Dressel stellt Phelps' Gold-Rekord ein

US-Schwimmstar Caeleb Dressel jubelt

Schwimm-Weltmeisterschaft in Budapest

Dressel stellt Phelps' Gold-Rekord ein

Nach seinem historischen Gold-Hattrick bekam Schwimm-Jungstar Caeleb Dressel die wichtigste Nachricht per SMS.

"Michael Phelps hat mir getextet, um mir zu sagen: Guter Job", berichtete der 20-Jährige am Sonntag (30.07.2017) nach seinem Dreifach-Triumph in nur 80 Minuten in der Duna Aréna. Ganz schnell schob er nach: "Ich möchte aber nicht mit ihm verglichen werden." Doch der Student der University of Florida hat in den WM-Tagen von Budapest alles dafür getan, dass sein Name in einem Atemzug mit dem Rekord-Olympiasieger genannt wird.

Erstmals drei Titel an einem Tag

Mit sieben Goldmedaillen stieß der neue US-Star in Phelpssche Dimensionen vor und stellte den WM-Rekord des Superstars von 2007 ein. Drei Titel an einem Tag hatte vor ihm in der WM-Geschichte noch kein Schwimmer gewonnen - auch nicht der 26-malige Weltmeister. "Ich bin nicht Michael", sagte Dressel, "ich habe mir gerade erstmal die Füße nass gemacht im internationalen Schwimmen."

Allerdings in derart beeindruckendem Tempo, dass auch Phelps begeistert war. "Dieser Junge brennt. Es macht wahnsinnig Spaß zuzuschauen, Kumpel", schrieb der erfolgreichste Schwimmer der Geschichte auf Instagram und stellte ein Foto vom gemeinsamen Staffel-Olympiasieg in Rio de Janeiro dazu.

Vor einem Jahr noch die Tränen getrocknet

Vor einem Jahr, nach seinem letzten Rennen und der 23. Goldmedaille seiner außergewöhnlichen Karriere, hatte Phelps den zwölf Jahre jüngeren Neuling an seiner Seite noch trösten müssen. Dressel war an jenem historischen Abend in Rio in Tränen ausgebrochen. Jetzt hat der 20-Jährige alles im Griff - selbst im größten Stress.

Nach seinem Sieg über 50 Meter Freistil und 100 Meter Schmetterling musste sich Dressel sputen: Die US-Hymne bei seiner zweiten Siegerehrung am Samstagabend war gerade verklungen, da verschwand er schon und verzichtete auf die obligatorische Ehrenrunde. Nur sieben Minuten später sprang er als Startschwimmer der gemischten Freistilstaffel wieder ins Becken und zog das WM-Quartett zu Gold und Weltrekord.

Fünf Titel für Ledecky

"Ich glaube, ich musste nur zweimal rennen", meinte Dressel grinsend. Mit seinem Dreifach-Triumph stahl er auch seiner Landsfrau Katie Ledecky die Show, die eigentlich nach dem Rücktritt von Phelps im hellsten Scheinwerferlicht stehen sollte. Die fünfmalige Olympiasiegerin gewann über 800 Meter Freistil ihren fünften Titel in Budapest und ist mit 14 WM-Goldmedaillen Rekordweltmeisterin. Doch die Schlagzeilen gehörten dem Studenten aus Florida, der am Sonntag auch noch mit der US-Lagenstaffel triumphierte.

Die Weltrekorde Nummer zehn und elf stellten Olympiasiegerin Lilly King über 50 Meter Brust (29,40) und die US-Lagenstaffel der Frauen über 4x100 m (3:51,55) auf. Die USA gewannen die Medaillenwertung der kompletten Schwimm-WM mit insgesamt 46 Mal Edelmetall (21/12/13) klar.

Hosszu gewinnt langes Lagenrennen

Aus Sicht des Gastgebers war jedoch Katinka Hosszú der Star der WM. Die "Iron Lady" feierte angetrieben von 12.000 Zuschauern in der Arena am Schlusstag über 400 m Lagen (4:29,33) ihren zweiten Triumph. Sarah Sjöström gewann im Finale über 50 m Freistil Gold, den acht Jahre alten Weltrekord von Britta Steffen hatte die schwedische Olympiasiegerin (23,67) bereits im Halbfinale am Samstag um sechs Hundertstelsekunden unterboten.

Am Schlusstag musste der Weltverband FINA derweil einen Dopingfall bekanntgeben. Der argentinische Freistilschwimmer Martin Naidich, der über 400 (35. Platz) und 800 Meter (26.) an den Start gegangen war, wurde vor dem 1.500-Meter-Rennen am Samstag "bis zur endgültigen Urteilsverkündung vorübergehend suspendiert", bestätigte FINA-Generaldirektor Cornel Marculescu. Der Weltverband habe angeblich erst nach Naidichs ersten beiden Rennen von der positiven Probe durch die argentinische Anti-Doping-Agentur aus der Zeit vor der WM erfahren.

dpa/red | Stand: 30.07.2017, 22:06

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