Schwimm-WM - Hausding/Klein holen Bronze

Sascha Klein (l.) und Patrick Hausding bejubeln den dritten Platz

Wettkämpfe in Ungarn

Schwimm-WM - Hausding/Klein holen Bronze

Die Wasserspringer Patrick Hausding und Sascha Klein haben ihre gemeinsame Erfolgsgeschichte mit einer WM-Bronzemedaille beendet.

Im letzten gemeinsamen Finale sicherte sich das Turm-Synchronduo am Montag (18.07.2017) bei der WM in Budapest mit 440,82 Punkten den dritten Platz und damit die ersehnte Medaille. Gold ging wie erwartet an die überragenden Chinesen Chen Aisen/Yang Hao (498,48) vor den Russen Alexander Bondar/Wiktor Minibajew (458,85). "Wir haben von der letzten Medaille geträumt", sagte Hausding, "dass es dann auch geklappt hat, ist märchenhaft."

Keine Patzer

Hausding/Klein punkteten konstant ohne Ausreißer nach unten und profitierten von einem Patzer der britischen Olympiadritten Thomas Daley/Daniel Goodfellow. Für die Olympiazweiten von Peking ist es die dritte WM-Medaille nach dem Sensations-Gold 2013 und Silber 2011. Die beiden bescherten dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) am vierten Wettkampftag damit das erste Edelmetall der Titelkämpfe in Ungarn.

Für den Dresdner Klein war es der letzte Wettkampf seiner Karriere. Seine Ehefrau drückte zum ersten Mal mit dem gemeinsamen Sohn Oskar (1) im Arm auf der Tribüne die Daumen. Trotzdem war Klein nicht sonderlich nervös. "Es fühlt sich wieder jedes andere Mal auch an", hatte der 31-Jährige nach dem Vorkampf gesagt.

Elf Jahre gemeinsam

Der bronzene Abschluss war der letzte Akt in einer wahren Erfolgsgeschichte. Vor elf Jahren sprangen Hausding/Klein das erste Mal gemeinsam vom Turm, nur zwei Jahre später gewann das Duo in Peking Olympia-Silber. Bei der WM 2013 in Barcelona düpierten die Deutschen sogar die chinesischen Überflieger und holten überraschend Gold. Bei Europameisterschaften sorgten die deutschen Vorspringer mit neun Titeln in Folge für einen Rekord.

Bronze für Klein und Hausding

Sportschau | 17.07.2017 | 00:40 Min.

Etwa 8.000 Mal haben sich beide aus zehn Metern in die Tiefe gestürzt. Aufgrund von zahlreichen Verletzungen konnten sie in den vergangenen Jahren den Schwierigkeitsgrad ihres Programmes nicht mehr steigern, auch Zeit für gemeinsames Training blieb kaum. Doch mit Routine und Nervenstärke glichen sie die Defizite auch in Budapest aus. "Die beiden sind Garanten für Leistung und Vorbilder für unsere anderen Sportler", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow, der für die Zukunft auf ein neues Turm-Paar setzen muss. Hausding will zwar seine Karriere bis Olympia 2020 fortsetzen, allerdings nur noch als Brettspringer.

Patrick Hausding: "Vielleicht sind Wasserspringer cooler"

Sportschau | 14.07.2017 | 01:58 Min.

Während er den Fokus dann auch schnell auf das Mixedspringen mit Maria Kurjo und seine Einzelkonkurrenz vom Drei-Meter-Brett richten muss, darf Klein die Tage in Budapest nun ausklingen lassen. "Ich wünsche ihm, dass er den Übergang vom Sportlerleben zum Berufsleben schnell hinbekommt", sagte Hausding, der in Rio Bronze vom Drei-Meter-Brett gewann. Er selbst geht jetzt auf die Jagd nach Klein, denn der hat zwei WM-Medaillen mehr als Hausding auf dem Konto.

Punzel/Freyer nur Neunte

Tina Punzel und Friederike Freyer haben indes bei den Frauen den neunten Platz belegt. Die EM-Zweiten kamen im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett auf 279,60 Punkte. Das waren etwa zehn Zähler mehr als im Vorkampf.

Den Titel sicherten sich souverän die chinesische Olympiasiagerin Shi Tingmao mit der neuen Partnerin Chang Yani mit 333,30 Punkten. Silber gewannen rund zehn Punkte dahinter die Kanadierinnen Jennifer Abel und Melissa Citrini-Beaulieu. Bronze ging an die Russinnen Nadeschda Baschina und Kristina Iljinych.

Synchronschwimmer bei Premiere auf Rang acht

In ihrem ersten WM-Finale haben die Synchronschwimmer Niklas Stoepel und Amelie Ebert im Mixed Duett den achten Platz belegt. Mit 70,3147 Punkten lagen die Bochumer rund 17 Zähler hinter Bill May und Kanako Kitao Spendlove aus den USA, die auf den Bronzerang kamen. Den Titel sicherten sich die Italiener Manila Flamini und Giorgio Minisini vor Mikhaela Kalancha und Aleksandr Maltsev aus der ansonsten dominierenden Synchronschwimm-Nation Russland.

Erst seit der Weltmeisterschaft 2015 in Kasan machen auch Männer bei den Synchronschwimm-Wettbewerben mit. In Russland waren damals jedoch keine deutschen Athleten in dieser Sportart dabei.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Montag, 17.7., 22.50 Uhr

sid/dpa/red | Stand: 17.07.2017, 21:08

Darstellung: