Fed Cup - Kampf gegen die Drittklassigkeit

Julia Görges

Deutsches Tennisteam unter Druck

Fed Cup - Kampf gegen die Drittklassigkeit

Vom Topfavoriten zum Außenseiter: Das deutsche Fed-Cup-Team will aus der Not eine Tugend machen und Gastgeber Frankreich überraschen.

Dank des angesagten Sternekochs im Mannschaftshotel in Limoges sind die deutschen Tennisspielerinnen fast schon zu eingefleischten Frankreich-Fans geworden. Die heiße Liebe wird spätestens ab Samstag (09.02.2013) abkühlen, wenn auf das Fed-Cup-Team im Palais des Sports de Beaublanc die erste Hürde auf dem Weg zurück in die Weltgruppe der besten acht Mannschaften wartet. "Ich habe ein richtig gutes Gefühl", sagte Teamchefin Barbara Rittner vor der schweren Auswärtsaufgabe gegen die Equipe Tricolore. Personalnot hin, Marion Bartoli her.

Julia Görges, am Wochenende die deutsche Nummer eins und Hoffnungsträgerin, hat im DTB-Quartett längst eine "Jetzt-erst-recht"-Stimmung ausgemacht. Kein Wunder, denn die Vorzeichen sind nach der Absagenflut in den letzten Wochen auf einmal gänzlich andere als noch bei der Auslosung im Sommer 2012. "Frankreich ist der Favorit. Sie stehen in der Pflicht. Wir müssen ohne Drei spielen, sie können in bester Besetzung antreten", erklärte Rittner, die auf die Weltranglistensechste Angelique Kerber (Rückenprobleme), Andrea Petkovic (Meniskus-OP) und Mona Barthel (andere Saisonplanung) verzichten muss.

Lisicki eröffnet gegen Parmentier

DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard glaubt aber, "dass wir immer noch ein starkes Team haben." Görges will die gute Stimmung in die Waagschale werfen. "Für uns spricht der Teamgeist", meinte die Weltranglisten-19. Neben Görges soll Pattaya-Finalistin Sabine Lisicki (WTA 40) in den Einzeln am Samstag und Sonntag (jeweils ab 13 Uhr) zum Einsatz kommen. Lisicki war nach ihrer Endspiel-Teilnahme in Thailand am Dienstagabend und damit zwei Tage nach ihren Kolleginnen in Limoges eingetroffen.

Sabine Lisicki eröffnet mit dem Duell gegen Pauline Parmentier die Fed-Cup-Partie. Im zweiten Einzel trifft Julia Görges auf Kristina Mladenovic. Das ergab die Auslosung. Die französische Spitzenspielerin Marion Bartoli sagte unterdessen ihre Teilnahme wegen eines grippalen Infekts ab.

Annika Beck ist deutsche Alternative

Für das möglicherweise entscheidende Doppel auf dem Ascheplatz sind Görges und Anna-Lena Grönefeld vorgesehen. Als Alternative stünde noch Debütantin Annika Beck bereit. Die Französinnen haben neben der kurzfristig erkrankten Weltranglistenzehnten Marion Bartoli noch Alize Cornet (36), Kristen Mladenovic (69) und Pauline Parmentier (76) im Aufgebot. "Jedes Match wird offen sein", meinte Rittner.

In Falle einer Niederlage müsste ihr Team, das in stärkster Besetzung zu den weltbesten Mannschaften zählt, in der nächsten Partie gegen den Abstieg in die Drittklassigkeit kämpfen. Der Angriff auf den ersehnten dritten Fed-Cup-Titel nach 1987 und 1992 wäre dann frühestens wieder 2015 möglich. "Eine Niederlage wäre bitter", sagte deshalb auch Eberhard - knapp eine Woche nach der 0:5-Niederlage des deutschen Davis-Cup-Teams in Argentinien.

Unterstützung von den Verletzten

Zuspruch erhielten Görges und Co. von ihren fehlenden Teamkolleginnen. "Ich drücke den Mädels alle Daumen. Ich werde die Spiele von zuhause verfolgen und mitfiebern. Ich glaube ganz fest an das Team", sagte Kerber, während sich auch Petkovic sicher ist: "Die schaffen das."

Sollte das DTB-Quartett gegen die Französinnen gewinnen, bräuchte es noch einen weiteren Sieg in der folgenden Play-off-Partie Mitte April, um wieder in die Eliteliga aufzusteigen. Mittelfristig sei "der Titel das Ziel", erklärte Rittner.

sid | Stand: 07.02.2013, 13:00

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