Schwimmer mit Mini-Team zur WM

Lisa Graf von der SG Neukölln

Deutsche Meisterschaften in Berlin

Schwimmer mit Mini-Team zur WM

Knapp vier Wochen vor den Weltmeisterschaften lassen bei den nationalen Titelkämpfen nur wenige Schwimmer gute Ergebnisse in Budapest erwarten. Nur ein Mini-Team schaffte die Qualifikation zur WM in Budapest. Vor allem der Nachwuchs gibt dem Bundestrainer zu denken.

Ein Jahr nach dem Olympia-Debakel machen die deutschen Schwimmer nur wenig Hoffnung für die WM. Es gab im Grunde nur drei Lichtblicke. Dazu zählte vor allem Lisa Graf.

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Lisa Graf mit deutschem Rekord

Die 24-Jährige schlug über 200 Meter nach 2:07,63 Minuten an und blieb damit rund eine Sekunde unter der geforderten Zeit für die Weltmeisterschaft. Es war insgesamt die fünfte nationale Bestzeit der Titelkämpfe. Eine starke Leistung zeigte auch Franziska Hentke, die über 200 Meter Schmetterling in 2:06,18 Minuten so schnell, wie noch keine Frau vor ihr in diesem Jahr geschwommen war.

Und den Auftritt von Philipp Heintz, der auf der 200-Meter-Lagenstrecke in 1:55,76 Minuten Weltjahresbestzeit und deutschen Rekord geschwommen war, bezeichnete Lambertz als "das Highlight schlechthin". Heintz selbst hatte nach seinem Triumph scherzhaft gesagt: "Eigentlich müsste ich jetzt meine Karriere beenden. Ich habe gesagt, wenn ich 1:55 schaffe, kann ich aufhören." Daran denkt er natürlich nicht wirklich. Stattdessen gehört er zu den wenigen Medaillenkandidaten des Deutschen Schwimm-Verbands für die WM.

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Marco Koch soll trotzdem ins Team

Ansonsten hatte Lambertz wenig Grund zum Jubeln. Im Jahr eins nach dem Rücktritt von Weltrekordler Paul Biedermann verpasste sogar Marco Koch die harte WM-Norm. Der Weltmeister darf dennoch auch ohne Norm mit der Nominierung rechnen. Seine Finalzeit von 2:08,69 Minuten über 200 Meter Brust brachte ihm wenigstens die Titelverteidigung. Schon vor dem Finale hatte Chefbundestrainer Henning Lambertz dem 27-Jährigen "eine ganz besondere Position" in der Mannschaft zugesprochen. "Ich möchte ihn im Team haben."

Lambertz hatte auf mehr Norm-Erfüller gehofft. Ein halbes Dutzend sollte es sein.

Henning Lambertz

Henning Lambertz

Weil daraus nichts wurde und zudem viel weniger jüngere Athleten als von ihm erhofft überzeugten, wird Deutschland vom 14. bis zum 30. Juli wohl mit den wenigsten Schwimmern seit der Wiedervereinigung bei den Weltmeisterschaften in Budapest antreten. "Ich tippe darauf, dass wir irgendwo zwischen zehn und 14 landen werden", sagte Lambertz. 15 bis 20 waren anvisiert, insgesamt schafften nur sieben die Norm.

Gerade von den U23-Schwimmern, die erleichterte WM-Normen unterbieten mussten, hatte sich der Trainer deutlich mehr versprochen. Nur vier U23-Schwimmer lösten das Ticket: Der 22-jährige Poul Zellmann über 400 Meter Freistil, der ein Jahr jüngere Damian Wierling auf der 50-Meter-Freistil-Strecke, Florian Wellbrock (19) über 1500 Meter Freistil und die erst 16 Jahre alte Freistilschwimmerin Celine Rieder über die 800-Meter-Distanz. Vor den deutschen Meisterschaften hatte Lambertz gesagt, er hoffe, "dass zehn bis zwölf junge U23-Schwimmer ins WM-Team vorstoßen".

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 18.Juni, 22.50 Uhr

Stand: 18.06.2017, 17:00

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