Bader gewinnt Bronze bei den Klippenspringern

Anna Bader

Schwimm-WM in Barcelona

Bader gewinnt Bronze bei den Klippenspringern

Anna Bader stürzte sich aus 20 Metern ins Hafenbecken von Barcelona und tauchte mit WM-Bronze wieder auf, die deutschen Schwimmer gingen im Palau Sant Jordi reihenweise baden.

Bei der spektakulären Premiere der Klippenspringer verpasste die Serien-Europameisterin zwar den ersten offiziellen WM-Titel, bescherte dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) am elften Tag der Weltmeisterschaften aber immerhin die neunte Medaille.

Von Edelmetall können die Beckenschwimmer derzeit nur träumen. Ein Jahr nach der Olympia-Pleite droht das nächste historische Debakel: die schlechteste Ausbeute in der WM-Geschichte. Der neue Bundestrainer Henning Lambertz warf sein WM-Ziel schon über Bord und fühlte sich an London erinnert. "Die Parallelen kann man nicht von der Hand weisen", sagte er.

Der Anspruch, dass 70 Prozent seiner Athleten schneller schwimmen sollten als bei den deutschen Meisterschaften im April ist schon nach drei Wettkampftagen völlig illusorisch. Die Zwischenbilanz: Nach 13 von 40 Entscheidungen waren es zwölf Prozent.

Deutsche Schwimmer nur Zuschauer

Anna Bader war nach dem WM-Debüt ihrer Extremsportart hin- und hergerissen. "Es war fantastisch, super schön", sagte die 29-Jährige aus Mainz und strahlte. Doch das Lachen täuschte: "Ich hätte mir schon Gold gewünscht", sagte sie.

Die Klippenspringerin war auf dem Stahlgerüst im Port Vell als Favoritin angetreten. Doch in ihrem ersten großen Wettkampf musste sie sich mit dem dritten Platz hinter den US-Amerikanerinnen Ceselie Carlton und Ginger Huber zufrieden geben. "Nach den ersten beiden Sprüngen sah es gut aus", sagte Bader. "Beim letzten habe ich am Ende ein bisschen überdreht."

Als am Abend im Palau Sant Jordi die Schwimm-Entscheidungen fielen, waren die Deutschen nur Zuschauer. Für die vier Starter Hendrik Feldwehr (Essen) über 50 m Brust, Alexandra Wenk (München) über 200 m Freistil, Martin Grodzki (Berlin) und Sören Meißner (Würzburg) über 800 m Freistil waren am Morgen schon die Vorläufe Endstation gewesen.

Missy Franklin auf den Spuren von Michael Phelps

Die viermalige US-Olympiasiegerin Missy Franklin wandelt auf den Spuren von Michael Phelps: Zwei Tage nach ihrem Triumph mit der 4x100-m-Freistilstaffel setzte sich die Topfavoritin auch im Finale über 100 m Rücken in Weltjahresbestzeit von 58,42 Sekunden durch. Platz zwei ging an der Australierin Emily Seebohm vor der Japanerin Aya Terakawa.

Yannick Agnel hat die Prestigestrecke 200 Meter Freistil gewonnen. Der Franzose schlug in Weltjahresbestzeit von 1:44,20 Minuten an. Zweiter wurde überraschend Conor Dwyer aus den USA vor dem Russen Danila Isotow.

16 Jahre alte Ledecky triumphiert

Katie Ledecky aus den USA ist mit 16 Jahren die bislang jüngste Titelträgerin über 1500 Meter Freistil. In 15:36,53 Minuten unterbot Ledecky die sechs Jahre alte Bestmarke von Kate Ziegler (USA) um sechs Sekunden. Titelverteidigerin Lotte Friis aus Dänemark blieb ebenfalls unter dem Weltrekord und schwamm in 15:38,88 Europarekord. Rang drei ging an die Neuseeländerin Lauren Boyle.

Matt Grevers aus den USA ist Weltmeister über 100 Meter Rücken. Der Olympiasieger schlug nach 52,93 Sekunden an. Rang zwei sicherte sich US-Landsmann David Plummer vor dem Franzosen Jeremy Stravius.

Olympiasiegerin Ruta Meilutyte (Litauen) ist nicht zu stoppen. Die 16-Jährige gewann über 100 m Brust Gold vor der Russin Julia Efimowa und der US-Amerikanerin Jessica Hardy. Mit der Siegerzeit von 1:04,42 blieb der Teenager aber etwas über ihren tags zuvor im Halbfinale aufgestellten Weltrekord (1:04,35).

dpa/sid | Stand: 30.07.2013, 21:30