Lisicki nach Krimi im Wimbledon-Finale

Sabine Lisicki

Nun gegen Bartoli

Lisicki nach Krimi im Wimbledon-Finale

Sabine Lisicki steht als erste deutsche Tennisspielerin seit Steffi Graf im Finale von Wimbledon - dabei hat sie gegen Agnieszka Radwanska im dritten Satz schon 0:3 hinten gelegen.

Lisicki setzte sich im Halbfinale gegen die Weltranglisten-Vierte Radwanska mit 6:4, 2:6, 9:7 durch und zog damit erstmals ins Endspiel eines der vier Grand-Slam-Turniere ein. Nach einem beeindruckenden ersten Satz leistete sich Lisicki Ende des zweiten Durchgangs eine kurze Schwächeperiode. Auch zu Beginn des dritten Satzes unterliefen der 23-Jährigen zu viele Fehler, sodass sie schnell mit 0:3 zurücklag. Radwanska spielte gewohnt laufstark, fehlerarm und konterstark. Doch Lisicki kämpfte sich mit starken Aufschlägen und Vorhänden zurück ins Spiel und hatte am Ende die besseren Nerven.

"Ich kann nicht glauben, dass ich im Finale stehe", sagte Lisicki und strahlte übers ganze Gesicht. "Die letzten Spiele waren so aufregend, wir haben beide so hart gekämpft. Es war eine Schlacht da draußen, aber ich habe immer daran geglaubt, dass ich das Match gewinnen kann. Egal wie der Spielstand war." Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner twitterte: "Du bist unglaublich, unfassbares Match, einfach nur stolz dabei zu sein." Auch Andrea Petkovic sendete Glückwünsche: "Wow, Bine! Wir sind alle megastolz! Bring den Titel nach Deutschland!"

Positive Bilanz gegen Bartoli

Marion Bartoli

Marion Bartoli

Lisicki war 2009 und 2012 in Wimbledon im Viertelfinale ausgeschieden, 2011 erst im Halbfinale. Letzte deutsche Siegerin in Wimbledon war 1996 Steffi Graf. Der letzte deutsche Titel bei einem der vier wichtigsten Turniere gelang ebenfalls Steffi Graf 1999 bei den French Open.

Im Endspiel trifft Sabine Lisicki am Samstag auf Marion Bartoli. Die Französin hatte zuvor mit einem ungefährdeten 6:1, 6:2 gegen die Belgierin Kirsten Flipkens das Finale erreicht. Lisicki weist gegen Bartoli eine Bilanz von drei Siegen in vier Duellen auf. Schon zweimal standen sich die beiden in Wimbledon gegenüber. 2008 setzte sich die Französin in der ersten Runde durch, 2011 Lisicki im Viertelfinale.

Bartoli: "Ich habe alles glatt getroffen"

Bartoli steht zum zweiten Mal nach 2007 im Finale von London. Vor sechs Jahren hatte sie das Endspiel gegen Venus Williams aus den USA verloren. "Ich habe mich heute so wohl gefühlt und so gut gespielt", sagte Bartoli: "Heute war der Ball für mich so groß wie ein Fußball. Ich habe alles glatt getroffen. Aufschläge, Lobs und Passierbälle - alles lief perfekt für mich." Viel Anerkennung hatte sie für Flipkens übrig: "Vielleicht war sie heute ein bisschen angeschlagen, es muss hart sein, eine Verletzung in einem Halbfinale zu haben. Sie hat so ein großes Turnier gespielt und verdient jeden Respekt." Bartoli bleibt damit ohne Satzverlust im Turnierverlauf.

Die 28-Jährige dominierte die Partie vom ersten Ballwechsel an mit ihren beidhändigen Grundschlägen und ließ Halbfinal-Debütantin Flipkens zu keinem Zeitpunkt eine Chance. Die 27-Jährige rief Mitte des zweiten Durchgangs den Arzt und ließ sich am rechten Knie behandeln, das ohnehin bandagiert war. Bartoli blieb trotz der minutenlangen Pause im Rhythmus und verwandelte nach nur 62 Minuten ihren zweiten Matchball mit einem Schmetterball.

vs/sid/dpa | Stand: 04.07.2013, 18:35