Kerber-Hype in Leipzig

Angelique Kerber

Vor dem Fed-Cup-Spiel gegen die Schweiz

Kerber-Hype in Leipzig

Angelique Kerbers Triumph in Melbourne hat die Aufmerksamkeit für die deutschen Tennis-Damen vor dem Fed-Cup-Auftakt schlagartig erhöht. Die Teamchefin sieht genau darin auch die größte Herausforderung.

Kerbers Sieg in Melbourne, als erste deutsche Grand-Slam-Siegerin nach Steffi Graf, war ein frühes sportliches Highlight in diesem Jahr. Barbara Rittner, Fed-Cup-Teamchefin, steht nun vor der Aufgabe, die deutschen Tennis-Damen nach den tollen Tagen von Melbourne wieder in den Alltag zu überführen. "Wir müssen das abhaken und den Fokus finden", sagte Rittner am Mittwoch (03.02.2016) vor dem Viertelfinale gegen die Schweiz. "Es wird entscheidend sein, dass wir alles, was passiert ist, hinter uns lassen", erklärte sie mit Blick auf die Partie am Samstag und Sonntag.

Petkovic: "Sonst machen wir es auf dem Klo"

Einfach wird dies nicht, dies wurde schon beim ersten Medientermin nach der Ankunft in Leipzig deutlich. Neun Kamerateams und insgesamt 80 Journalisten drängten sich in den Presseraum der Messehalle. Ein für ein Fed-Cup-Spiel ungewohnter Rummel, wie auch Kerbers Teamkollegin Andrea Petkovic bemerkte: "Das müssen wir genießen: eine volle Pre-Draw-Pressekonferenz. Sonst stehen hier zwei Leute und wir machen es auf dem Klo."

Fragen nach Zika und Schweinsteiger

Im Mittelpunkt stand natürlich die frischgebackene Australian-Open-Siegerin, die den Hype um ihre Person beim ersten offiziellen Auftritt auf deutschem Boden geduldig und mit einem Lächeln über sich ergehen ließ. Selbst bei den albernsten Fragen der angereisten Medienvertreter blieb Kerber gelassen - unter anderem wurde sie um ihre Einschätzung zum Zika-Virus und zum möglichen Hochzeits-Termin ihrer Tennis-Kollegin Ana Ivanovic mit Bastian Schweinsteiger gebeten.

Rittner fordert volle Konzentration

Die Bundestrainerin sprach im Anschluss von einem Spagat, mit dem Hype umzugehen und gleichzeitig die schwierige sportliche Herausforderung zu meistern - allen voran für Kerber. Ab Donnerstag, das hat Rittner verfügt, soll dann Schluss sein mit den Schweinsteiger-Fragen. "Dann konzentriere ich mich nur noch auf die Partie am Wochenende", sagte Kerber. Eine Absage für die Fed-Cup-Partie hat Kerber trotz der Strapazen nach ihrem Triumph in Melbourne nie erwogen. "Es war von vornherein klar, dass ich hierher komme. Es ist für mich immer eine große Ehre." Zeit zur Erholung blieb ihr zwar kaum, sie fühle sich dennoch bereit für die nächste Aufgabe. "Körperlich fühle ich mich gut. Ich bin natürlich ein bisschen müde nach dem Stress. Aber ich bin gesund und fühle mich gut", sagte Kerber, die nach einem Abstecher zur Familie in Polen am Dienstagabend in Leipzig eintraf.

Kerber zunächst auf der Bank?

Zur Aufstellung mochte sich Rittner noch nicht äußern. Sie möchte wohl vor allem erst abwarten, wie sich Kerber nach dem Party- und Medienrausch der vergangenen Tage auf dem Court präsentiert. Der Teamchefin ist sogar zuzutrauen, dass sie ihren Star zunächst auf die Bank setzt. Spätestens am Freitag bei der Auslosung wird Klarheit herrschen. Neben der deutschen Nummer eins Kerber gehören Andrea Petkovic, Australian-Open-Achtelfinalistin Annika Beck und Doppel-Spezialistin Anna-Lena Grönefeld sowie als Ersatz Anna-Lena Friedsam zum Team.

Die deutschen Damen-Auswahl strebt den ersten Fed-Cup-Titel seit 1992 an, hat aber gleich eine komplizierte Aufgabe zu lösen. Für die Schweiz tritt neben den Top-15-Profis Belinda Bencic und Timea Bacsinszky die einstige Weltranglisten-Erste Martina Hingis an. Die frühere Kontrahentin von Steffi Graf ist für das Doppel vorgesehen. Viktorija Golubic komplettiert das Team. "Wir haben sicherlich großen Respekt vor der Schweiz", sagte Rittner. "Ich glaube, dass jedes Match offen ist."

red/dpa/sid | Stand: 03.02.2016, 14:30

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