-Champion Mats Wilander selbst ins Gesicht schlug. Der sichtlich mitgenommene Djokovic gab sich als fairer Verlierer: "Rafa war der bessere Spieler. Ich habe das Finale aber genossen."

Die Hängepartie war nach der zweiten Regenpause am Sonntagabend und nach Nadals Schimpf-Tiraden über den rutschigen Court und die vollgesogenen Bälle im vierten Satz bei 1:2 aus Nadals Sicht abgebrochen worden. Als es am Montag noch einmal regnete, harrten die beiden Profis unter dem Regenschirm aus.

Bilder vom Herren-Finale

Historischer Triumph für Rafael Nadal in Paris. Der Spanier gewinnt zum siebten Mal die French Open. In einem Zwei-Tage-Match setzte sich Nadal gegen den Serben Novak Djokovic durch.

Novak Djokovic (li.) und Rafael Nadal

Historischer Triumph für Rafael Nadal bei den French Open in Paris. Der Spanier kann zum siebten Mal den Siegerpokal von Roland Garros entgegen nehmen. In einem Zwei-Tage-Match setzte sich Nadal gegen den Serben Novak Djokovic durch.

Historischer Triumph für Rafael Nadal bei den French Open in Paris. Der Spanier kann zum siebten Mal den Siegerpokal von Roland Garros entgegen nehmen. In einem Zwei-Tage-Match setzte sich Nadal gegen den Serben Novak Djokovic durch.

Der Spanier ging entschlossen in die Partie und erspielte sich schnell eine 3:0-Führung, bevor Djokovic sich wieder herankämpfte. Am Ende des ersten Durchgangs setzte sich Nadal aber mit 6:4 durch.

Der zweite Satz musste aufgrund der widrigen Witterung unterbrochen werden. Von der kurzen Regen-Pause unbeeindruckt machte Nadal dann dort weiter, wo er wenige Minuten zuvor aufgehört hatte und entschied den zweiten Durchgang mit seinem zweiten Satzball für sich.

Verärgert über seine Leistung ließ der Serbe seinen Frust an seinem Arbeitsgerät heraus. Die Konsequenz war ein demolierter Schläger und eine Verwarnung vom Unparteiischen.

Doch ganz wehrlos gab sich die Nummer eins der Welt dann doch nicht geschlagen: Mit 6:2 meldete sich Djokovic im dritten Satz zurück und machte die Partie damit wieder spannend.

Beim Spielstand von 6:4, 6:3, 2:6, 1:2 für Nadal musste das Spiel erneut unterbrochen werden. Der Schiedsrichter entschied, dass die Partie wegen des anhaltenden Regens erst am nächsten Tag fortgesetzt wird.

Am Montag kehrte Rafael Nadal bärenstark auf den Court zurück und erkämpft sich Punkt um Punkt.

Die Profis blieben auch am zweiten Match-Tag nicht vom Regen verschont und mussten in der Unterbrechung unter dem Regenschirm ausharren.

Nach 3:49 Stunden war das Match vorbei. Nadal bezwang Djokovic nach dessen Doppelfehler mit 6:4, 6:3, 2:6, 7:5.

Für den Spanier war es der siebte Triumph bei Roland Garros. Damit überflügelt er sogar den großen Björn Borg.

French-Open-Rekordchampion Rafael Nadal Play-Icon

French Open: Nadal ist der König von Paris | 00:35 min | 11.06.2012 | Tagesschau | Das Erste

Erste Verlängerung in Paris seit 1973

In Paris konnte zuletzt 1973 ein Endspiel nicht pünktlich zu Ende gespielt werden. Mit Finals zwischen den Superstars Nadal und Djokovic passierte das aber schon zum vierten Mal - nach den US Open 2010 und 2011 und dem Masters-Turnier in Rom jüngst. Zudem standen sich die beiden Kontrahenten in vier Endspielen bei den Majors nacheinander gegenüber - auch das ist ein Rekord. Zuletzt hatte Djokovic dreimal gewonnen, darunter bei den Australian Open den 5:53-Stunden-Klassiker. In Nadals "Wohnzimmer" in Roland Garros aber war der "Djoker" machtlos.

Nadal bärenstark und mit brachialer Gewalt

Nur einmal - nach der ersten Regenpause - hatte der Serbe eine richtig starke Phase und machte acht Spiele in Serie. Immerhin trotzte er Nadal den einzigen Satz in Roland Garros 2012 ab. Von der Souveränität, mit der die Nummer eins zuvor den 16-fachen Grand-Slam-Turniersieger Roger Federer in drei Sätzen bezwungen hatte, war aber nicht mehr viel übrig.

Nach einer Nacht Erholung kam Nadal bärenstark auf den Court Philippe Chatrier. Das Break Rückstand, mit dem er schlafen gegangen war, glich er mit brachialer Gewalt sofort wieder aus. Nach 3:49 Stunden, nur 49 Minuten davon am Montag, schenkte Djokovic Nadal den Sieg mit einem Doppelfehler. Tennis-Legende John McEnroe hatte Nadal zuvor mit den Worten geadelt: "Er ist der König von Paris."

Nadal schafft historischen Rekord

Siebenmal die French Open zu gewinnen, das ist noch keinem Tennisspieler gelungen. Rafael Nadal hat mit seinem Sieg in Paris nun diese einzigartige Rekordmarke geknackt.

Rafael Nadal

Der Meister gibt sich keine Blöße: Rafael Nadal entscheidet das Endspiel der French Open für sich. Der Spanier setzt sich im Finale nach Regenunterbrechung mit 6:4, 6:3, 2:6 und 7:5 gegen den Serben Novak Djokovic durch. Mit dem insgesamt siebten Roland-Garros-Triumph schreibt Nadal Tennis-Geschichte. Er überflügelt den bisherigen langjährigen Rekordhalter Björn Borg.

