Später Endspurt - Bronze für Biedermann

Paul Biedermann

Schwimm-WM in Kasan

Später Endspurt - Bronze für Biedermann

Paul Biedermann hat bei der Schwimm-WM in Kasan die Bronzemedaille über 200 Meter Freistil gewonnen.

Der 28-Jährige aus Halle/Saale schlug am Dienstag (04.08.15) in persönlicher Jahresbestzeit von 1:45,38 Minuten an. Es ist Biedermanns dritte WM-Medaille über seine Lieblingsstrecke nach Gold 2009 und Bronze 2011.

"Das war sehr hart erkämpft, es war ein super-spannendes Rennen", kommentierte Biedermann sein Edelmetall. "Ich denke, dass war mein Maximun - jetzt bin ich froh, dass es vorbei ist." Dass ihm am Ende nur 0,24 Sekunden auf den britischen Überraschungsweltmeister James Guy und 0,18 Sekunden auf den Zweiten Sun Yang (China) fehlten, ärgerte ihn doch. "Er kam an und hat gesagt: 'Da wäre ja Gold drin gewesen'. Da hätte ich ihm beinahe eine geklatscht", berichtete sein Heimtrainer Frank Embacher.

Schlechte letzte Wende

Der Doppel-Weltmeister von 2009 verpasste seinen dritten WM-Titel aufgrund einer schlechten letzten Wende. "Die habe ich leider nicht ganz getroffen, das ist ein bisschen schade", sagte der Hallenser, meinte aber auch: "Ich habe mich in der Weltspitze wieder etablieren können, das gibt mir Mut und Auftrieb für das kommende Olympia- Jahr."

Biedermanns Bronze war die fünfte Medaille für den DSV in Russland nach viermal Edelmetall durch die Freiwasserschwimmer. Nach den Eindrücken aus den Vorläufen und dem Halbfinale konnte der Hallenser mit der geschwommenen Zeit durchaus zufrieden sein. Doch nach dem Rennverlauf war eindeutig mehr möglich.

Schnellster auf der Schlussbahn

Der Weltrekordler kam wie so oft sehr spät in seinen Rhythmus, war dann aber auf der Schlussbahn mit Abstand der schnellste Mann im Feld, nahm beispielsweise Yang vier Zehntelsekunden ab.

Seinen Endspurt hatte er aber so spät angesetzt, dass es letztlich nicht mehr ganz reichte, um die beiden Führenden noch abzufangen. Ärgerlich ist das auch insoweit, als Topstars wie Michael Phelps und Yannick Agnel diesmal nicht am Start waren. Der Amerikaner Ryan Lochte, der das Halbfinale noch dominiert hatte, teilte sich das Rennen falsch ein - und wurde am Ende bis auf Rang vier durchgereicht.

Feldwehr verpasst Finale

Der Essener Hendrick Feldwehr scheiterte als Zehnter über 50 Meter Brust knapp an der Finalhürde. Auch für Alexander Kunert (Gelnhausen) war im Halbfinale über 200 Meter Schmetterling auf Rang 14 Endstation. Zudem verpasste der 19-Jährige den deutschen Uraltrekord von Michael Groß aus dem Jahr 1986 um über eine Sekunde.

sid/ch | Stand: 04.08.2015, 20:12

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