Australian Open - Kerber schlägt Scharapowa, nächstes Aus für Zverev

Angelique Kerber

Tennis, Australian Open

Australian Open - Kerber schlägt Scharapowa, nächstes Aus für Zverev

Angelique Kerber hat bei den Australian Open ihre wiedergewonnene Stabilität auch gegen Maria Scharapowa eindrucksvoll demonstriert. Für den hochgehandelten Alexander Zverev gab es dagegen in der dritten Runde das nächste bittere Aus bei einem Grand-Slam-Turnier. Maximilian Marterer kassierte ebenfalls eine Niederlage. Simona Halep gewann ein Marathonmatch.

Angelique Kerber hat das Duell mit Maria Scharapowa klar für sich entschieden und nach einer beeindruckenden Vorstellung das Achtelfinale der Australian Open erreicht.

Die seit Donnerstag 30 Jahre alte Kielerin ließ ihrer russischen Gegnerin am Samstag (20.01.2018) keine Chance und gewann in 64 Minuten 6:1, 6:3.

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Sportschau | 20.01.2018 | 02:51 Min.

Im Kampf um den Einzug in das Viertelfinale trifft die Australian-Open-Siegerin von 2016 und ehemalige Weltranglisten-Erste am Montag auf Su-Wei Hsieh aus Taiwan.

Kerber: "Jeden Moment genossen"

"Ich habe so tolle Erinnerungen an diesen Platz, ich habe jeden Moment genossen", sagte eine strahlende Kerber nach dem Match. "Ich wusste, es wird schwer gegen Maria, sie ist ein Champion. Aber ich habe versucht, mein Spiel durchzuziehen."

Nach dem sportlichen Absturz im vergangenen Jahr knüpft sie damit wieder an ihre Erfolgssaison 2016 an, als sie in Melbourne und bei den US Open gewonnen hatte. Seit dem 1. Januar hat sie alle zwölf Matches für sich entschieden. "Ich habe viel gelernt aus dem letzten Jahr. Ich bin froh, dass wir jetzt 2018 haben und nicht 2017", sagte Kerber und bekannte, das sie sich in der Rod Laver Arena "wie zuhause" fühle. In der Tat rief ihr Auftritt gegen Scharapowa vom Fokus und der Körpersprache durchaus Erinnerungen wach an ihren Triumphzug in Melbourne vor zwei Jahren.

Nächstes Grand-Slam-Aus für Zverev

Alexander Zverev

Alexander Zverev

Alexander Zverev (20) ist dagegen bereits in der dritten Runde ausgeschieden. Zverev unterlag dem ein Jahr älteren Südkoreaner Chung Hyeon nach 3:22 Stunden 7:5, 6:7 (3:7), 6:2, 3:6, 0:6 und scheiterte damit als letzter deutscher Tennisprofi im Herreneinzel.

Damit muss der gebürtige Hamburger Zverev die nächste Grand-Slam-Enttäuschung verdauen. Bislang hat er noch nie das Viertelfinale bei einem der vier Majorturniere erreicht, sein bestes Resultat ist das Achtelfinale von Wimbledon im vergangenen Jahr. Für diese Saison hat er sich zum Ziel gesetzt, seine Grand-Slam-Ergebnisse zu verbessern.

Gegen Chung kassierte Zverev die zweite Niederlage im zweiten Duell. Auch im vergangenen Jahr in Barcelona auf Sand hatte er verloren.

Zverev: "Nicht das Gefühl, dass ich schlecht gespielt habe"

"Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass ich schlecht gespielt habe. Im fünften Satz lief gefühlt alles gegen mich. Ich muss herausfinden, woran das liegt", sagte Zverev, der im fünften Satz beim Rückstand von 0:3 frustriert seinen Schläger auf dem Betonboden zertrümmerte. Nach dem Match sprach Zverev auch vom hohen Druck, den er sich nicht zuletzt selbst beim ersten Grand-Slam des Jahres auferlegt hat: "Ich merke schon, wenn ich hier reinkomme: Es erwarten viele von mir, dass ich ins Halbfinale komme. Das ist nicht einfach."

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Sportschau | 20.01.2018 | 00:54 Min.

Djokovic und Federer souverän, del Potro draußen

Novak Djokovic zeigte sich bei seinem Comeback nach sechsmonatiger Pause weiter in aufstrebender Form. Der Melbourne-Rekordsieger setzte sich gegen den an den Position 21 gesetzten Spanier Albert Ramos Vinolas mit 6:2, 6:3, 6:3. Der sechsmalige Sieger ließ sich während des Matches am Rücken behandeln, zuletzt hatte er über Schmerzen im Ellbogen geklagt, die ihn bereits die zweite Hälfte der letzten Saison gekostet hatten. "Ich musste mir die Punkte verdienen, es war nicht so einfach, wie es aussah", sagte Djokovic: "Ich darf nicht zu viel erwarten, weil ich sechs Monate nicht gespielt habe. Aber ich bin zufrieden mit meinem Spiel."

Mit Juan Martin del Potro schied dagegen ein Grand-Slam-Champion aus. Der Argentinier unterlag glatt in drei Sätzen gegen Tomas Berdych.

Federer weiter ohne Satzverlust

Titelverteidiger Roger Federer präsentiert sich bei den Australian Open weiter in guter Form und steht ohne Satzverlust im Achtelfinale. Der Grand-Slam-Rekordsieger hatte in seinem Drittrundenmatch mit Richard Gasquet wenig Mühe und verwandelte nach 1:59 Stunden seinen zweiten Matchball zum 6:2, 7:5, 6:4. Im 19. Vergleich mit dem Franzosen war es für den an zwei gesetzten Federer der 17. Sieg.

Im Achtelfinale trifft der 36 Jahre alte Schweizer auf den ungesetzten Ungarn Marton Fucsovics. Die Nummer 80 der Weltrangliste hatte sich klar gegen den Argentinier Nicolas Kicker mit 6:3, 6:3, 6:2 durchgesetzt. Zuvor war Fucsovics bei einem Grand-Slam-Turnier nie über die erste Runde hinausgekommen.

Marterer verliert knapp

Maximilian Marterer (22) aus Nürnberg unterlag im Duell der Melbourne-Debütanten dem Amerikaner Tennys Sandgren nach 2:56 Stunden 7:5, 3:6, 5:7, 6:7 (5:7). Vor dem ersten Grand Slam des Jahres hatte Marterer noch alle 14 Matches auf der ATP-Tour verloren.

Maximilian Marterer

Maximilian Marterer

Gegen Sandgren fehlte Marterer die Kraft, um an seine Leistungen gegen Cedrik-Marcel Stebe und Fernando Verdasco in den Runden zuvor anzuknüpfen. Am Donnerstag hatte er bei Temperaturen von mehr als 30 Grad dreieinhalb Stunden auf dem Court gestanden. Sandgren hatte dagegen mit dem Schweizer Stan Wawrinka keine Probleme und Kraft gespart.

"Vor zwei Tagen habe ich mein erstes Fünfsatzmatch überhaupt gespielt, daher war für mich alles neu: Wie muss ich regenerieren, wie muss ich mich vorbereiten. Heute musste ich dem ersten Satz Tribut zollen, der sehr anstrengend war", sagte Marterer: "Im vierten Satz habe ich durch den Kampf zurück ins Spiel gefunden, dann haben zwei blöde Punkte im Tiebreak das Match entschieden. Entsprechend bin ich etwas enttäuscht."

Der Einzug in die Runde der besten 32 Profis in Melbourne war für Marterer der mit Abstand größte Erfolg seiner Karriere.

Simona Halep kämpft sich durch

Simona Halep

Simona Halep

Nach dem drittlängsten Damenmatch der Turniergeschichte hat die Tennis-Weltranglisten-Erste Simona Halep das Achtelfinale erreicht. Die 26 Jahre alte Rumänin bezwang Lauren Davis aus den USA in 3:45 Stunden 4:6, 6:4, 15:13. Von der Rekordmarke beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres waren Halep und Davis aber noch eine Stunde entfernt.

2011 standen sich die Italienerin Francesca Schiavone und Swetlana Kusnezowa aus Russland 4:44 Stunden gegenüber. "Ich bin fast tot, aber ich hoffe, ihr habt es genossen", sagte Halep völlig erschöpft zu den Zuschauern in der Rod-Laver-Arena.

sid/dpa | Stand: 20.01.2018, 13:00

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