Der Meister gibt sich keine Blöße: Rafael Nadal entscheidet das Endspiel der French Open für sich. Der Spanier setzt sich im Finale nach Regenunterbrechung mit 6:4, 6:3, 2:6 und 7:5 gegen den Serben Novak Djokovic durch. Mit dem insgesamt siebten Roland-Garros-Triumph schreibt Nadal Tennis-Geschichte. Er überflügelt den bisherigen langjährigen Rekordhalter Björn Borg.

Bereits im vergangenen Jahr holt sich Superstar Nadal seine sechste Trophäe und kann in Sachen Titelgewinnen mit der schwedischen Tennis-Legende gleichziehen. Im Finale 2011 besiegt Nadal seinen ewigen Kontrahenten Roger Federer in vier Sätzen mit 7:5, 7:6, 5:7 und 6:1.

Im Jahr zuvor (2010) bleibt Rafael Nadal gegen Robin Söderling ohne Satzverlust. Er holt sich mit dem fünften Titel nicht nur den "Musketiere"-Pokal, wie die French Open-Trophäe auch genannt wird, sondern auch die erneute Führung in der Weltrangliste.

Während der Endrunde 2009 profitiert hingegen Robin Söderling davon, dass der Mallorquiner physisch angeschlagen ist. Der Schwede besiegt den an eins gesetzen Nadal in vier Sätzen im Achtelfinale und unterbricht somit dessen Siegesserie. Das 2:6, 7:6, 4:6 und 6:7 ist Nadals erste und bisher einzige Niederlage im Stade Roland Garros.

Sein Finalgegner ist zumeist der Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer. Viermal (2006, 2007, 2008 und 2011) stehen sich die beiden im sogenannten "Duell der Giganten" gegenüber, aber der erfolgsverwöhnte Schweizer kann sich gegen den Sandplatzspezialisten Nadal nie durchsetzen. Nur 2009, als der Spanier schon im Achtelfinale an Robin Söderling scheitert, kann Federer am Ende den Pokal holen.

Dieser Erfolg bleibt aber eine Ausnahme. Ansonsten gilt die Regel: Rafael Nadal fühlt sich in seinem "Wohnzimmer" einfach pudelwohl und bleibt über viele Jahre der Herrscher am "Bois de Boulogne".

Gleich bei seiner ersten Turnierteilnahme sind Nadals Bemühungen von Erfolg gekrönt. Die Finalpartie 2005 gegen den Argentinier Mariano Puerta endet mit 6:7, 6:3, 6:1 und 7:5 für den Spanier. Die französische Fußball-Ikone Zinedine Zidane gratuliert dem damals sichtlich gerührten 19-Jährigen nach seinem Premierensieg.

Seit der Spanier vor ein paar Jahren die große Tennisbühne betreten hat, dominiert er das traditionsträchtige Turnier von Paris und gewinnt einen Titel nach dem anderen. Nadal triumphiert von 2005 bis 2008 sowie 2010, 2011 und 2012.

Mit dem French-Open-Sieg 2012 hat Rafael Nadal die historische Rekordmarke einer Tennis-Legende überboten. In den Siebzigern und Anfang der achtziger Jahre ist der Schwede Björn Borg der unumstrittene König von Roland Garros und kann insgesamt sechs Champions-Titel feiern (Siege 1974, 1975, 1978 - 1981).

Borg kommt in seiner relativ kurzen (9 Jahre) aber beispiellosen Tenniskarriere auf insgesamt 64 Einzeltitel. Neben den Triumphen in Paris ist der elfmalige Grand-Slam-Sieger beispielsweise auch fünf Mal in Folge in Wimbledon (1976 - 1980) erfolgreich. 1975 holt er den Davis Cup zum ersten Mal nach Schweden.

Nur wenigen Tennis-Profis in der Geschichte des französischen Großturniers ist bislang der Mehrfach-Erfolg vergönnt. Für den Franzosen Henri Cochet stehen in den zwanziger und dreißiger Jahren vier Titel (1926, 1928, 1930 und 1932) zu Buche.

Einige weitere Topspieler können in der Vergangenheit drei Mal im Finale triumphieren. Unter ihnen befindet sich auch die französische Tennislegende und Modeschöpfer René Lacoste (1925, 1927 und 1929).

1982, 1985 und 1988 sorgt mit Mats Wilander (links / mit Guillermo Vilas) ein weiterer Schwede dreifach für Furore.

Der Tscheche Ivan Lendl dominiert in den achtziger Jahren die Sandplätze und kann auch in Paris drei Titel holen (1984, 1986 und 1987).

Um die Jahrtausendwende hingegen ist der Brasilianer Gustavo Kuerten in insgesamt drei Finalspielen (1997, 2000 und 2001) nicht zu bezwingen.

dpa/sid | Stand: 11.06.2012, 14:36

ATP | Weltrangliste

Name P
1. Novak Djokovic 12310
2. Andrew Murray 8670
3. Roger Federer 8000
4. Rafael Nadal 6895
5. David Ferrer 6740
  ...  
200. Dominik Meffert 240
213. Bastian Knittel 220
288. Tim Pütz 157

WTA | Weltrangliste

Name P
1. Serena Williams 11620
2. Maria Scharapowa 10015
3. Viktoria Asarenka 9005
4. Agnieszka Radwanska 6475
5. Sara Errani 5835
  ...  
214. Carina Witthöft 269
230. Kathrin Wörle-Scheller 241
282. Laura Siegemund 172
Darstellung: