Lleyton Hewitt - ein großer Kämpfer tritt ab

Lleyton Hewitt - ein großer Kämpfer tritt ab

Die Niederlage gegen David Ferrer war die letzte von Lleyton Hewitt im Profi-Tenniszirkus. Der 34-Jährige beendet seine Karriere. Und wird als einer der größten Kämpfer seiner Zunft in die Bücher eingehen.

Lleyton Hewitt

Die Tennis-Karriere des Australiers Lleyton Hewitt ist seit Donnerstag (21.01.16) beendet. Der 34-Jährige verlor bei den Australian Open in Melbourne in Runde zwei gegen den an Nummer acht gesetzten Spanier David Ferrer 2:6, 4:6, 4:6 und verabschiedete sich nach seiner Niederlage von seinem Publikum. "Ich habe mich ja schon seit Tagen darauf vorbereitet, meinen Abschied zu nehmen. Jetzt habe ich aber eine Menge verschiedener Gefühle in mir", sagte Hewitt im Interview auf dem Center Court. "Es war mir immer eine Ehre, Australien vertreten zu dürfen."

Die Tennis-Karriere des Australiers Lleyton Hewitt ist seit Donnerstag (21.01.16) beendet. Der 34-Jährige verlor bei den Australian Open in Melbourne in Runde zwei gegen den an Nummer acht gesetzten Spanier David Ferrer 2:6, 4:6, 4:6 und verabschiedete sich nach seiner Niederlage von seinem Publikum. "Ich habe mich ja schon seit Tagen darauf vorbereitet, meinen Abschied zu nehmen. Jetzt habe ich aber eine Menge verschiedener Gefühle in mir", sagte Hewitt im Interview auf dem Center Court. "Es war mir immer eine Ehre, Australien vertreten zu dürfen."

Die 15.000 Zuschauer feierten ihren Helden minutenlang mit Standing Ovations, während des Gesprächs kamen auch seine Kinder Mia Rebecca (10), Cruz (7) und Ava Sydney (5) auf den Platz. Lleyton Hewitt hat in seiner fast 20-jährigen Karriere zwei Grand Slams gewonnen, 2001 die US Open und im Jahr darauf auf dem Heiligen Rasen in Wimbledon.

Hewitt wird als der "ewige Kämpfer" in die Geschichtsbücher des Tenniszikrus eingehen. Legendär sind seine Marathon-Matches, für die er Spezialist war. Weil er nie aufgab und oft genug bis zum Schluss mit allem Kampfgeist seine Chance suchte, um scheinbar aussichtslose Matches noch zu drehen. Seine Karriere begann 1998, als er als 16-Jähriger sein Heimatturnier in Adelaide gewann. Im Halbfinale schaltete er als No-Name André Agassi aus.

Mit Agassi verband ihn später einiges, die beiden wurden Freunde. Die Sympathien der Szene aber musste sich Hewitt erst hart erarbeiten. Die Herzen flogen eher seinen Landsleuten Pat Rafter oder Mark Philippoussis zu, Hewitt eckte mit seiner offenen Art immer wieder an. Seine Gefühlsausbrüche wurden ihm zudem als Respektlosigkeit ausgelegt, bei vielen Kollegen fehlte es an Akzeptanz. Brad Gilbert drohte ihm sogar einst Prügel an.

Hewitts Spiele waren meist garantierte Achterbahnfahrten. Ein Auf und Ab mit ungewissem Ausgang. Es gab Grand-Slam-Turniere, da sorgten sich die Fans schon in der dritten Runde, ob er überhaupt noch antreten könne, nachdem er sich zum Auftakt gleich zwei stundenlange Abnutzungsduelle hintereinander geliefert hatte. Doch er gewann auch große Titel: 2001 triumphierte er bei den US Open, 2002 in Wimbledon - und das als ein Spieler, der von der Grundlinie agierte und nicht wie zu der Zeit noch üblich Serve-and-Volley spielte. Zu Beginn des Jahrtausends war er 80 Wochen lang die Nummer eins.

Hewitt kämpfte oft bis zur totalen Erschöpfung. Diese Mentalität will er seinen Nachfolgern nahebringen. Er wird Davis-Cup-Teamchef der "Aussies" und steht angesichts der Erstrundenpartie gegen die USA Anfang März im Melbourner Stadtteil Kooyong vor einem reizvollen Debüt. Den Davis Cup hatte Hewitt als Spieler 1999 und 2003 gewonnen.

Stand: 21.01.2016, 13:17 Uhr

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