Vuelta 2017 - neun Bergankünfte warten auf Froome & Co.

Chris Froome und Fabian Aru waren schon bei der diesjährigen Tour de France Kontrahenten

Spanien-Rundfahrt (19.8. - 10.9.)

Vuelta 2017 - neun Bergankünfte warten auf Froome & Co.

Während Christopher Froome nach der Tour de France auch die diesjährige Vuelta gewinnen möchte, wird das Rennen für Alberto Contador zur Abschiedstour.

Sie steht im Schatten der Tour de France, dabei gilt sie als spektakulärer und hat in diesem Jahr neben einem anspruchsvollen Profil auch viele klangvoll Namen zu bieten: Die Rede ist von der Vuelta a España - der dritten Rundfahrt dieses Jahres, die neben dem Giro d’Italia und der Frankreich-Rundfahrt zu der Katgegorie der "Grand Tours" gehört und über 21 Etappen durch Spanien führt. In diesem Jahr beginnt die Vuelta allerdings nicht in ihrem Mutterland, sondern erstmalig in Frankreich im südlich gelegenen Nîmes.

Festspiele für Kletterer

Die Spanien-Rundfahrt startet am Samstag (19.8.) mit einem 13,7 Kilometer langen Einzelzeitfahren, ehe sich das Peleton in der Folge in den Süden bewegt, und dabei auch noch im Zwergenstaat Andorra zu Gast ist. Bergig wird es bereits ab der dritten Etappe. Insgesamt ist das Profil prädestiniert für Kletterer, es warten nämlich insgesamt neun Bergankünfte auf die Fahrer.

Die dicksten Brocken haben die Radsportler auf der 15. und 19. Etappe zu überwinden. Beide Tagesabschnitte sind zwar verhältnismäßig kurz, dafür müssen die Fahrer mit dem Alto Hoya de la Mora und dem Angliru aber extreme Schlussanstiege bewältigen, die beide eine Länge über 20 Kilometer aufweisen. Geklettert wird auch am Ende der 17. Etappe - und zwar auf den Los Machucos, der zwar eher kurz ist, aber mit Steigungsgraden von bis zu 28% nur auf dem kleinsten Kettenblatt bewältigt werden kann.

Froome will den ersten Vuelta-Sieg

In diesem Jahr haben zahlreiche Topstars ihre Teilnahme angekündigt. Allen voran Christopher Froome. Der viermalige Tour-de-France-Gewinner unternimmt seinen fünften Anlauf auf den Gesamtsieg. Im vergangenen Jahr musste er dem Kolumbianer Nairo Quintana den Vortritt lassen, auch 2011 und 2014 landete Froome auf Platz zwei. Quintana wird in diesem Jahr nicht antreten. Mit seinem starken Team Sky im Rücken ist Froome sicherlich der Topfavorit, aber auch andere Klassment-Fahrer haben Ambitionen angemeldet.

Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) konnte bereits alle drei großen Landesrundfahrten für sich entscheiden. Weil der Italiener in diesem Jahr auf die Tour verzichtete und stattdessen nur den Giro (Rang 3) fuhr, wird er erholter ins Rennen gehen als Froome, dessen Triumph in Frankreich gerade einmal 25 Tage her ist. Neben Froome werden mit Fabio Aru (Astana), Romain Bardet (Ag2r La Mondiale) und Bergtrikotgewinner Warren Barguil (Team Sunweb) drei weitere Hauptprotagonisten der diesjährigen Tour bei der Vuelta an den Start gehen. Es wird interessant zu sehen sein, wer nach den Strapazen in Frankreich noch ausreichend Reserven mobiliseren kann.

Zumal Fabio Aru mit Miguel Ángel López bei Astana auch starke teaminterne Konkurrenz hat. Der Kolumbianer gilt als Kletterspezialist und konnte im letzten Jahr die Tour de Suisse für sich entscheiden. Zum erweiterten Favoristenkreis zählen die britschen Zwillingsbrüder Adam und Simon Yates, die bei Orica-Scott unter Vertrag stehen und beide schon bei dreiwöchigen Rundfahrten unter die ersten zehn fahren konnten.

Abschiedstour für Contador

Alberto Contador wird seine Karriere nach der Vuelta beenden

Alberto Contador wird seine Karriere nach der Vuelta beenden

Für Alberto Contador (Trek-Segafredo) wird die Vuelta 2017 zur Abschiedstour. Der "Pisterlo" wird seine Karriere nach der Rundfahrt durch sein Heimatland beenden. "Ich bin sicher, es werden wunderbare drei Wochen. Ich brenne auf den Start", kündigte der Spanier an. Ob Contador, der die Vuelta in seiner Karriere bereits dreimal (2008, 2012, 2014) gewann, noch einmal einen Großangriff auf das Gesamtklassement starten kann, scheint fraglich.

Die Tour 2017 lieferte bereits den Beleg, dass der Zahn der Zeit auch an dem 34-Jährigen genagt hat. Im Hochgebirge konnte Contador den absoluten Topfahrern nämlich nur selten Folgen. Er beendete die Frankreich-Rundfahrt auf Platz neun - fast neun Minuten hinter Sieger Froome. Seinen letzten großen Sieg landete Contador im Jahr 2015, als er den Giro zum zweiten Mal gewann.

Spanien ist Degenkolbs Pflaster

Für John Degenkolb, der an der Seite von Contador bei Trek-Segafredo an den Start gehen wird, lief es auch in diesem Jahr alles andere als rund bei der Tour de France. Der Klassikerspezialist wartet noch immer auf einen Tageserfolg in Frankreich. Bei der Spanienrundfahrt ist er dagegen ein richtiger Etappenjäger und konnte die Ziellinie schon zehnmal als Sieger überqueren. Im Jahr 2014 sicherte er sich zudem das Grüne Trikot des Punktbesten der Vuelta.

Die neun anderen deutschen Starter sind als Helfer eingeplant. Christian Knees (Sky) gehört wie bei der Tour zu den Domestiken von Froome. Das deutsche Team Bora-hansgrohe schickt Emanuel Buchmann, Christoph Pfingsten, Andreas Schillinger und Michael Schwarzmann vier deutsche Fahrer ins Rennen. Buchmann, 15. der diesjährigen Tour, könnte dabei die Rolle als Edelhelfer für den Polen Rafal Majka einnehmen, der ebenfalls zum Kreis der Favoriten zählt.

Stand: 18.08.2017, 09:52

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