Freiwasser-Team holt Gold

Schwimm-Weltmeisterschaften in Barcelona

Freiwasser-Team holt Gold

Rekord-Weltmeister Thomas Lurz, Christian Reichert und Isabelle Härle haben die Goldmedaille im Hafenbecken von Barcelona geholt.

Das Freiwasserteam sorgte schon für die fünfte Medaille des Deutschen Schwimmer-Verbandes bei diesen Weltmeisterschaften und für das zweite Gold. Für Rekord-Weltmeister Thomas Lurz war es der elfte WM-Titel. "Das ist eine super Geschichte. Ich wusste schon im Wasser, dass wir sehr gut liegen", erklärte der 33-Jährige nach dem Erfolg über die nicht-olympische Strecke. Silber ging auf der Fünf-Kilometer-Strecke im Hafen der katalanischen Metropole mit mehr als einer Minute Rückstand an Griechenland. Dritter wurde Brasilien.

Deutsche schwimmen gleichmäßig schnell zum Titel

Mit Startnummer vier waren sie im Kampf gegen die Uhr ins Wasser gegangen und überholten in der Mittagshitze die eine Minute vorher gestarteten Italiener. Bereits nach drei Kilometern sei ihm klar gewesen, dass es zu einer Medaille reiche. "Das war nah dran am perfekten Teamrennen", erklärte der Würzburger. "Es ist sehr schön in einer Einzelsportart Teamweltmeister zu werden."

Das Teamrennen, bei dem zwei Männer die Frau in einem kraftsparenden Sog ziehen, war sogar eine Minute schneller als das Männer-Einzelkonkurrenz. "Wie sie das gemacht hatten, das war der Hammer, das war krass. Die waren wie in einem Rausch", sagte Bundestrainer Stefan Lurz. Von Beginn an legte sein Team ein gleichmäßig hohes Tempo vor, dem keiner folgen konnte. Während die Deutschen wie an einer Schnur gezogen eine Idealformation bildeten, schwammen viele Teams teils nebeneinander und vergeudeten so wertvolle Kräfte. "Das hat mich auch gewundert, was da einige gemacht haben", sagte Thomas Lurz und lobte Team und Mitschwimmer: "Die Isi war perfekt schnell und wir waren perfekt aufgestellt. Es war eine Spitzenleistung."

Härle schwimmt mit den Männern mit

Bei der WM vor zwei Jahren in Asien hatten Härle und Lurz zusammen mit Jan Wolfgarten als Dritte auf dem Podest gestanden. "Ich bin wahnsinnig froh. Meine größte Angst war, dass ich den Jungs nicht hinterherkomme", sagte Härle hinterher. Die eigentliche Beckenschwimmerin kämpfte bei der Siegerehrung im Hafen mit den Tränen. Doch es waren ganz andere Gefühle als die der ersten Enttäuschung nach der knapp verpassten Bronzemedaille im Einzelrennen. Ihr Freund Hendrik Feldwehr hatte wie die anderen deutschen Beckenschwimmer auch nach dem Morgen-Training das Freiwasser-Team an der Kaimauer lautstark unterstützt.

Wunden durch Schwimmanzüge

Für die deutschen Freiwasser-Schwimmer war es die vierte Medaille in Barcelona. Zuvor hatte Thomas Lurz Silber und Bronze gewonnen, Angela Maurer ebenfalls Bronze. Sie zählt auch beim Rennen über 25 Kilometer am Samstag wieder zu den Medaillenkandidaten. Auch Lurz liebäugelt nach wie vor mit einem Start über die 25 Kilometer. "Ich würde die schon gerne schwimmen, aber das einzige ernsthafte Problem sind die Wunden von meinen Anzügen", sagte er und zeigte seine zahlreiche Abschürfungen. Durch das Salzwasser rieb der Kunststoff zu sehr an der Haut: "Ich muss sehen, wie wir das machen können."

Angeschlagener Hausding im Finale

Die Wasserspringer bekamen von all dem wenig mit. Weltmeister Patrick Hausding, der am Sonntag im Turm-Synchronspringen Gold gewonnen hatte, plagten eigene Sorgen. Trotz seiner Verletzungsprobleme qualifizierte er sich vom 3-Meter-Brett als Halbfinal-Fünfter für das Finale am Freitag. Der Berliner laborierte dabei an einer Sehnenentzündung im linken Bizeps, auch seine Ohrenschmerzen sind noch nicht überwunden. Er habe Schmerztabletten genommen und sich damit "erstmal zugeschossen", verriet der 24-Jährige. Stephan Feck, der im Vorkampf noch überraschend Dritter gewesen war, schied als 18. aus.

Kurjo springt auf Rang fünf

Unterdessen hatte Wasserspringerin Maria Kurjo einen guten fünften Platz vom Turm belegt. Die EM-Dritte erhielt am Donnerstag 336,55 Punkte und steigerte sich im Vergleich zu Halbfinale und Vorkampf noch einmal. Gold und Silber ging an China. Si Yajie lag mit 392,15 Punkten knapp vor der viermaligen Olympiasiegerin Chen Ruolin, die zuvor im Synchron-Wettbewerb vom Turm gewonnen hatte. Europameisterin Julia Prokoptschuk aus der Ukraine wurde Dritte.

14. WM-Titel für Romaschina

Synchronschwimmerin Swetlana Romaschina gewann ihren 14. WM-Titel. Einen Tag nach dem Sieg im Solo holte sie sich am Donnerstag im Duett in der Freien Kür zusammen mit Swetlana Kolesnitschenko die nächste Goldmedaille ab. In Barcelona war es nach 97,680 Punkten bereits Erfolg Nummer vier. Rekord-Weltmeisterin ist ihre ehemalige Duettpartnerin Natalia Ischtschenko mit 16 WM-Erfolgen. Silber ging an die Chinesinnen Jiang Tingting/Jiang Wenwen mit 95,350 Zählern. Ona Carbonell/Margalida Crespi Jaume ließen die heimischen Fans nach 94,990 Punkten und Rang drei jubeln.

dpa | Stand: 25.07.2013, 20:36